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Donnerstag, 23. September 2010

#57 Neu auf den Ohren: My Sister Grenadine - Subtitles & Paper Planes

Bei Musik aus Deutschland denke ich für gewöhnlich mit einigem Grauen an sogenannte "Künstler" wie Rosenstolz, Ich & Ich, Xavier Naidoo usw. Dass es aber auch gute Musik diesseits der Grenzen gibt, beweist Vincenz Kokot, alias My Sister Grenadine. Wurde das Debutalbum im Jahr 2008 bereits mit viel Lob überhäuft und als neue Singer/Songwriter-Hoffnung deklariert, ist der Zweitling noch einmal ein großer Schritt nach vorn. "Subtitles & Paper Planes" ist ein in zwei Hälften geteiltes Werk geworden. Zum einen ein zauberhaftes akustisches Album unter Trio-Besetzung mit Ukulele, Geige, Glockenspiel und Trompete. Zum anderen ein Album mit verschachtelten Klängen von E-Gitarre, Beats und Synthesizern. Was hier nun sehr gegensätzlich klingt, wirkt in Form eines Doppelalbums in Ergänzung zueinander aber durchaus stimmig. Wie ein roter Faden zieht sich Kokot’s warme, an Sufjan Stevens erinnernde Stimme durch die beiden Teile. Die Musik wirkt zeitweise so zart und fragil, dass sich erst nach mehrmaligem Hören vollständig im Gehör festigt. Ein Album also, für das man sich Zeit nehmen sollte und es sich wie ein gutes Essen in all seinen Nuancen langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte. Demjenigen, der diesem Rat folgt, werden sich traumhafte neue Klangwelten öffnen.
Anspieltipps: "Shine In The Dark", "At Night I Fall Asleep", "Snapshot Song".

Und ein sehr hübsches Video:

Freitag, 21. Mai 2010

#56 Neu auf den Ohren: Wovenhand - The Threshingfloor

Pünktlich nach zwei Jahren meldet sich David Eugene Edwards mit einem neuen Album zurück. Zuerst im Alleingang unter dem Namen Wovenhand unterwegs, mittlerweile wieder als vollwertige band vereint, versammelte das Ex-Gehirn von Sixteen Horsepower seine Mitspieler (oft gerne als Jünger bezeichnet), bestehend aus seinem ebenfalls Ex-Sixteen Horsepower Bassisten Pascal Humbert und Schlagzeuger Ordy Garrison.

Nun gibt es also mittlerweile das fünfte Vollalbum des Wanderpredigers, dem vom Teufel Verfolgten Propheten, dem Rastlosen Missionar oder weiß Gott was noch alles, das dem Mann gerne anassoziiert wird. Tatsache ist, dass er als Persönlichkeit definitiv eine wahrhaftige Erscheinung ist, seine Texte von tiefem Glauben geprägt, live wirkt er des Öfteren, als würde er am liebsten das Publikum zu Asche zerfallen lassen, während er selbst sich geradezu in Trance spielt. Nicht weniger mystisch ist logischerweise die Musik des Herrn Edwards, der sämtliche Saiteninstrumente bis zur Perfektion beherrscht und mit deren Hilfe überwiegend düstere, bedrohlich brodelnde Klanggebilde webt. Hinzu kommt noch diese Stimme, unverkennbar, die oft klingt, als sänge nicht ein Mensch, sondern gleich mehrere, irgendwie verstörend und doch auch wie ein Halt, während rundherum der (musikalische) Sturm tobt. Was nun aber auf dem neuen Werk doch auffällt: Edwards klingt deutlich entspannter. Kam der Vorgänger gehetzt und eher verkrampft zusammengewürfelt vor, so ist The Threshingfloor relativ relaxt - sofern sich das für Edwards sagen lässt. Überwiegend akustisch gehaltene Nummern dominieren das Album, es kommen Klavier und Flöten zum Einsatz und die Melodien sind insgesamt nicht mehr ganz so düster, wie gewohnt. Es wird sogar ein wenig mit orientalischen Klängen herumexperimentiert und vielen Ideen mehr Raum gelassen, sich zu entwickeln. Oft entfalten die Songs eine geradezu hypnotische Wirkung, man möchte sie wieder und wieder hören. Hinzu kommt noch, dass das Album auch klanglich ein Erlebnis ist. The Threshingfloor enthält zwölf Lieder, davon sind zehn Edwards’ Eigenkompositionen, eine von Pascal Humbert und eine Coverversion von New Order’s „Truth“. Ich glaube, es ist eines dieser Alben, das man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil liebe es. Deshalb 10 Sterne.

Da die Myspaceseite absolut nichts hergibt, verzichte ich ausnahmsweise mal auf den Link und biete euch stattdessen ein Liveviedeo. Etwas wacklig, aber man bekommt immerhin einen kleinen Einblick...



