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Donnerstag, 23. September 2010

#57 Neu auf den Ohren: My Sister Grenadine - Subtitles & Paper Planes

Bei Musik aus Deutschland denke ich für gewöhnlich mit einigem Grauen an sogenannte "Künstler" wie Rosenstolz, Ich & Ich, Xavier Naidoo usw. Dass es aber auch gute Musik diesseits der Grenzen gibt, beweist Vincenz Kokot, alias My Sister Grenadine. Wurde das Debutalbum im Jahr 2008 bereits mit viel Lob überhäuft und als neue Singer/Songwriter-Hoffnung deklariert, ist der Zweitling noch einmal ein großer Schritt nach vorn. "Subtitles & Paper Planes" ist ein in zwei Hälften geteiltes Werk geworden. Zum einen ein zauberhaftes akustisches Album unter Trio-Besetzung mit Ukulele, Geige, Glockenspiel und Trompete. Zum anderen ein Album mit verschachtelten Klängen von E-Gitarre, Beats und Synthesizern. Was hier nun sehr gegensätzlich klingt, wirkt in Form eines Doppelalbums in Ergänzung zueinander aber durchaus stimmig. Wie ein roter Faden zieht sich Kokot’s warme, an Sufjan Stevens erinnernde Stimme durch die beiden Teile. Die Musik wirkt zeitweise so zart und fragil, dass sich erst nach mehrmaligem Hören vollständig im Gehör festigt. Ein Album also, für das man sich Zeit nehmen sollte und es sich wie ein gutes Essen in all seinen Nuancen langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte. Demjenigen, der diesem Rat folgt, werden sich traumhafte neue Klangwelten öffnen.
Anspieltipps: "Shine In The Dark", "At Night I Fall Asleep", "Snapshot Song".

Und ein sehr hübsches Video:

Mittwoch, 17. März 2010

#54 Neu auf den Ohren: Laura Marling - I Speak Because I Can

Laura Marling ist ja nun mittlerweile ein kleiner Star am Folkhimmel. Bereits seit ihrer Jugend schon sehr umtriebig in der Londoner Folkszene (unter anderem in bester Gesellschaft von Bands wie Noah And The Whale, Mystery Jets, Mumford & Sons etc.) kommt nun ziemlich genau zwei Jahre nach der Veröffentlichung des von Kritikern hoch gelobten Albums Alas I Cannot Swim nun der Nachfolger: I Speak Because I Can. Es fällt schnell auf, dass es um einiges weniger poppig ausfällt, als der Vorgänger: die Melodien noch ausgefeilter, mehr Höhepunkten entgegenstrebend, kraftvoller, gereift. Obwohl Laura Marling gerade einmal 20 Jahre alt ist, klingen ihre Songs, als hätte sie seit Jahrzehnten nichts anderes gemacht. Doch in ihnen allen schwebt eine Lebendigkeit, ein Selbstbewusstsein, das zeigt: man ist sich darüber genau im Klaren, was man kann. Nichts Geringeres ist also auf den neuen Tonträger gebannt worden. Ein Album, das in vielen Facetten glänzt, zu verzaubern weiß und gleichzeitig zum nachdenken und zum mitsummen anregt. Einen einzigen Makel gibt es aber leider doch: nach gerade einmal 37 Minuten ist schon wieder alles - viel zu schnell - vorbei. Von mir gibts 7,5 Sterne.

Bis das Album am 26. März bei uns in die Läden kommt, gibt es das Video zu Devil's Spoke als Überbrückung:
Laura Marling - Devil's Spoke

Laura Marling | MySpace Music Videos

Montag, 8. März 2010

#53 Neu auf den Ohren: Tom McRae - The Alphabet Of Hurricanes

Eine Geduldsprobe für alle Fans von TomMcrae: nachdem er 3 Jahre hart an seinem fünften Studioalbum gearbeitet hatte, musste die Veröffentlichung um einige Monate verschoben werden. Man hatte glücklicherweise eine Plattenfirma gefunden, die das Album angemessen vermarkten und somit unterstützen konnte. Dafür wurde die Veröffentlichung verschoben, bereits fest geplante Konzerte wurden abgesagt. Nun ist The Alphabet Of Hurricanes aber endlich da. Das, was Tom McRae uns mit seinem neuen Werk vorsetzt, ist Singer/Songwriterkunst von höchster Güte. Neben seinem langjährigen Begleiter, dem Cellisten Oliver Kraus, versammelte er eine illustre Schar von Musikern um sich, die dem Album durchaus experimentierfreudig eine ungeahnte Frische und Diversität verschaffen. So gibt es kleinere Klezmeranleihen, Chöre, sogar eine Harfe, die zusammen einen sehr warmen und stimmigen Sound schaffen.  Es wäre aber kein McRae’sches Album, wenn es nicht die typischen Texte gäbe, herzzerreißend gefüllt mit Selbstzweifeln, vorgetragen mit seiner unverkennbaren, gleichzeitig schneidenden und sensiblen Stimme. Falls ihr jetzt aber glaubt, dies wäre mal wieder eines der Alben, die voll sind mit Gejammer und platten dieWeltistsoschlechtzumirKlischees, dann kann ich versichern, dass dem nicht so ist. Es ist ein Vergnügen, das Album in all seinen Bestandteilen zu erkunden und sich mitreißen zu lassen. So möchte ich euch abschließend die Single Please ans Herz legen und gebe „unserem“ Tom 7 Sterne.

Hier also noch das (sehr lustige) Video zu Please und (wie immer) Myspace.

Freitag, 26. Februar 2010

#52 Neu auf den Ohren: Joanna Newsom

Dies wird die kürzeste und vielleicht deutlichste Rezension die ich je schreiben werde. Zu Have One on Me, dem neuen Album von Joanna Newsom,  kann man vieles sagen, oder eben gar nichts, so ungreifbar, so schwierig ist es das Dreieralbum in Worte zu fassen. Nur so viel: Es ist an Virtuosität, Ideen- und Abwechslungsreichtum und Brillanz wohl kaum zu übertreffen.

