Dienstag, 30. März 2010

#55 Neu auf den Ohren: Erland & The Carnival - Erland & The Carnival

Und noch mehr tolle Musik aus London. Von den Orkneys stammender Folk-Musiker Erland Cooper plus Simon Tong, ex The Verve, Blur, The Good, The Bad & The Queen, plus Schlagzeuger David Nock ergibt: Erland & The Carnival. Heraus kommt ein Sound, der von jedem seiner Bandmitglieder deutlich geprägt ist, den ich mal grob als psychedelischen Folk-Rock bezeichnen möchte. Hinter der Zuordnung verbirgt sich aber eine solche Fülle an Ideen und Stilrichtungen, dass mir zu Ende des Albums beinahe der Kopf qualmt. Mal fühlt man sich an Country-Rock à la Sixteen Horsepower erinnert, dann glaubt man traditionelle Folk Songs wie aus den späten 60ern von Fairport Convention zu hören, dann wird plötzlich ein Bogen über Garage Rock zu Pop geschlagen. Alles zusammen fügt sich auf dem Album extrem gut zusammen, die Melodien sind griffig und nicht selten fange ich an, übermütig mitzuwippen. Als ich sagte, 2009 wäre ein tolles Jahr für neue Musik gewesen, hatte ich noch keine Ahnung, wie gut es in 2010 weiter gehen würde. Das Debüt von Erland & The Carnival ist ein weiterer Beweis.

Da ich von diesem Album seit einigen Wochen praktisch nicht genug bekommen kann, gibt es 8 Sterne.

Hier E&TC auf Myspace und eine sehr coole Version meines Lieblingstitels "My Name Is Carnival", live gespielt in einer Kirche. Mann, da wäre ich gern dabei gewesen.
Nachtrag: Heee, heute sogar als eine der CD's der Woche bei Spiegel Online! Mist. Aber ich kannte sie schon viel früher! ;o)

Mittwoch, 17. März 2010

#54 Neu auf den Ohren: Laura Marling - I Speak Because I Can

Laura Marling ist ja nun mittlerweile ein kleiner Star am Folkhimmel. Bereits seit ihrer Jugend schon sehr umtriebig in der Londoner Folkszene (unter anderem in bester Gesellschaft von Bands wie Noah And The Whale, Mystery Jets, Mumford & Sons etc.) kommt nun ziemlich genau zwei Jahre nach der Veröffentlichung des von Kritikern hoch gelobten Albums Alas I Cannot Swim nun der Nachfolger: I Speak Because I Can. Es fällt schnell auf, dass es um einiges weniger poppig ausfällt, als der Vorgänger: die Melodien noch ausgefeilter, mehr Höhepunkten entgegenstrebend, kraftvoller, gereift. Obwohl Laura Marling gerade einmal 20 Jahre alt ist, klingen ihre Songs, als hätte sie seit Jahrzehnten nichts anderes gemacht. Doch in ihnen allen schwebt eine Lebendigkeit, ein Selbstbewusstsein, das zeigt: man ist sich darüber genau im Klaren, was man kann. Nichts Geringeres ist also auf den neuen Tonträger gebannt worden. Ein Album, das in vielen Facetten glänzt, zu verzaubern weiß und gleichzeitig zum nachdenken und zum mitsummen anregt. Einen einzigen Makel gibt es aber leider doch: nach gerade einmal 37 Minuten ist schon wieder alles - viel zu schnell - vorbei. Von mir gibts 7,5 Sterne.

Bis das Album am 26. März bei uns in die Läden kommt, gibt es das Video zu Devil's Spoke als Überbrückung:
Laura Marling - Devil's Spoke

Laura Marling | MySpace Music Videos

Montag, 8. März 2010

#53 Neu auf den Ohren: Tom McRae - The Alphabet Of Hurricanes

Eine Geduldsprobe für alle Fans von TomMcrae: nachdem er 3 Jahre hart an seinem fünften Studioalbum gearbeitet hatte, musste die Veröffentlichung um einige Monate verschoben werden. Man hatte glücklicherweise eine Plattenfirma gefunden, die das Album angemessen vermarkten und somit unterstützen konnte. Dafür wurde die Veröffentlichung verschoben, bereits fest geplante Konzerte wurden abgesagt. Nun ist The Alphabet Of Hurricanes aber endlich da. Das, was Tom McRae uns mit seinem neuen Werk vorsetzt, ist Singer/Songwriterkunst von höchster Güte. Neben seinem langjährigen Begleiter, dem Cellisten Oliver Kraus, versammelte er eine illustre Schar von Musikern um sich, die dem Album durchaus experimentierfreudig eine ungeahnte Frische und Diversität verschaffen. So gibt es kleinere Klezmeranleihen, Chöre, sogar eine Harfe, die zusammen einen sehr warmen und stimmigen Sound schaffen.  Es wäre aber kein McRae’sches Album, wenn es nicht die typischen Texte gäbe, herzzerreißend gefüllt mit Selbstzweifeln, vorgetragen mit seiner unverkennbaren, gleichzeitig schneidenden und sensiblen Stimme. Falls ihr jetzt aber glaubt, dies wäre mal wieder eines der Alben, die voll sind mit Gejammer und platten dieWeltistsoschlechtzumirKlischees, dann kann ich versichern, dass dem nicht so ist. Es ist ein Vergnügen, das Album in all seinen Bestandteilen zu erkunden und sich mitreißen zu lassen. So möchte ich euch abschließend die Single Please ans Herz legen und gebe „unserem“ Tom 7 Sterne.

Hier also noch das (sehr lustige) Video zu Please und (wie immer) Myspace.






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