Dienstag, 30. März 2010

#55 Neu auf den Ohren: Erland & The Carnival - Erland & The Carnival

Und noch mehr tolle Musik aus London. Von den Orkneys stammender Folk-Musiker Erland Cooper plus Simon Tong, ex The Verve, Blur, The Good, The Bad & The Queen, plus Schlagzeuger David Nock ergibt: Erland & The Carnival. Heraus kommt ein Sound, der von jedem seiner Bandmitglieder deutlich geprägt ist, den ich mal grob als psychedelischen Folk-Rock bezeichnen möchte. Hinter der Zuordnung verbirgt sich aber eine solche Fülle an Ideen und Stilrichtungen, dass mir zu Ende des Albums beinahe der Kopf qualmt. Mal fühlt man sich an Country-Rock à la Sixteen Horsepower erinnert, dann glaubt man traditionelle Folk Songs wie aus den späten 60ern von Fairport Convention zu hören, dann wird plötzlich ein Bogen über Garage Rock zu Pop geschlagen. Alles zusammen fügt sich auf dem Album extrem gut zusammen, die Melodien sind griffig und nicht selten fange ich an, übermütig mitzuwippen. Als ich sagte, 2009 wäre ein tolles Jahr für neue Musik gewesen, hatte ich noch keine Ahnung, wie gut es in 2010 weiter gehen würde. Das Debüt von Erland & The Carnival ist ein weiterer Beweis.

Da ich von diesem Album seit einigen Wochen praktisch nicht genug bekommen kann, gibt es 8 Sterne.

Hier E&TC auf Myspace und eine sehr coole Version meines Lieblingstitels "My Name Is Carnival", live gespielt in einer Kirche. Mann, da wäre ich gern dabei gewesen.
Nachtrag: Heee, heute sogar als eine der CD's der Woche bei Spiegel Online! Mist. Aber ich kannte sie schon viel früher! ;o)

Mittwoch, 17. März 2010

#54 Neu auf den Ohren: Laura Marling - I Speak Because I Can

Laura Marling ist ja nun mittlerweile ein kleiner Star am Folkhimmel. Bereits seit ihrer Jugend schon sehr umtriebig in der Londoner Folkszene (unter anderem in bester Gesellschaft von Bands wie Noah And The Whale, Mystery Jets, Mumford & Sons etc.) kommt nun ziemlich genau zwei Jahre nach der Veröffentlichung des von Kritikern hoch gelobten Albums Alas I Cannot Swim nun der Nachfolger: I Speak Because I Can. Es fällt schnell auf, dass es um einiges weniger poppig ausfällt, als der Vorgänger: die Melodien noch ausgefeilter, mehr Höhepunkten entgegenstrebend, kraftvoller, gereift. Obwohl Laura Marling gerade einmal 20 Jahre alt ist, klingen ihre Songs, als hätte sie seit Jahrzehnten nichts anderes gemacht. Doch in ihnen allen schwebt eine Lebendigkeit, ein Selbstbewusstsein, das zeigt: man ist sich darüber genau im Klaren, was man kann. Nichts Geringeres ist also auf den neuen Tonträger gebannt worden. Ein Album, das in vielen Facetten glänzt, zu verzaubern weiß und gleichzeitig zum nachdenken und zum mitsummen anregt. Einen einzigen Makel gibt es aber leider doch: nach gerade einmal 37 Minuten ist schon wieder alles - viel zu schnell - vorbei. Von mir gibts 7,5 Sterne.

Bis das Album am 26. März bei uns in die Läden kommt, gibt es das Video zu Devil's Spoke als Überbrückung:
Laura Marling - Devil's Spoke

Laura Marling | MySpace Music Videos

Montag, 8. März 2010

#53 Neu auf den Ohren: Tom McRae - The Alphabet Of Hurricanes

Eine Geduldsprobe für alle Fans von TomMcrae: nachdem er 3 Jahre hart an seinem fünften Studioalbum gearbeitet hatte, musste die Veröffentlichung um einige Monate verschoben werden. Man hatte glücklicherweise eine Plattenfirma gefunden, die das Album angemessen vermarkten und somit unterstützen konnte. Dafür wurde die Veröffentlichung verschoben, bereits fest geplante Konzerte wurden abgesagt. Nun ist The Alphabet Of Hurricanes aber endlich da. Das, was Tom McRae uns mit seinem neuen Werk vorsetzt, ist Singer/Songwriterkunst von höchster Güte. Neben seinem langjährigen Begleiter, dem Cellisten Oliver Kraus, versammelte er eine illustre Schar von Musikern um sich, die dem Album durchaus experimentierfreudig eine ungeahnte Frische und Diversität verschaffen. So gibt es kleinere Klezmeranleihen, Chöre, sogar eine Harfe, die zusammen einen sehr warmen und stimmigen Sound schaffen.  Es wäre aber kein McRae’sches Album, wenn es nicht die typischen Texte gäbe, herzzerreißend gefüllt mit Selbstzweifeln, vorgetragen mit seiner unverkennbaren, gleichzeitig schneidenden und sensiblen Stimme. Falls ihr jetzt aber glaubt, dies wäre mal wieder eines der Alben, die voll sind mit Gejammer und platten dieWeltistsoschlechtzumirKlischees, dann kann ich versichern, dass dem nicht so ist. Es ist ein Vergnügen, das Album in all seinen Bestandteilen zu erkunden und sich mitreißen zu lassen. So möchte ich euch abschließend die Single Please ans Herz legen und gebe „unserem“ Tom 7 Sterne.

Hier also noch das (sehr lustige) Video zu Please und (wie immer) Myspace.