Daher: Danke, Joanna für eines der besten Alben die je erschienen sind. Wer mehr wissen möchte, was niemandem zu verübeln wäre, dem rate ich es zu hören und dann nochmal zu hören und nochmal.

Zehn von Zehn Sternen und wenn es mehr gäbe hätte dieses Album sie verdient.

Montag, 1. Februar 2010

#51 Neu auf den Ohren: Woodpigeon - Die Stadtmuzikanten

“I’ve spent too much time on my own, i just want to die...” Nein, dies stammt nicht aus einem düsteren Grunge-Album aus den 90ern, sondern vom neuen Werk „Die Stadtmuzikanten“ meines kanadischen Lieblingsensembles Woodpigeon. Mark Hamilton, Songwriter, Stimme und Seele der Band schafft es, mal traurige, sehnsuchtsvolle und wehmütige Texte, dann aber auch einfache Wortspiele oder alltägliche Beobachtungen in außergewöhnlich schöne Melodien zu verpacken, die über lange Zeit nicht mehr los lassen. Unter Einsatz einer Vielzahl an Instrumenten und dem in dieser Sparte praktisch obligatorischen Glockenspiel entfalten die Songs ihren Zauber, mal kindlich unschuldig, dann geradezu schunkelig, dann wieder sehr ernsthaft. Was ihnen allen zugrunde liegt sind eingängige Refrains, jedoch ohne diese einfach langweilig herunterzuspielen. Man traut sich auch, das Tempo zu erhöhen, den Rhythmus zu ändern oder plötzlich innezuhalten. Mit ihrem dritten Vollwerk ist Woodpigeon ein ganz wunderbares Folk/Pop Album gelungen, manchmal scheint es geradezu, als müsse man es beschützen, so aufrichtig und ehrlich schön scheint es. Hinzu kommt noch, dass man äußerst viel Musik für sein Geld bekommt: Auf der regulären CD sind 16 Titel, beim Kauf der Special Edition mit Bonus EP sind es noch mal 12 (nicht minder wertvolle) mehr. Wer im letzten Jahr The Leisure Society mochte, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.
Zu beziehen ist das ganze (meines Wissens nach) noch nicht in Deutschland, es gibt das Album aber ziemlich günstig hier. Hier gibt es das ganze Album als Stream zum Probehören - mein Anspieltipp ist Nr. 2: Woodpigeon Vs. Eagleowl.

Meine Endwertung ist daher 8 von 10 Sternen.

Mittwoch, 20. Januar 2010

#50 Neu auf den Ohren: First Aid Kit - The Big Black and the Blue

Das neue Jahr startet hier zugegebenermaßen verspätet, aber dafür mit einem musikalischen Goldstück. First Aid Kit, ein schwedisches Schwesternduo veröffentlichen dieser Tage ihr erstes Album "The Big Black and the Blue" und wissen zu überzeugen.

Gerade 16 und 19 sind Klara und Johanna Soderberg, seit 2007 machen sie zusammen Musik. Vielleicht liegt es am Schwesterndasein und der daraus resultierenden Verbundenheit, dass ihre Stimmen schon jetzt nicht nur einzeln ganz wunderbar sind, sonder auch perfekt harmonieren.

Auf ihrem ersten Album sind elf nicht nur harmonische, sondern auch melodiöse, fesselnde und lebensbejahende Titel zu finden. so wird auf "Hard Believer" auf voller Kehle gesungen "and it's one life and it's this life and it's beautiful". Das allgemein anerkannte depressiv sein in der Musikbranche wird endlich einmal durchbrochen.

Wer glaubt das junge Alter würde der Songschreiber und Stimmqualität abträglich sein und First Aid Kit wären ein weiteres süßliches Frauenduo, der irrt gewaltig, so erwachsen wirken die Stimmen und Titel der jungen Schwedinnen.

"The Big Black and the Blue" ist ein rundum gelungenes, einmalig schönes Album, das schon jetzt die Latte für die Folkalben dieses Jahres sehr hoch legt und, so kann man jetzt schon bedenkenlos sagen, mit Sicherheit Anwärter auf eins der schönsten Alben 2010 ist. Viel mehr gibt es nciht zu sagen, außer; unbedingt hören!

Dafür gibt es 9 von 10 sehr verdienten Sternen

Sonntag, 13. Dezember 2009

#49 Neu auf den Ohren: Minor Majority - Either Way I Think You Know

Das neuste Album Either Way i Think You Know der norwegischen Herrenband Minor Majority erschien bereits im Oktober in den nordischen Ländern. Eine wirkliche Erklärung warum das Werk erst ab Ende Januar in Deutschland und anderen Länder zu haben sein wird gibt es wohl nicht. Die Freude das Album aber endlich hören zu können ist natürlich groß.

Ich nehme gleich vorweg: das Album ist zwar gut, kommt aber bei weitem nicht an Vorgänger wie Walking Home from Nicole S heran. Aber an was liegt das?

Zuersteinmal: Minor Majority sind bekannt für wunderbare Melodien, die sanfte Stimme des Sängers Pal Angelskar und vor allem sind ihrer Titel schlicht gehalten, so dass Text und Gesang immer im Mittelpunkt stehen. Doch gerade da hakt es bei Either Way I Think you Know. Alles ist irgendwie voller, produzierter. Die geniale Einfachheit der Vorgänger ging irgendwo im Studio verloren. Auch die Texte scheinen irgendwie stupider, wiederholender. Da vermisst man doch grandiose Zeilen wie: "the atlantic sea may be a killer of dreams if what you want is a swimming pool".

