Montag, 27. April 2009

#8 Konzert: Antony & the Johnsons, München

Nun, seit Dezember hängt das Ticket zu Antony & the Johnsons an meinem Kleiderschrank, und trotz mehrfachem Locationwechsel und einem Datumswechsel kann mich nun wirklich ncihts davon abhalten den wunderbaren Antony Hegarty live zu erleben. Das Konzert findet letztendlich im Zirkus Krone statt und auf den Karten ist zu lesen: freie Platzwahl. Dieser Fakt treibt mich dazu eine halbe Stunde vor Einlass (2 Stunden vor Beginn) bereits am Circus Krone zu sein. Ich fühle mich wie eine hysterische 13-jährige. Nun ja, gegen halb 8 dürfen die Heiligen Hallen dann betreten werden und mein Eindruck von mir als 13-jährige bestätigt sich als ich mich dabei ertappe mit den vielen anderen panisch in den Circus zu stürmen um einen guten Platz abzugreifen. Und was soll ich sagen: Reihe 1, gerade vor mir befindet sich der Klavierhocker. Ein Traum.

Pünktlich um halb 9 beginnt es dann, und zwar mit einer "Tanzeinlage". Genauer einem japanischen Butoh Tanz. Ich finde es wunderbar, einfach weil es nicht nur grundsätzlich zu Antony passt wie die Faust aufs Auge, sondern weil sein letztes Album "The Crying Light" von einem Butho Tänzer, Kazuo Ohno, inspiriert und gewidmet ist. Nach dieser Performance, die den Westeuropäer an sich nicht seltsamer hätte anmuten können, beginnt Antony. 

Zu spielen beginnt er im Dunkeln: "Where is my Power?" Ich würde sagen: ganz klar in deiner Stimme, lieber Antony. Danach stimmt er "Her eyes are underneath the ground" an, es wird langsam etwas heller um ihn. Und schon nach diesem Lied sind 2 Dinge unmissverstädlich klar: 1) Dies wird ein Konzert der Extraklasse und 2) das Publikum ist super und liebt Antony. Schon jetzt gibt es Füßegetrampel, wildes Jubeln und Klatschen. Und Antony, der freut sich sichtlich. Weiter geht es mit zwei weiteren Songs seines letzten Werks: "Epilepsy is Dancing" und "One Dove". Natürlich muss spätestens jetzt erwähnt werden, dass Antony das Konzert natürlich cniht alleine bestreitet. Mit ihm sind sech ausgezeichnete Musiker auf der Bühne, so wird seine Musik untermalt von Cello und Geigenklängen, Saxophon, Klarinette, Gitarren, Bass, Schlagzeug und natürlich dem Flügel. Allerspätestens als er dann "For today I am a boy" anstimmt, sind beim Publikum alle Dämme gebrochen. Und langsam wird er gesprächiger, so kommt zuerst ein leises "I keep imagining women flying by on the trapeze". Später erklärt er dann: "This concert shouldn't be here at first but then my tourmanager said: Antony, there's a circus in town and i knew it would be perfect." Recht hat er. In den kommenden  1 1/2 Stunden folgen "Shake that devil"+Improv (Ich liebe dieses Lied und live hat es richtig Spaß gemacht auch wenn es mir schwer fiel, nicht mitzutanzen und auf meinem Stuhl gefesselt zu sein), "Kiss my Name", "You are my Sister", "Another World", "Everglade", "Fell in love with a dead boy" (ebenfalls eins meiner allerliebsten Antony Lieder. Auch immer wieder interessant mitzuerleben wie schlecht Menschen mit einer etwas längeren stillen Phase umgehen können, nämlich gar nicht. Dabei gehört das zu diesem Lied. Wie kann man dann da reinquatschen?), "The Crying Light" (wunderschön), "Fistful of Love" (ein weiterer Publikumsknüller. Manchmal frag ich mich warum fast alle die selben Songs lieben und wie ein Hype um einen Song entsteht? Und warum die neuen Stücke von diesem Hype verschont blieben...) und "Aeon", mein Favorit des neuen Albums. Und ja: "Oh i love that man so much!". An diesem Abend liebten alle Antony. Klar war, dass nach diesen frenetischen Appläusen während des Konzerts und natürlich dem Schlussapplaus eine tolle Zugabe sein muss. Es wurden dann sogar drei: "Cripple & the Starfish" (so wunderschön), "Hope Mountain" ("This song is about Jesus returning, but as a girl. Maybe from Afghanistan. I don't know.(...)Well, don't get me wrong, i'm not a christian, i'm a witch.") und (natürlich und Gott sei Dank) "Hope there's Someone". Welch Abschluss für diesen magischen Abend. Ja, irgendwie wie als Kind im Zirkus fühlte man sich. Aufgeregt, verzaubert, glücklich. Und das es nicht nur mir so ging zeigte der minutenlang andauernde Applaus, der selbst nicht abebbte als das Licht anging und die Musik...

13 Kommentare:

  1. Die Show war sowas von gut. Und der Mann am Saxophon ging vielleicht ab. Hatte schon gehofft, er würde noch ein Solo bekommen.

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  2. Danke für das tolle Review, hat viel Spaß gemacht zu lesen nachdem ich gestern auch dabei war. Ich kann dem nur zustimmen, es hat einfach alles gepasst. Ganz ganz toll.

    Antony and the Johnsons - Live in München, Circus Krone (27.4.2009)

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  3. Super review, aber die Dance-Performance war keineswegs ein Butoh-Tanz.
    Die Tänzerin war Johanna Constantine, mit der Antony schon jahrelang zusammen arbeitet und sehr gut befreundet ist.

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  4. Wow, super Bericht! Danke dafuer. Vor allen Dingen hab ich immer ueberlegt, wer die Taenzerin war und wie man diese Art von Performance nennt.

    PS: Ach, dann sassen wir ja quasi nebeneinander. Ich war auch in der 1. Reihe, mitte. :)

    Gruss.Daniel

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  5. bei uns in berlin gab es sogar noch eine improvisierte zugabe, wir haben mit ihm zusammen gesungen! :)

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  6. Hallo DAniel,
    warst du denn acuh allein in der ersten Reihe?

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  7. dann saßen lediglich zwei mädels zwischen uns :) sehr witzig. na dann war ich wenigstens nicht die einzige allein-aus-konzert geher(in)!

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  8. ach, wie lustig! ja, die beiden links neben mir. mensch, kann mich nicht an dein gesicht erinnern. der dicke mann ist immer vor mir rumgelaufen und hat mich abgelenkt. ;)
    aber auf das konzert konnte man auch gut alleine gehen.

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  9. Toller Bericht zu einem grandiosen Konzert!!! Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich daran denke

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  10. Daniel: haha, ja den hab ich auch gesehen! Ich hab dicha cuh nur wahrgenommen weil du fragtest ob der Platz noch frei wäre ;) Aber stimmt, zu Antony kann man auch alleine gehen. Das ist so oder so genuss pur! Und für die Wartezeit hatte ich eh ein Buch dabei :D

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  11. Achso ja, ich hab da glaub ich 10 Leute fragen muessen, bevor ich das kuschlige Plaetzchen gefunden hab. Aber das ist ja der Vorteil wenn man alleine kommt. Man findet eigentlich immer was vorne.
    Ja, das war wirklich ein Genusss. Auch die Location hat perfekt gepasst. Mal schauen, vielleicht bekommt man ja nochmal die Gelegenheit ihm zuzuhoeren.

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  12. Absolut. Ich hoffe sehr ihn nochmal live sehen zu können. Die Zwischenzeit überbrücke ich einfach mit vielen anderen Konzerten ;)

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