Freitag, 26. Februar 2010

#52 Neu auf den Ohren: Joanna Newsom

Dies wird die kürzeste und vielleicht deutlichste Rezension die ich je schreiben werde. Zu Have One on Me, dem neuen Album von Joanna Newsom,  kann man vieles sagen, oder eben gar nichts, so ungreifbar, so schwierig ist es das Dreieralbum in Worte zu fassen. Nur so viel: Es ist an Virtuosität, Ideen- und Abwechslungsreichtum und Brillanz wohl kaum zu übertreffen.

Daher: Danke, Joanna für eines der besten Alben die je erschienen sind. Wer mehr wissen möchte, was niemandem zu verübeln wäre, dem rate ich es zu hören und dann nochmal zu hören und nochmal.

Zehn von Zehn Sternen und wenn es mehr gäbe hätte dieses Album sie verdient.

Montag, 1. Februar 2010

#51 Neu auf den Ohren: Woodpigeon - Die Stadtmuzikanten

“I’ve spent too much time on my own, i just want to die...” Nein, dies stammt nicht aus einem düsteren Grunge-Album aus den 90ern, sondern vom neuen Werk „Die Stadtmuzikanten“ meines kanadischen Lieblingsensembles Woodpigeon. Mark Hamilton, Songwriter, Stimme und Seele der Band schafft es, mal traurige, sehnsuchtsvolle und wehmütige Texte, dann aber auch einfache Wortspiele oder alltägliche Beobachtungen in außergewöhnlich schöne Melodien zu verpacken, die über lange Zeit nicht mehr los lassen. Unter Einsatz einer Vielzahl an Instrumenten und dem in dieser Sparte praktisch obligatorischen Glockenspiel entfalten die Songs ihren Zauber, mal kindlich unschuldig, dann geradezu schunkelig, dann wieder sehr ernsthaft. Was ihnen allen zugrunde liegt sind eingängige Refrains, jedoch ohne diese einfach langweilig herunterzuspielen. Man traut sich auch, das Tempo zu erhöhen, den Rhythmus zu ändern oder plötzlich innezuhalten. Mit ihrem dritten Vollwerk ist Woodpigeon ein ganz wunderbares Folk/Pop Album gelungen, manchmal scheint es geradezu, als müsse man es beschützen, so aufrichtig und ehrlich schön scheint es. Hinzu kommt noch, dass man äußerst viel Musik für sein Geld bekommt: Auf der regulären CD sind 16 Titel, beim Kauf der Special Edition mit Bonus EP sind es noch mal 12 (nicht minder wertvolle) mehr. Wer im letzten Jahr The Leisure Society mochte, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.
Zu beziehen ist das ganze (meines Wissens nach) noch nicht in Deutschland, es gibt das Album aber ziemlich günstig hier. Hier gibt es das ganze Album als Stream zum Probehören - mein Anspieltipp ist Nr. 2: Woodpigeon Vs. Eagleowl.

Meine Endwertung ist daher 8 von 10 Sternen.

Mittwoch, 20. Januar 2010

#50 Neu auf den Ohren: First Aid Kit - The Big Black and the Blue

Das neue Jahr startet hier zugegebenermaßen verspätet, aber dafür mit einem musikalischen Goldstück. First Aid Kit, ein schwedisches Schwesternduo veröffentlichen dieser Tage ihr erstes Album "The Big Black and the Blue" und wissen zu überzeugen.

Gerade 16 und 19 sind Klara und Johanna Soderberg, seit 2007 machen sie zusammen Musik. Vielleicht liegt es am Schwesterndasein und der daraus resultierenden Verbundenheit, dass ihre Stimmen schon jetzt nicht nur einzeln ganz wunderbar sind, sonder auch perfekt harmonieren.

Auf ihrem ersten Album sind elf nicht nur harmonische, sondern auch melodiöse, fesselnde und lebensbejahende Titel zu finden. so wird auf "Hard Believer" auf voller Kehle gesungen "and it's one life and it's this life and it's beautiful". Das allgemein anerkannte depressiv sein in der Musikbranche wird endlich einmal durchbrochen.

Wer glaubt das junge Alter würde der Songschreiber und Stimmqualität abträglich sein und First Aid Kit wären ein weiteres süßliches Frauenduo, der irrt gewaltig, so erwachsen wirken die Stimmen und Titel der jungen Schwedinnen.

"The Big Black and the Blue" ist ein rundum gelungenes, einmalig schönes Album, das schon jetzt die Latte für die Folkalben dieses Jahres sehr hoch legt und, so kann man jetzt schon bedenkenlos sagen, mit Sicherheit Anwärter auf eins der schönsten Alben 2010 ist. Viel mehr gibt es nciht zu sagen, außer; unbedingt hören!

Dafür gibt es 9 von 10 sehr verdienten Sternen

Sonntag, 13. Dezember 2009

#49 Neu auf den Ohren: Minor Majority - Either Way I Think You Know

Das neuste Album Either Way i Think You Know der norwegischen Herrenband Minor Majority erschien bereits im Oktober in den nordischen Ländern. Eine wirkliche Erklärung warum das Werk erst ab Ende Januar in Deutschland und anderen Länder zu haben sein wird gibt es wohl nicht. Die Freude das Album aber endlich hören zu können ist natürlich groß.

Ich nehme gleich vorweg: das Album ist zwar gut, kommt aber bei weitem nicht an Vorgänger wie Walking Home from Nicole S heran. Aber an was liegt das?