Trotzdem kann man das neuste Werk der Norweger nicht als schlecht bezeichnen. Es ist nach wie vor bodenständig, auch wenn die Prioritäten verlagert wurden. So hört man z.B. kaum noch auf den Text wegen der Instrumentenübermacht, die auch durch Streicher und mehr ergänzt wurde. Trotzdem finden sich Titel sie wunderbarer kaum sein könnten, so zum Beispiel "Dance".

Daher: Anhören lohnt sich trotz allem, auch wenn es nicht ebenbürtig zu seinen Vorgängern ist.

Es gibt sechs von zehn Sternen

Donnerstag, 26. November 2009

#18 Konzert: Helgi Jonsson, München

"I'm god, i want to create..." 
So beginnt Helgi Hrafn Jónsson sein gestriges Konzert im Atomic Cafe. Wer nun meint, es handele sich bei ihm um ein selbstherrlichen, eingebildeten Kerl, der irrt. Ganz im Gegenteil, immer einen witzigen Spruch auf den Lippen...und das im besten deutsch österreichisch. Nicht gerade das was man von dem androgyenen Isländer im Vorfeld erwartet.

Doch bevor es um ihn geht gibt es wie gewohnt ein paar Worte zu seinem Support: Ragga Gröndal. Die Isländerin präsentierte gestern, auf ihrem ersten Konzert zusammen mit Helgi , selbstgeschriebenes in englisch und isländisch, sowie traditionelle isländische Folk Songs. Absolut bemerkenswert ist die Stimme der jungen Musikerin, die man vielleicht ganz gut im Blues unterbringen könnte. Kraftvoll, klar und intensiv, so lässt sich das gehörte wohl am ehsten beschreiben. Leider fehlte das abwechslungsreiche im Programm von Ragga Gröndal, die in Island laut Helgi Jonsson übrigens ein Star ist, und daher wurde es zum Ende hin doch etwas anstrengen ihr die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Helgi Jonsson betritt dann gegen halb 11 die Bühne und spielt eine gute Stunde. Vorallem sein in diesem Jahr erschienenes Album For the Rest of My Childhood ist musikalisches Thema des Abends. Für den neu 30-jährigen scheint das Alter und Altern ein großes Thema zu sein, auch wenn er sich selbst zumindest teilweise immer noch als Kind bezeichnet.
Unfassbar scheint es welche Töne aus dem Mund des spindeldürre Isländers kommen, so spektakulär ist seine sensible Stimme. Weder Tiefen noch Höhen werden gescheut, genauso wenig die leisen oder lauten Töne. Helgi Jonsson experimentiert gerne mit Klängen, das hört man nicht nur auf seinen Alben, sondern auch live. Texte, so erzählt er im Vorfeld im Interview mit LAXMag (in den nächsten Tage online), wären notwendig, aber er schaffe zuerst die Musik. Darum ginge es ihm. Trotzdem scheinen seine Texte nicht Gezwungenes zu sein, sie sind (mindestens) so schön wie seine Musik.

Alle die sich davon noch überzeugen wollen: Helgi kann man die nächsten Tage noch in Köln, Hamburg und Berlin sehen. Es lohnt sich.

Danke Flo für das Foto :)

Samstag, 7. November 2009

#48 Neu auf den Ohren: Tori Amos - Midwinter Graces

Die Wintertrilogie findet ihr Ende und zwar mit Tori Amos' nächste Woche erscheinendem Album "Midwinter Graces".

Lesern dieses Blogs könnte schon aufgefallen sein, dass hier eine große Tori-philie herrscht, auch wenn das Verhältnis von uns zu Tori in den letzten Jahren oft ein von Krisen geprägtes war. Nach dem Bekanntwerden der Veröffentlichung eines Weihnachtsalbums herrschte große Skepsis und fragende Blicke. So kann das etwas zerrüttete Verhältnis wohl nicht gekittet werden, wurde da gedacht. Oder etwa doch?

Obwohl Tori Amos zur genüge betont (genauer gesagt in jedem Interview), dass sie die Tochter eines Pfarrer ist, schien eine Weihnachts CD so gut zu ihr zu passen wie Sahne mit Gurke. Klar, aus genanntem Anlass gab es schon immer eine starke Verbindung zwischen Tori und Religion, doch meist äußerte sie sich darüber eher negativ. Als dann noch das sehr pathetische Cover veröffentlicht wurde war für mich schon fast jede Hoffnung verloren.

Doch nun zu "Midwinter Graces". Zuerst fällt positiv auf, dass es sich um eine CD mit einer normalen Titelanzahl handelt. Aha, das ist also auch bei der in Cornwall lebenden Musikerin noch möglich. Bei den ersten zögerlichen Hörversuchen wurde schnell klar, dass es sich um ein sehr stimmungsvolles, wenn auch nicht unbedingt typisches Weihnachtsalbum handelt. Mit Tori-typischen Arrangements, stimmlichen Feinheiten und natürlich dem Piano besticht dieses Album und zwingt fast zu einem nochmaligen Abspielen. Absolut positiv muss gesagt werden, dass typische Weihnachtslieder (Jingle Bells und Konsorten) ausgespart wurden. Zusammen mit klassischen Weihnachtsliedern gesellen sich eigene Kompositionen.

Auch hier holt sie sich wie üblich Unterstützung von ihrem Ehemann Marc Hawley, Matt Chamberlain, Jon Evans und Mac Aladdin. Außerdem wird sie von einer Big Band (hier wohl der sehr jazzige Titel "Pink and Glitter" zu erwähnen) und einem Orchester. Besonders muss noch auf die stimmliche Unterstützung ihrer Tochter Tash ("Holly, Ivy and Rose") und ihrer Nichte ("Candle: Coventry Carol") hingewiesen werden. Trotz Primborium klingen die meisten der Lieder nicht überproduziert, wenn natürlich aber weihnachtlich.