Zuersteinmal: Minor Majority sind bekannt für wunderbare Melodien, die sanfte Stimme des Sängers Pal Angelskar und vor allem sind ihrer Titel schlicht gehalten, so dass Text und Gesang immer im Mittelpunkt stehen. Doch gerade da hakt es bei Either Way I Think you Know. Alles ist irgendwie voller, produzierter. Die geniale Einfachheit der Vorgänger ging irgendwo im Studio verloren. Auch die Texte scheinen irgendwie stupider, wiederholender. Da vermisst man doch grandiose Zeilen wie: "the atlantic sea may be a killer of dreams if what you want is a swimming pool".

Trotzdem kann man das neuste Werk der Norweger nicht als schlecht bezeichnen. Es ist nach wie vor bodenständig, auch wenn die Prioritäten verlagert wurden. So hört man z.B. kaum noch auf den Text wegen der Instrumentenübermacht, die auch durch Streicher und mehr ergänzt wurde. Trotzdem finden sich Titel sie wunderbarer kaum sein könnten, so zum Beispiel "Dance".

Daher: Anhören lohnt sich trotz allem, auch wenn es nicht ebenbürtig zu seinen Vorgängern ist.

Es gibt sechs von zehn Sternen

Samstag, 7. November 2009

#48 Neu auf den Ohren: Tori Amos - Midwinter Graces

Die Wintertrilogie findet ihr Ende und zwar mit Tori Amos' nächste Woche erscheinendem Album "Midwinter Graces".

Lesern dieses Blogs könnte schon aufgefallen sein, dass hier eine große Tori-philie herrscht, auch wenn das Verhältnis von uns zu Tori in den letzten Jahren oft ein von Krisen geprägtes war. Nach dem Bekanntwerden der Veröffentlichung eines Weihnachtsalbums herrschte große Skepsis und fragende Blicke. So kann das etwas zerrüttete Verhältnis wohl nicht gekittet werden, wurde da gedacht. Oder etwa doch?

Obwohl Tori Amos zur genüge betont (genauer gesagt in jedem Interview), dass sie die Tochter eines Pfarrer ist, schien eine Weihnachts CD so gut zu ihr zu passen wie Sahne mit Gurke. Klar, aus genanntem Anlass gab es schon immer eine starke Verbindung zwischen Tori und Religion, doch meist äußerte sie sich darüber eher negativ. Als dann noch das sehr pathetische Cover veröffentlicht wurde war für mich schon fast jede Hoffnung verloren.

Doch nun zu "Midwinter Graces". Zuerst fällt positiv auf, dass es sich um eine CD mit einer normalen Titelanzahl handelt. Aha, das ist also auch bei der in Cornwall lebenden Musikerin noch möglich. Bei den ersten zögerlichen Hörversuchen wurde schnell klar, dass es sich um ein sehr stimmungsvolles, wenn auch nicht unbedingt typisches Weihnachtsalbum handelt. Mit Tori-typischen Arrangements, stimmlichen Feinheiten und natürlich dem Piano besticht dieses Album und zwingt fast zu einem nochmaligen Abspielen. Absolut positiv muss gesagt werden, dass typische Weihnachtslieder (Jingle Bells und Konsorten) ausgespart wurden. Zusammen mit klassischen Weihnachtsliedern gesellen sich eigene Kompositionen.

Auch hier holt sie sich wie üblich Unterstützung von ihrem Ehemann Marc Hawley, Matt Chamberlain, Jon Evans und Mac Aladdin. Außerdem wird sie von einer Big Band (hier wohl der sehr jazzige Titel "Pink and Glitter" zu erwähnen) und einem Orchester. Besonders muss noch auf die stimmliche Unterstützung ihrer Tochter Tash ("Holly, Ivy and Rose") und ihrer Nichte ("Candle: Coventry Carol") hingewiesen werden. Trotz Primborium klingen die meisten der Lieder nicht überproduziert, wenn natürlich aber weihnachtlich.

Obwohl mir nicht klar ist, warum Tori Amos sich nun entschlossen hat ein Weihnachtsalbum aufzunehmen und zu veröffentlichen, so bin ich doch angetan. Besonders erwähnenswert ist einer der selbstgeschriebenen Titel: "Winter's Carol". Obwohl ein Weihnachtslied ist es einer der gelungensten Titel der letzten Jahre. Die Arrangements sind schlicht genial und stimmlich bleiben keine Wünsche offen. Zu erwähnen ist außerdem das Cembalo, dasss bei "What Child, Nowell" ein Comeback feiert (endlich). Fast wie zu "Boys for Pele" Zeiten...

So verbleibe ich nicht mit meinen eigenen Worten, sondern denen eines Kommentars bei last.fm der mich zum Schmunzeln brachte, dem ich aber weitestgehend zustimme: "erm...WTF !? this is so WRONG Tori, we wanted u to fuk it up so we could LAUGH at you...then you went ahead and totally delivered the best christmas album ever, WTF ? thank you babe...thank you."

So, es gibt überraschend gute Vier von Fünf (imaginären aber sehr weihnachtlichen) Sternen


Sonntag, 1. November 2009

#47 Neu auf den Ohren: Sting - If on a Winter's Night

Wie versprochen geht es weiter mit den winterlichen Veröffentlichungen, auch wenn Stings "If on a Winter's Night" deutlich erfreulicher ausfällt als Bob Dylans musikalischer Erguss zur kalten Jahreszeit.