Obwohl mir nicht klar ist, warum Tori Amos sich nun entschlossen hat ein Weihnachtsalbum aufzunehmen und zu veröffentlichen, so bin ich doch angetan. Besonders erwähnenswert ist einer der selbstgeschriebenen Titel: "Winter's Carol". Obwohl ein Weihnachtslied ist es einer der gelungensten Titel der letzten Jahre. Die Arrangements sind schlicht genial und stimmlich bleiben keine Wünsche offen. Zu erwähnen ist außerdem das Cembalo, dasss bei "What Child, Nowell" ein Comeback feiert (endlich). Fast wie zu "Boys for Pele" Zeiten...

So verbleibe ich nicht mit meinen eigenen Worten, sondern denen eines Kommentars bei last.fm der mich zum Schmunzeln brachte, dem ich aber weitestgehend zustimme: "erm...WTF !? this is so WRONG Tori, we wanted u to fuk it up so we could LAUGH at you...then you went ahead and totally delivered the best christmas album ever, WTF ? thank you babe...thank you."

So, es gibt überraschend gute Vier von Fünf (imaginären aber sehr weihnachtlichen) Sternen


Sonntag, 1. November 2009

#47 Neu auf den Ohren: Sting - If on a Winter's Night

Wie versprochen geht es weiter mit den winterlichen Veröffentlichungen, auch wenn Stings "If on a Winter's Night" deutlich erfreulicher ausfällt als Bob Dylans musikalischer Erguss zur kalten Jahreszeit.

Sting scheint sich auch mit dem kürzlich erschienenen Album treu bleiben zu können. So zeigte er schon mit "Songs from the Labyrinth" das er sich für klassische englische Musik interessiert. Auch auf "If on a Winter's Night" zeigt er wieder seine Vorliebe für die Musik der Inseln, wenn auch mit winterlichem / weihnachtlichem Bezug und einer zeitlichen Verteilung der Titel über die verschiedenen Jahrhunderte. 

Zusammen mit  zwei eigenen Songs "Lullaby For An Anxious Child" und "Hounds Of Winter" finden sich zwei Titel des englischen Barock-Komponisten Henry Purcell, genauso wie eine eigene Übersetzung von Schuberts "Leierkastenmann" und natürlich vieles mehr. 

Um das winterliche Gefühl der britischen Inseln wirklich rüberbringen zu können, wird in manchen Titeln fröhlich gefidelt (sehr zu empfehlen: "Soul Cake") andere sind klassisch interpretiert usw. So zeigt uns der ehemalige Police Frontmann eine Bandbreite winterlicher Lieder, ohne sich jedoch zu den typischen Weihnachtsliedern hinreißen zu lassen.

Sting selbst beschreibt, dass sein Album das Doppelschneidige an Weihanchten zeigen soll: "I think the winter has this almost gravitational pull to someplace warm, cozy -- like home or the church, but for people who can't make it home or have no home to go to, it's "the worst time of year. I think the album wants to balance those two things." Umso verständlicher, dass sich fröhliches und traurig-schauriges abwechseln. 

Um es kurz zu machen: ein wirklich stimmungsvolles Winteralbum. Wem "Songs from the Labyrinth" gefallen hat und sich gern von Stings weicher und warmer Stimme einlullen lassen will, der wird, denke ich, an "If on a Winter's Night" auch seine Freude haben.

Daher:

Vier von Fünf (imaginären) Sternen



Dienstag, 27. Oktober 2009

#46 Neu auf den Ohren: Bob Dylan - Christmas in the Heart

Ja, ich denke Bob Dylan ist eine Legende, ein grandioser Musiker und Texter und doch: "Christmas In The Heart" ist die reinste Katastrophe.

Wie schon angekündigt kommen nun einige von mir gehörte Weihnachtsalben. Als ich hörte, dass sich dieses Jahr Bob Dylan zur Riege der geltungsbedürftigen, aus Weihnachten profitschlagenden Künstlern gehört, musste ich mich schon sehr wundern. 

Da ich Bob Dylan eben für ein Genie halte, habe ich mir dann auch dessen Weihnachtsalbum angehört. Auch wenn schon im Vorfeld die Trackliste bei mir für Verwunderung sorgte, da es sich allesamt um sehr bekannte, typisch amerikanische Weihnachtslieder handelte, an die sich Herr Dylan da ranwagte. Und sowas geht ja meistens schief.

Doch zuerst zum positiven: Das Cover, sehr "vintage", ist wenigstens recht schön. Schon bei den ersten Klängen wird mir dann klar, dass Bob Dylan wirklich und ernsthaft versuchte, ein sehr klassische Weihnachtsalbum zu schaffen, so fühlte ich mich sofort, dank Backroundsängerinnen und Instrumentierung, an die 50er Jahre erinnert. Doch das Problem ist einfach: Bob Dylan hat für ein Weihnachtsalbum im Stil der 50er Jahre schlicht die falsche Stimme. So krächtst er auch hier in typischer Dylan Manier, doch in diesem Fall wirk dies einfach nur lächerlich. So verwundert es nicht, dass ich bei den ersten Liedern vor mich hinlachte, so sehr erinnerte mich das Gehörte an eine Persiflage eben dieser klassischen Weihnachtslieder, doch so soll es wohl nicht gemeint sein. So ist fraglich, was der Musiker mit diesem Album bezwecken wollte, denn Geld hat er wohl genug. Vielleicht kann man es der Einfachheit halber einfach auf sein Alter schieben um nicht den musikalischen Respekt vor ihm zu verlieren.

Für dieses wirklich miese Album:

Einen von Fünf (imaginären) Sternen (und den einen gibts auch nur weils zum Lachen verleitet und weil die Erlöse gespendet werden).

 

Donnerstag, 15. Oktober 2009

#43 Neu auf den Ohren: Josephine Foster - Graphic as a Star

Vertonte Emily Dickinson Gedichte kennt man vielleicht schon von Natalie Merchant oder Carla Bruni oder, oder...doch Josephine Foster treibt dies mit ihrem neuen Album "Graphic As A Star" auf die Spitze. Ganze 27 Titel (gut, kurze Titel, aber immerhin) die allesamt von den Werken der Dichterin inspiriert sind.

Das Album entstand in einem abgelegenen Dorf irgendwo in Spanien. Eindrucksvoll hört man die Ruhe und Abgeschiedenheit in jedem der Titel des Albums. Man sieht die Sängerin aus Colorado schon fast vor sich, wie sie mit Gedichtbänden und ihrer Gitarre auf einer sonnenbeschienen Terrasse sitzt, so heimelig hört sich das alles an.

Trotzdem hat sich Josephine Foster hier natürlich eine schwere Aufgabe gestellt. Emily Dickinsons schwermütige, intensive Gedicht zu vertonen ist kaum möglich. Durch klare Reduktion auf das Wesentliche gelingt es ihr aber doch. So dominiert die Stimme, teilweise a capella, teilweise mit sanfter Gitarre untermalt, dann noch selten etwas Mundharmonika und fertig. So entstand ein extrem ruhiges, getragenes Album in dessen Mittelpunkt natürlich die Sprache Emily Dickinsons steht, aber auch Josephine Fosters schwingende Stimme, die sich wohl am ehesten in die Richtung der von Joni Mitchells einordnen ließe.

"Graphic As A Star" ist sicherlich kein Album für jedermann, zu speziell das Thema und die Stimme der Sängerin. Doch wenn es gelingt sich dafür zu begeistern, dann kann man schöne Stunden mit dem Hören des Werkes verbringen. Passend zur Jahreszeit ist es allemal.

Dreikommafünf von Fünf Sternen

Donnerstag, 8. Oktober 2009

#42 Neu auf den Ohren: David Gray - Draw The Line

Schwarztee mit Milch. Die Assoziation taucht plötzlich und unauslöschlich vor meinem inneren Auge auf, während ich mir das neue Album von David Gray anhöre. Liegt es womöglich daran, dass der Mensch nun, zu Beginn der kalten Jahreszeit, unweigerlich etwas mehr Wärme braucht? Ist es das Bittersüße, welches beide verbindet? Das Zeitlose? Auf jeden Fall durchströmt mich ein wohliges Gefühl, schon bei den ersten Schlucken – Pardon – Minuten, in denen ich mich dem bereits 8. Studioalbum von David Gray widme. Was ich erwartet hatte? Nach den meiner Ansicht nach etwas zu lasch geratenen beiden Vorgängern hoffte ich nicht unbedingt auf den großen Wurf. Zunehmender Bekanntheitsgrad (unter anderem) über diverse Beiträge auf Soundtracks brachten eine unweigerliche Kommerzialisierung mit sich und drohten, die Intimität, die David Gray zwischen sich und seinen Hörern aufgebaut hatte, zunichte zu machen. Doch da gibt es eine Konstante: diese Stimme, die aus Hunderten herausstechen würde, die gleichzeitig Verletzlichkeit und Stärke ausdrückt. Von dieser lebt nun auch Draw The Line, doch dieses Mal balanciert der Brite geübter zwischen den Welten aus Kunst und Konsum. Bestes Beispiel: für "Full Steam" holt er sich als Duettpartnerin das Pop-Urgestein Annie Lennox ins Boot, für "Kathleen" die eher unbekannte (aber wunderbare) Folksängerin Jolie Holland. So vereinen sich auf Draw The Line eingängige, aber nicht minder anspruchsvolle Titel, mit denen David Gray bestätigt, dass er einer der besten Singer/Songwriter der Gegenwart ist. Neugierigen, Suchenden, und auch Zweiflern möchte ich mit allem Nachdruck empfehlen, dem Werk einige Aufmerksamkeit zu schenken, die sich gewiss lohnen wird. Als Anspieltipps fällt meine Wahl auf das Titelstück "Draw The Line", "Kathleen" (zum Glück hatte die erste Wahl Dolly Parton keine Zeit!) und "Jackdaw".
Vielmehr gibt es eigentlich nicht zu sagen – eine persönliche Sache vielleicht noch: als ich im zarten Alter von 14 Jahren zum Schüleraustausch in England weilte, hörte ich zum ersten die Musik von David Gray. Und ich trank zum ersten Mal richtigen Schwarztee mit Milch. So schließt sich dann doch noch der Kreis…
Es fehlt noch zu sagen: 5 Sterne, natürlich!

Hier noch, wie gewohnt Myspace.
Und ein hochoffizielles Video.


Sonntag, 4. Oktober 2009

#41 Neu auf den Ohren: Emily Jane White - Victorian America

Zugegeben, beim neuen Album von Emily Jane White bleibt das Meiste, wie wir es bereits vom Debut kennen - genauso gut eben.

"Victorian America" ist nun nach knapp zwei Jahren der Nachfolger ihres Debuts "Dark Undercoat". Dass genug Material für ein neues Album bereits bestehe, das dürften Konzertbesucher schon längst bemerkt haben, so spielte sie schon viele der Titel des neuen Albums während des letzten Jahrs live.

Emily Jane White bleibt sich treu auf dem neuen Werk. Nach wie vor zählt das Düstere, ihre spröde, ruhige Stimme etwas Akustikgitarre, Cello und Klavier. Das ist das Rezept der jungen Musikerin und es geht wieder auf. Neu dazugekommen ist lediglich die Pedal Steel Guitar, die einige der Lieder dezent untermalt.