Sting scheint sich auch mit dem kürzlich erschienenen Album treu bleiben zu können. So zeigte er schon mit "Songs from the Labyrinth" das er sich für klassische englische Musik interessiert. Auch auf "If on a Winter's Night" zeigt er wieder seine Vorliebe für die Musik der Inseln, wenn auch mit winterlichem / weihnachtlichem Bezug und einer zeitlichen Verteilung der Titel über die verschiedenen Jahrhunderte. 

Zusammen mit  zwei eigenen Songs "Lullaby For An Anxious Child" und "Hounds Of Winter" finden sich zwei Titel des englischen Barock-Komponisten Henry Purcell, genauso wie eine eigene Übersetzung von Schuberts "Leierkastenmann" und natürlich vieles mehr. 

Um das winterliche Gefühl der britischen Inseln wirklich rüberbringen zu können, wird in manchen Titeln fröhlich gefidelt (sehr zu empfehlen: "Soul Cake") andere sind klassisch interpretiert usw. So zeigt uns der ehemalige Police Frontmann eine Bandbreite winterlicher Lieder, ohne sich jedoch zu den typischen Weihnachtsliedern hinreißen zu lassen.

Sting selbst beschreibt, dass sein Album das Doppelschneidige an Weihanchten zeigen soll: "I think the winter has this almost gravitational pull to someplace warm, cozy -- like home or the church, but for people who can't make it home or have no home to go to, it's "the worst time of year. I think the album wants to balance those two things." Umso verständlicher, dass sich fröhliches und traurig-schauriges abwechseln. 

Um es kurz zu machen: ein wirklich stimmungsvolles Winteralbum. Wem "Songs from the Labyrinth" gefallen hat und sich gern von Stings weicher und warmer Stimme einlullen lassen will, der wird, denke ich, an "If on a Winter's Night" auch seine Freude haben.

Daher:

Vier von Fünf (imaginären) Sternen



Dienstag, 27. Oktober 2009

#46 Neu auf den Ohren: Bob Dylan - Christmas in the Heart

Ja, ich denke Bob Dylan ist eine Legende, ein grandioser Musiker und Texter und doch: "Christmas In The Heart" ist die reinste Katastrophe.

Wie schon angekündigt kommen nun einige von mir gehörte Weihnachtsalben. Als ich hörte, dass sich dieses Jahr Bob Dylan zur Riege der geltungsbedürftigen, aus Weihnachten profitschlagenden Künstlern gehört, musste ich mich schon sehr wundern. 

Da ich Bob Dylan eben für ein Genie halte, habe ich mir dann auch dessen Weihnachtsalbum angehört. Auch wenn schon im Vorfeld die Trackliste bei mir für Verwunderung sorgte, da es sich allesamt um sehr bekannte, typisch amerikanische Weihnachtslieder handelte, an die sich Herr Dylan da ranwagte. Und sowas geht ja meistens schief.

Doch zuerst zum positiven: Das Cover, sehr "vintage", ist wenigstens recht schön. Schon bei den ersten Klängen wird mir dann klar, dass Bob Dylan wirklich und ernsthaft versuchte, ein sehr klassische Weihnachtsalbum zu schaffen, so fühlte ich mich sofort, dank Backroundsängerinnen und Instrumentierung, an die 50er Jahre erinnert. Doch das Problem ist einfach: Bob Dylan hat für ein Weihnachtsalbum im Stil der 50er Jahre schlicht die falsche Stimme. So krächtst er auch hier in typischer Dylan Manier, doch in diesem Fall wirk dies einfach nur lächerlich. So verwundert es nicht, dass ich bei den ersten Liedern vor mich hinlachte, so sehr erinnerte mich das Gehörte an eine Persiflage eben dieser klassischen Weihnachtslieder, doch so soll es wohl nicht gemeint sein. So ist fraglich, was der Musiker mit diesem Album bezwecken wollte, denn Geld hat er wohl genug. Vielleicht kann man es der Einfachheit halber einfach auf sein Alter schieben um nicht den musikalischen Respekt vor ihm zu verlieren.

Für dieses wirklich miese Album:

Einen von Fünf (imaginären) Sternen (und den einen gibts auch nur weils zum Lachen verleitet und weil die Erlöse gespendet werden).

 

Samstag, 24. Oktober 2009

#45 Neu auf den Ohren: Mumford & Sons - Sigh No More

Bevor ich mich in den nächsten Wochen ausführlich über Winterliche- bzw. Weihnachtsveröffentlichungen auslassen werde, stelle ich euch nun aber noch einen heißen Anwärter aud die CD des Jahres vor: Mumford & Sons mit ihrer Debutplatte "Sigh No More".

Die EP liess schon im Vorfeld hoffen, doch diese Hoffnung haben die vier Herren aus London weit übertroffen. Okay, da sie aus dem musikalischen Umfeld von Laura Marling oder Noah and the Whale kommen, ist dies vielleicht für einige keine größere Überraschung, doch wer hätte gedacht, dass sie ihre musikalischen Kollegen sogar übertreffen?

Mit einer Mischung aus Bluegrass, Alternative und Folk zeigen sie nun was sie können. Das heißt im Klartext: viel Gitarre und Banjo, Kontrabass und Quetsche. Vereinzelt findet man dann auch noch weitere Streicher, Klavier, Trompeten u.ä. 