Zwischen sehr ruhigen, sanften Titeln wie beispielsweise "Never Dead" oder "Ghost of a Horse" finden sich immer wieder melodiöse, abwechslungsreiche Stücke wie  das grandiose "Stairs" oder "Liza". Auch diese abwechslungsreiche Kombination kennen wir schon von ihrem Debut.

Obwohl vieles schon bekannt, vieles irgendwie ähnlich zu "Dark Undercoat", schafft Frau White mit "Victorian America" ein wunderbareres, stimmungsvolles und düsteres zweites Album, das bei der Fangemeinde wieder großen Anklang finden sollte. Die Musikerin wird mit dem neuen Album keinesfalls schlechter, das muss klar gesagt werden.

Ein Album zum Genießen und vielfachen Hören, daher

Vier von Fünf (imaginären) Sternen

Gerade ist Emily Jane White übrigens auf Tour,  es gibt auch deutsche Daten. Es lohnt sich!


Sonntag, 27. September 2009

#40 Neu auf den Ohren: Noah and the Whale - The First Days of Spring

Ganz selten gelingt es einer Band, sich mit dem zweiten Album neu zu erfinden, eine neue Richtung einzuschlagen, ohne dabei grausam unterzugehen.

Der britischen Band Noah and the Whale ist aber genau dies gelungen. Während ihr Debutalbum "Peaceful the World lays me Down" richig schönen Indiefolk/-pop darbot, und vor allem auch durch "Gute-Laune-Songs" wie "2 Atoms in a Molecule" glänzte, ist "The First Days of Spring" ein ruhiges, melancholisches Album, bei dem es vor allem um gebrochene Herzen, um Leben die sich verändern, um Trauer geht. Liebeskummer vom feinsten also. Doch wer nun klischeemäßig an schnulzige, schleimige Balladen denkt, liegt falsch.

Denn neben der vielen Trauer einer gescheiterten Beziehung bietet das Album wesentlich mehr, nämlich die Botschaft, dass alles irgendwann wieder besser wird und zwar immer. So wird in vielen der Titeln der Abschied, das Ende einer Liebe beschrieben, mit Sätzen wie: "I'll be lonely, Oh i'll be lonely - again". Diese Art der Texte könnte man zur Genüge zitieren, hier wird Trauer richitggehend zelebriert. Aber zu Beachten ist, wie das Album endet, nämlich mit dem Titel "My door is always open", der, genau wie die erste Single "Blue Skies", an das Weitermachen appeliert.

Musikalisch ist das Album sehr zurückhaltend. So wird zur Akustikgitarre gesungen ohne viel tamtam. Auch das Klavier hat einen festen Platz auf dem neuen Werk, neben den typischen Instrumenten natürlich. So wird die durchgehend mlancholische Stimmung bestens untermalt. Doch wenn man glaubt das Album langsam zu durchschauen, dann taucht plötzlich feinste Klassik auf, so in "Instrumental I". Und weil das noch nicht genug ist wird auch noch ein Chor aufgefahren. Doch auch hier gelingt es der Band, nicht ins kitschig-klischeehafte abzurutschen und das ist nun wirklich eine Leistung. Und wer jetzt denkt, auf dem Album wären ausschließlich ruhige, traurige Nummern, der wird mit "Love of an Orchestra" vom Gegenteil überzeugt.

Getragen wird "The First Days of Spring" aber von einer ganz bestimmten Stimme und zwar der von Charlie Fink. Endlich mal wieder eine Stimme mit Wiedererkennungswert. Und dann noch dieser Akzent...da muss man nicht mehr viel sagen außer:

Vier von Fünf (imaginären) Sternen


Freitag, 25. September 2009

#39 Neu auf den Ohren: Dawn Landes - Sweet Heart Rodeo

Obwohl bisher meist wirklich viel versprechende Musik von Dawn Landes veröffentlicht wurde, ist dies bei ihrem neuen Album Sweet Heart Rodeo nicht der Fall. Mit "Young Girl" beginnt es eigentlich noch recht flott. Dann wird es bei "Romeo" schon etwas lahm. "Money In The Bank" ist ein richtiger Lichtblick und ließ mich doch noch auf Gutes hoffen. Doch mit Fortschreiten des Albums wird jegliche Hoffnung zerstört. Die folgenden Titel könnten nicht beiläufiger und langweiliger klingen. "Clown" zum Beispiel ist ein absoluter Tiefpunkt. Gerade zu Zeiten, in denen es relativ einfach ist, viele gute Singer/Songwriter im Internet zu entdecken, sehe ich keinen Grund, sich noch länger mit diesem öden und uninspirierten Album näher zu beschäftigen. Deshalb eineinhalb Sterne und vielleicht lieber das 2006er Werk Fireproof auflegen, das hatte noch Biss. Sweet Heart Rodeo dagegen leider nicht.
Ach ja, hier noch Myspace

Mittwoch, 16. September 2009

#14 Konzert: Tori Amos, Zürich (CH)

Es war wieder einmal so weit,  zur vierten Tori Amos Tour die wir nun miterleben, machten wir uns nach Zürich auf.

Beim Eintreffen am Kongresshaus hörten wir schon die ersten Toriklänge in Form von "Caught a lite sneeze", das sie in diesem Moment soundcheckte (Den Rest des Soundchecks konnten wir leider nicht mehr hören, da wir von einem sehr eifrigen Security-Menschen vertrieben wurden *hüstel*).

Das Kongresshaus verfügt über eine recht schöne Halle mit Empore, die, wie sich herausstellte, über eine tolle Akustik verfügt. Gegen 20 Uhr eröffnete Foy Vance, ein Musiker aus Belfast mit Gitarre, Laptop und Looppedals als Support Act. Das Publikum war schnell von seiner tollen Stimme überzeugt, ebenso von den Liedern, die von leisen Balladen bis hin zu kräftigeren, rockigeren Nummern reichten. Da wurde dann auch mal unorthodox die Gitarre mit dem Geigenbogen gestrichen oder in das Klangloch ebendieser gesungen.