Althergebrachtes lassen Mumford & Sons mit ihrer Instrumentierung wiederaufleben, selten hört man heute so viel Banjo auf einer neuen CD. Trotzdem führen sie es in die heutige Zeit, drücken ihrer Musik einen ganz eigenen Stempel auf: Wiedererkennungwert = 100%

Die zwölf Titel des Albums glänzen durch eine Verschiedenheit, jedes steht für sich und ist gleich wichtig. Schnell merkt man aber doch, dass trotzdem alles zusammenhängt, dass es sich lohnt alles in einem Lauf zu hören, dass es bei jedem Hören wächst. Gemeinsam haben alle Titel eins: sie sind stark melodiös, und hier ist es egal ob es eine schnelles oder langsames Lied ist, ob es um Liebe oder Schmerz geht... Außerdem wird alles zusammengehalten durch die raue und doch eingängige Stimme von Marcus Mumford, zu der mir kein geeigneter Vergleich einfällt (Jan Wigger schreibt auf spiegelonline zwar, dass er sich nach Michael Stipe anhört, das finde ich aber in keinem Fall). 

"Sigh no More" hat etwas Erhabenes, etwas Perfektes da alles passt, da es rein gar nichts auszusetzen gibt. Ein Album zum mitreißen lassen.  Die erste Single "Little Lion Man" reißt mit und doch, müsste ich eine Favoriten wählen, dann wäre es das einfach perfekte "White Blank Page"

Für ein perfektes Album (ja, das gibt es) gibt es natürlich

Fünf von Fünf (imaginären) Sternen



Samstag, 17. Oktober 2009

#44 Neu auf den Ohren: Rykarda Parasol - For Blood And Wine

Für alle, die keine Lust haben, sich in der kalten Jahreszeit gemütlich auf dem Sofa zu aalen: wie wäre es mit einer Dosis selbstauferlegter Gänsehaut? Da wüsste ich jemanden: Rykarda Parasol. Die Frau heißt wirklich so, und genau so exotisch wie ihr Name ist auch die Musik auf ihrem zweiten Vollwerk. Die Stimme - meist sehr tief, mal brüchig, meist aber selbstbewusst, geradezu breitbeinig daherstampfend, erinnert oft an Patti Smith oder PJ Harvey. Die Musik von einer Düsternis, die einen Nick Cave neidisch machen könnte, handelt hauptsächlich von Verlust und Tod. Nein, fröhlich oder leicht verdaulich ist die Musik von Rykarda Parasol, die sie selbst als „Rock Noir“ bezeichnet, gewiss nicht. Im Opener „The Road Is Long“ bereitet sie uns vor:

The road is long with treachery
It winds just like a drunken snake
I walk the rue without care of bother
Though behind every bend I know
Evil follows me down

Inmitten all der Hoffnungslosigkeit, Bitterkeit, Zerissenheit, kurz: dem Unheil, schafft es die zierliche Blondine aus San Francisco noch, ihre Gefühle in wundervolle, teilweise melancholisch schwermütige, teils rumpelnde Melodien einzubetten, denen man spätestens nach dem zweiten Hören völlig erliegt. 16 verstörend und gleichzeitig fesselnde Stücke sind auf „For Blood And Wine“ vereint, das am 20. Oktober erscheinen wird. Für alle Fans des Folk (oder Rock) Noir, die auch gerne Woven Hand, Marissa Nadler, Emily Jane White, PJ Harvey usw. hören, ist dieses Album auf jeden Fall einen Versuch wert. Von mir gibt’s dafür 4 Sterne.
Hier die Website (die sich auf jeden Fall allein der eingestellten Texte wegen lohnt) und natürlich Myspace.


Donnerstag, 15. Oktober 2009

#43 Neu auf den Ohren: Josephine Foster - Graphic as a Star

Vertonte Emily Dickinson Gedichte kennt man vielleicht schon von Natalie Merchant oder Carla Bruni oder, oder...doch Josephine Foster treibt dies mit ihrem neuen Album "Graphic As A Star" auf die Spitze. Ganze 27 Titel (gut, kurze Titel, aber immerhin) die allesamt von den Werken der Dichterin inspiriert sind.

Das Album entstand in einem abgelegenen Dorf irgendwo in Spanien. Eindrucksvoll hört man die Ruhe und Abgeschiedenheit in jedem der Titel des Albums. Man sieht die Sängerin aus Colorado schon fast vor sich, wie sie mit Gedichtbänden und ihrer Gitarre auf einer sonnenbeschienen Terrasse sitzt, so heimelig hört sich das alles an.

Trotzdem hat sich Josephine Foster hier natürlich eine schwere Aufgabe gestellt. Emily Dickinsons schwermütige, intensive Gedicht zu vertonen ist kaum möglich. Durch klare Reduktion auf das Wesentliche gelingt es ihr aber doch. So dominiert die Stimme, teilweise a capella, teilweise mit sanfter Gitarre untermalt, dann noch selten etwas Mundharmonika und fertig. So entstand ein extrem ruhiges, getragenes Album in dessen Mittelpunkt natürlich die Sprache Emily Dickinsons steht, aber auch Josephine Fosters schwingende Stimme, die sich wohl am ehesten in die Richtung der von Joni Mitchells einordnen ließe.

"Graphic As A Star" ist sicherlich kein Album für jedermann, zu speziell das Thema und die Stimme der Sängerin. Doch wenn es gelingt sich dafür zu begeistern, dann kann man schöne Stunden mit dem Hören des Werkes verbringen. Passend zur Jahreszeit ist es allemal.

Dreikommafünf von Fünf Sternen

Donnerstag, 8. Oktober 2009

#42 Neu auf den Ohren: David Gray - Draw The Line

Schwarztee mit Milch. Die Assoziation taucht plötzlich und unauslöschlich vor meinem inneren Auge auf, während ich mir das neue Album von David Gray anhöre. Liegt es womöglich daran, dass der Mensch nun, zu Beginn der kalten Jahreszeit, unweigerlich etwas mehr Wärme braucht? Ist es das Bittersüße, welches beide verbindet? Das Zeitlose? Auf jeden Fall durchströmt mich ein wohliges Gefühl, schon bei den ersten Schlucken – Pardon – Minuten, in denen ich mich dem bereits 8. Studioalbum von David Gray widme. Was ich erwartet hatte? Nach den meiner Ansicht nach etwas zu lasch geratenen beiden Vorgängern hoffte ich nicht unbedingt auf den großen Wurf. Zunehmender Bekanntheitsgrad (unter anderem) über diverse Beiträge auf Soundtracks brachten eine unweigerliche Kommerzialisierung mit sich und drohten, die Intimität, die David Gray zwischen sich und seinen Hörern aufgebaut hatte, zunichte zu machen. Doch da gibt es eine Konstante: diese Stimme, die aus Hunderten herausstechen würde, die gleichzeitig Verletzlichkeit und Stärke ausdrückt. Von dieser lebt nun auch Draw The Line, doch dieses Mal balanciert der Brite geübter zwischen den Welten aus Kunst und Konsum. Bestes Beispiel: für "Full Steam" holt er sich als Duettpartnerin das Pop-Urgestein Annie Lennox ins Boot, für "Kathleen" die eher unbekannte (aber wunderbare) Folksängerin Jolie Holland. So vereinen sich auf Draw The Line eingängige, aber nicht minder anspruchsvolle Titel, mit denen David Gray bestätigt, dass er einer der besten Singer/Songwriter der Gegenwart ist. Neugierigen, Suchenden, und auch Zweiflern möchte ich mit allem Nachdruck empfehlen, dem Werk einige Aufmerksamkeit zu schenken, die sich gewiss lohnen wird. Als Anspieltipps fällt meine Wahl auf das Titelstück "Draw The Line", "Kathleen" (zum Glück hatte die erste Wahl Dolly Parton keine Zeit!) und "Jackdaw".
Vielmehr gibt es eigentlich nicht zu sagen – eine persönliche Sache vielleicht noch: als ich im zarten Alter von 14 Jahren zum Schüleraustausch in England weilte, hörte ich zum ersten die Musik von David Gray. Und ich trank zum ersten Mal richtigen Schwarztee mit Milch. So schließt sich dann doch noch der Kreis…
Es fehlt noch zu sagen: 5 Sterne, natürlich!

Hier noch, wie gewohnt Myspace.
Und ein hochoffizielles Video.


Sonntag, 27. September 2009

#40 Neu auf den Ohren: Noah and the Whale - The First Days of Spring

Ganz selten gelingt es einer Band, sich mit dem zweiten Album neu zu erfinden, eine neue Richtung einzuschlagen, ohne dabei grausam unterzugehen.

Der britischen Band Noah and the Whale ist aber genau dies gelungen. Während ihr Debutalbum "Peaceful the World lays me Down" richig schönen Indiefolk/-pop darbot, und vor allem auch durch "Gute-Laune-Songs" wie "2 Atoms in a Molecule" glänzte, ist "The First Days of Spring" ein ruhiges, melancholisches Album, bei dem es vor allem um gebrochene Herzen, um Leben die sich verändern, um Trauer geht. Liebeskummer vom feinsten also. Doch wer nun klischeemäßig an schnulzige, schleimige Balladen denkt, liegt falsch.

Denn neben der vielen Trauer einer gescheiterten Beziehung bietet das Album wesentlich mehr, nämlich die Botschaft, dass alles irgendwann wieder besser wird und zwar immer. So wird in vielen der Titeln der Abschied, das Ende einer Liebe beschrieben, mit Sätzen wie: "I'll be lonely, Oh i'll be lonely - again". Diese Art der Texte könnte man zur Genüge zitieren, hier wird Trauer richitggehend zelebriert. Aber zu Beachten ist, wie das Album endet, nämlich mit dem Titel "My door is always open", der, genau wie die erste Single "Blue Skies", an das Weitermachen appeliert.

Musikalisch ist das Album sehr zurückhaltend. So wird zur Akustikgitarre gesungen ohne viel tamtam. Auch das Klavier hat einen festen Platz auf dem neuen Werk, neben den typischen Instrumenten natürlich. So wird die durchgehend mlancholische Stimmung bestens untermalt. Doch wenn man glaubt das Album langsam zu durchschauen, dann taucht plötzlich feinste Klassik auf, so in "Instrumental I". Und weil das noch nicht genug ist wird auch noch ein Chor aufgefahren. Doch auch hier gelingt es der Band, nicht ins kitschig-klischeehafte abzurutschen und das ist nun wirklich eine Leistung. Und wer jetzt denkt, auf dem Album wären ausschließlich ruhige, traurige Nummern, der wird mit "Love of an Orchestra" vom Gegenteil überzeugt.