Eine Stunde nach dieser gelungenen Eröffnung betraten zuerst Matt Chamberlain und Jon Evans die Bühne, kurz darauf dann endlich Tori. Das Publikum was schon zu Beginn bester Laune, und bis auf wenige Ausnahmen (z.B. bei "Your Cloud" das so lahm war, dass eben auch das Publikum in diese Laune verfiel) blieb das auch die ganzen zwei Stunden des Konzertes so. 

Auffallend war Toris wunderbar kräftige und klare Stimme, kein Vergleich z.B. zur Scarlet's Walk Tour. Die Tiefen und vor allem die Höhen saßen wieder wie zu Anfangszeiten ihrer Karriere. Die Musikerin aus South Carolina begann sehr routiniert, fast schon etwas lieblos die ersten Songs zu spielen ("Give" und "Hotel") um dann ebenso routiniert die Band vorzustellen. Leider waren dies die einzigen Worte ans Publikum während der ganzen Show. Bei "Cornflake Girl" schien Tori etwas aufzutauen und man merkte ihr die Freude am spielen und singen an. Auch das Publikum war sehr angetan. Es folgten "Flavor", "Space Dog", "Concertina", "Jamaica Inn" und "Carbon". Darauf folgte ein klares Highlight: "Bells for Her", das vor allem durch die wunderschöne Pianoeinleitung überzeugte. Auch der Sound wurde zu diesem Zeitpunkt besser, denn zu Beginn war das Schlagzeug etwas zu laut, so dass Toris Pianospiel teilweise zu stark übertönt wurde. Nach einem starken "Mary of the Seas" folgte dann die Lizzard Lounge, sprich: Tori solo. Wie zu erwarten wurde dies dann auch das Highlight des Abends. Sie entschied sich für einen Titel ihres Debutalbums "Mother" und für "Maybe California", beides sehr emotionale Lieder über die Mutterrolle bzw. -schaft. So emotional und rührend wie Tori die beiden Titel wiedergab war ich sicherlich nicht die einzige mit Gänsehaut und feuchten Augen.

Die Band kam zurück auf die Bühne und weiter gings mit eben dem Tiefpunkt des Abends: "Your Cloud". Natürlich ist dies sehr subjektiv, aber wir beide fanden überhaupt keinen Gefallen an dem langweiligen und trägen Scarlet's Walk Titel.  Doch mit dem darauf folgenden "Sweet Dreams" erwachte das Publikum, mitsamt guter Stimmung, wieder. Nach "Police Me" ging es nach vorne an die Bühne um das Konzert im Stehen und aus nächster Nähre mitzuerleben. Fast schon rockig folgten dann "Precious Things" und die Zugaben "Strong Black Vine", "Caught a Lite Sneeze", Big Wheel" und zuletzt "Tear in your Hand". Die Zuhörerschaft war nicht mehr zu bremsen, so wurde vorne getanzt, geschrien und mitgesungen und dies freute auch Mrs. Amos sichtlich.

So fand das Konzert nach 20 Liedern ein verschwitztes, fröhliches und kraftvolles Ende. Da kann man nur sagen: Das nächste Mal gerne wieder, liebe Frau Amos (nur bitte ohne "Your Cloud"...).

Und noch zum Schluss: das schreckliche Outfit wird auf Grund der Funktion dieses Blogs als Musikblog geflissentilich ignoriert.

Mehr Bilder gibts übrigens hier: Tori in Zürich                                                                                                     

Mittwoch, 9. September 2009

#2 Verschiedenes: Matt Bauer

Matt Bauer

Kentucky: bekannt für heiße Sommer, blühende Grasweiden und Vollblutpferde. Eben diese Pferde benennt der dort geborene Matt Bauer als wichtige Einflüsse für seine Musik und sein Leben. Neben den Pferden finden auch musikalische Größen wie etwa der frühe David Bowie oder Nina Nastasia auf dieser Liste platzt. Doch wie gehen Pferde und David Bowie zusammen? Und wie hört sich ein Musiker an, der von Pferden beeinflusst wird?

Doch schon beim Hören der ersten Klänge wird vieles klar. Ein Banjo, so schön und düster. Dann eine Stimme, so warm und angenehm, dass der Hörer unwillkürlich aufhorcht. In der eigenen Vorstellung befindet man sich schnell in Kentucky, auf einer Weide, an einem Strohhalm kauend und von Pferden umgeben. Über den Musiker mit dem ausladenden Bart á la Iron & Wine oder Bonnie `Prince` Billy, zu denen es im Übrigen auch starke musikalische Parallelen gibt, ist wenig bekannt. Was man kennt ist seine Musik, zu hören auf den beiden Alben „Nandina“ (2004) und „The Island Moved In The Storm“ (2008), sowie auf der EP „Wasps And White Roses“ (2006).

Musik machte Matt Bauer schon sein ganzes Leben lang. Aufgeben wollte er sie schon in einer unglücklichen, einsamen Phase seines Lebens, doch dann brachte er sich selbst das Banjo spielen bei und alles änderte sich. „It was something I could do everyday that made me feel alive.” Daher ist es nur logisch, dass das Banjo von da an Matt Bauers Haupt- und Lieblingsinstrument wurde.

Musikalisch wäre Matt Bauer am Besten in der Kategorie Folk, oder vielleicht präziser „Dark Folk“ (ein Begriff der spätestens seit 16 Horsepower kursiert), aufgehoben. Zwar mag der ein oder andere bei dem Begriff Banjo sofort an Country oder Western denken lassen, doch Matt Bauer könnte nicht weiter davon entfernt sein mit seinen fragilen Banjoklängen und der leisen, fast schon isoliert wirkenden Stimme. Durchbrochen wird dieses Schema von einigen Songs die melodiös und fröhlich daherkommen, so etwa seine Version des Amerikanischen Folksongs „Sea Lion Woman“ (das seit Feist wohl allgemein bekannt ist).

Nachdem er zu Beginn des Jahres mit Alela Diane in Frankreich und den Niederlanden tourte, dürfte sein Bekanntheitsgrad gewachsen und seine Fangemeinde sich erweitert haben. Matt Bauers Siegeszug hat gerade erst begonnen ist aber sicherlich noch nicht zu Ende. Wie sollte er auch, bei diesen wunderbaren Banjoklängen?

Freitag, 21. August 2009

#36 Neu auf den Ohren: Jordie Lane - Sleeping Patterns

Irgendwie muss es am Bart liegen. Musikalität meine ich. So wundert es nicht, dass nach großartigen bärtigen Künstlern wie Bonnie `Prince` Billy, Iron and Wine, City and Colour etc etc auch dieser junge Herr zu den begnadeten Singer- und Songwritern gehört. "Sleeping Patterns" ist Jordie Lanes Erstlingswerk (abgesehen von zwei EPs), aber was für eins. Selten findet man eine solche musikalische Perle.

Der junge Melbourner überzeugt von der ersten Minute an. Okay, zugegeben, da im Eröffnungstrack "The publican's Daughter" gleich ein Banjo vorkommt, fällt es mir, als großer Banjofan gleich leichter, bei der Stange zu bleiben. Doch ja, auch ohne Banjo würde dieses Album funktionieren. Denn dominierend ist wie so oft die Gitarre, natürlich zusammen mit diversem anderen Instrumentarium wie dem obligatorischen Schalgzeug, einer Orgel, Mundharmonika, Bass...

Doch wie soll diese CD musikalisch eingeordnet werden? Jordie Lane bietet vielseitig an, so findet man klassische Gitarrenballaden neben rockigeren Stückchen, etwas Dark Country usw. Doch vielleicht ist die Einordnung in Schubladen nebensächlich, denn wirklich wichtig ist die Stimme der Musikers. Selten hört man so ein schönes Organ, so ein weiches, schwingendes Timbre. Und weil eben gerne Vergleiche herangezogen werden um möglichst vielen Menschen die Platte schmackhaft zu machen hier ein Name: Teddy Thompson. Während Teddy Thompson aber mit seinen letzten CD's in die Tiefen des Mainstream Pop bzw. Coutry abdriftete, macht Jordie Lane genau das, was wir wollen: eine wunderbare, abwechslungsreiche, innovative CD, da wundert es nicht, dass in diversen Reviews "Sleeping Patterns" bereits als Album des Jahres bezeichnet wird. Recht so.

Fünf von Fünf (imaginären) Sternen

Hier eine Liveaufnahme des wunderbaren Eröffnungstitels "The Publican's Daughter" (das auf dem Album aber nochmal mehr kracht!)

Sonntag, 16. August 2009

#1 Verschiedenes: Die französischen Damen

Der Sommer scheint sie mitzubringen, die Lust, verstärkt französische Sängerinnen zu hören, zu schön die Spache, das zarte. Das erwärmt das Herz, egal bei welchen Temperaturen. Hier nutze ich jetzt die Chance meine momentanen Favoritinnen vorzustellen.

Bei einer solchen Fülle qualitativ hochwertiger Damen, beschränke ich mich auf diejenigen, die wunderschönen, leichten französischen Folk produzieren.

Loane, eine Pianospielerin und Vertreterin des süßlichen Chansons macht den Beginn. Das im Vorjahr erschienene erste Album "Jamais Seule" der Französin glänzt durch ein warme Stimme, die zeitweise an die Carla Brunis erinnert, und durch ja, ein Banjo. Leser dieses Blogs könnten schon festgstellt haben, dass dieses Instrument hier sehr hoch im Kurs steht. Aber natürlich kommt man auch in den Genuss des Akkordeons, eben dem Instrument, das am intensivsten das französische Gefühl erschafft. Luftig leichte Melodien zaubern gute Laune und lassen den Hörer vergnügt durch die Wohnung tanzen.

Weiter gehts mit einer ebenfalls jungen und aufstrebenden Musikerin: Marie Cherrier. Das Debutalbum der 25-jährigen "Ni Vue ni Connue" von 2005 sprüht nur so von französischem Charme. Stimmlich noch süßer als Loane (man fühlt sich unwillkürlich an Vanessa Paradis erinnert) fühlt man schon beim ersten Titel "Manouche", dass diese Musik perfekt zur "Fabelhaften Welt der Amélie" passen würde. Auch hier wieder: Akkordeon, Klavier und viel Gitarre. Wer fröhliche und "niedliche" Musik mag, der ist mit bei Marie Cherrier an der richtigen Adresse um sich den Sommer (und Winter und überhaupt) zu versüßen, da braucht man kein Eis mehr.

Abschließen möchte ich mit Jeanne Cherhals "L'eau". "L'eau" (2006) ist bereits das fünfte Studioalbum der Musikerin aus Nantes. Vielleicht könnte man es als reifer beschreiben im Vergleich zu den beiden vorher vorgestellten Alben. Jeanne Cherhals Stimme ist tiefer, nicht süßlich schmachtend. Auch ihre Instrumentierung ist voller. Da hört man doch gerne ein Schlagzeug oder einen Bass oder auch mal elektronische Klängchen, überladen wirkt es aber in keinem Fall. Mit eindrucksvollen stimmlichen Arragements wie bei "Je suis liquide" oder "Rondes larmes" kann sie überzeugen und so jeden Schwimmbadtag verschönern.

In Kürze: mehr von der fanzösischen Musik Front.






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