Getragen wird "The First Days of Spring" aber von einer ganz bestimmten Stimme und zwar der von Charlie Fink. Endlich mal wieder eine Stimme mit Wiedererkennungswert. Und dann noch dieser Akzent...da muss man nicht mehr viel sagen außer:

Vier von Fünf (imaginären) Sternen


Freitag, 25. September 2009

#39 Neu auf den Ohren: Dawn Landes - Sweet Heart Rodeo

Obwohl bisher meist wirklich viel versprechende Musik von Dawn Landes veröffentlicht wurde, ist dies bei ihrem neuen Album Sweet Heart Rodeo nicht der Fall. Mit "Young Girl" beginnt es eigentlich noch recht flott. Dann wird es bei "Romeo" schon etwas lahm. "Money In The Bank" ist ein richtiger Lichtblick und ließ mich doch noch auf Gutes hoffen. Doch mit Fortschreiten des Albums wird jegliche Hoffnung zerstört. Die folgenden Titel könnten nicht beiläufiger und langweiliger klingen. "Clown" zum Beispiel ist ein absoluter Tiefpunkt. Gerade zu Zeiten, in denen es relativ einfach ist, viele gute Singer/Songwriter im Internet zu entdecken, sehe ich keinen Grund, sich noch länger mit diesem öden und uninspirierten Album näher zu beschäftigen. Deshalb eineinhalb Sterne und vielleicht lieber das 2006er Werk Fireproof auflegen, das hatte noch Biss. Sweet Heart Rodeo dagegen leider nicht.
Ach ja, hier noch Myspace

Mittwoch, 23. September 2009

#38 Neu auf den Ohren: Alela Diane feat. Alina Hardin - Alela & Alina

Nach dem in diesem Jahr erschienenen Album "To Be Still" überrascht uns Alela Diane nun mit einer EP, die sie zusammen mit ihrer Musikerfreundin Alina Hardin aufgenommen hat.

Wer die beiden live erleben durfte, weiß, wie harmonisch die Stimmen der beiden Frauen aus Nevada passen, wie schön sie zusammen klingen. Auf der EP, die einfach "Alela & Alina" heißt, zeigen die Beiden ebendies.

Die beiden traditionellen Lieder "Matty Groves" (könnte man schon von Fairport Convention oder Joan Baez kennen) und "Bowling Green" (ursprünglich von den Everly Brothers, aber wohl bekannter von Neko Case oder Devon Sproule), teilen sich den Platz nicht nur mit dem Townes van Zandt Cover "Rake", sondern auch mit drei niegelnagelneuen Titeln "Amidst The Movement", "Crying Wolf" und "I Have Returned".

Was soll man sagen, Alela bleibt sich auf dieser EP treu. Die Klänge und Texte sind schön wie eh und je. Ms Diane und auch Ms Hardin (die soweit ich das überblicken kann "Crying Wolf" geschrieben hat)  enttäuschen auch diesmal nicht. Eine wunderbare, wenn auch eher stille, EP die einen da erwartet. 

Zu erwerben gibts das unbedingt empfehlenswerte Stück ab dem 06.10. aber "nur" als Vinyl oder Download. Also bitte: Plattenspieler raus und auflegen.

Vier von Fünf (imaginären) Sternen


Matty Groves!

Dienstag, 25. August 2009

#37 Neu auf den Ohren: Dolores O'Riordan - No Baggage

Wer erinnert sich nicht an die gloriosen Zeiten der Cranberries. Natürlich an "Zombie" aber auch an starke, wunderschöne Titel wie etwa "Empty"

Neu auf den Ohren gibt es jetzt das zweite Studioalbum der ehemaligen Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan "No Baggage".

Wie gerne würde ich nun schreiben, das O'Riordans stimmliche Stärke und Besonderheiten dieses Album zu etwas wunderbarem machen, dass sie solo an die Cranberries Zeiten anknüpfen kann, oder zumindest an ihr erstes Soloalbum. Doch leider ist das genaue Gegenteil der Fall. 

"No Baggage" ist ein überproduziertes, schludriges Popalbum geworden. O'Riordans Stimme, das Erkennungsmerkmal schlechthin, ist absolut in den Hintergrund gerückt und wirkt so unscheinbar wie sie nur wirken kann. Auch Instrumental ist das Album überladen, so wird alles in Grund und Boden gespielt. Eine feine Instrumentenauswahl scheint nicht stattgefunden zu haben, daher wirkt alles gleichförmig und langweilig. Der reinste Einheitsbrei. Ums deutlich zu sagen: Viel zu viel "Baggage" hat sich Frau O'Riordan da aufgeladen. 

Kurz gesagt: dieses Album fügt sich wunderbar in die unscheinbare Musik schlechter Radiosender ein, taugt auch sicher als Hintergrundmusik in Cafés oder zum Bügeln, ernsthaft als gut kann man es aber nicht bezeichnen. Genauer gesagt findet sich nicht ein einziger Lichtblick, kein einziger Titel lässt aufhorchen.

Daher:

Nullkommafünf von Fünf (imaginären) Sternen






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