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Mittwoch, 23. September 2009

#38 Neu auf den Ohren: Alela Diane feat. Alina Hardin - Alela & Alina

Nach dem in diesem Jahr erschienenen Album "To Be Still" überrascht uns Alela Diane nun mit einer EP, die sie zusammen mit ihrer Musikerfreundin Alina Hardin aufgenommen hat.

Wer die beiden live erleben durfte, weiß, wie harmonisch die Stimmen der beiden Frauen aus Nevada passen, wie schön sie zusammen klingen. Auf der EP, die einfach "Alela & Alina" heißt, zeigen die Beiden ebendies.

Die beiden traditionellen Lieder "Matty Groves" (könnte man schon von Fairport Convention oder Joan Baez kennen) und "Bowling Green" (ursprünglich von den Everly Brothers, aber wohl bekannter von Neko Case oder Devon Sproule), teilen sich den Platz nicht nur mit dem Townes van Zandt Cover "Rake", sondern auch mit drei niegelnagelneuen Titeln "Amidst The Movement", "Crying Wolf" und "I Have Returned".

Was soll man sagen, Alela bleibt sich auf dieser EP treu. Die Klänge und Texte sind schön wie eh und je. Ms Diane und auch Ms Hardin (die soweit ich das überblicken kann "Crying Wolf" geschrieben hat)  enttäuschen auch diesmal nicht. Eine wunderbare, wenn auch eher stille, EP die einen da erwartet. 

Zu erwerben gibts das unbedingt empfehlenswerte Stück ab dem 06.10. aber "nur" als Vinyl oder Download. Also bitte: Plattenspieler raus und auflegen.

Vier von Fünf (imaginären) Sternen


Matty Groves!

Montag, 29. Juni 2009

#11 Konzert: Coco Rosie, München

Eine wilde Kostümierung + fluoreszierende Gesichtsbemalungen + ein wildes Sammelsurium an Geräuschen + klassische Instrumente + ein selbst zusammengabautes Drumkit (aus Rohren, Eimern und Diversem mehr) + eine spezielle Dia- bzw. Videoschau = CocoRosie live.

Eine halbe Stunde Verspätung haben Sierra und Bianca Casady als sie, zusammen mit einem Drummer und Pianisten, gegen halb zehn die Bühne betreten. Schnell merkt man, dass dieses Konzert nicht nur für die Ohren bestimmt ist, sondern dass die Augen sehr gefordert werden würden. Schon die Outfits implizieren das: ein goldener Monokini unter einer glänzenden, mit Erdbeeren bedruckten Leggins, darüber ein Rüschenlätzchen und auf dem Kopf schließlich eine Spitzenhäubchen á la Charles Dickens bei Sierra. Bianca steht ihrer älteren Schwester in nichts nach, so trägt sie einen einteiligen, teilweise zerschnittenen Schlafanzug, darunter eine Latexleggins und über der Brust eine Art Leder-Nieten-Westchen. Im Hintergrund das erste grell-bunte Bild auf der Leinwand und die zwei Mitmusiker, teils in einer Kinderspidermanverkleidung. Dann kanns ja losgehen.

"Buffalo" ist der Eröffnungstitel. Und schon ist man von Sierras wunderschöner, klassischer Stimme in den Bann gezogen. Bianca ist währenddessen an ihrem "Goodies-Tisch". Dort befindet sich alles, was Geräusche machen kann und all dies wird im Laufe des Abends auch eingesetzt.

Sierra zeichnet sich nicht nur durch ihre bemerkenswerte Stimme und die Tatsache aus, dass sie eine Trompete bis aufs genauste imitieren kann, sondern auch durch die Fähigkeit, diverse Instrumente zu beherrschen. Sie wechselt zwischen Klavier, Harfe, Gitarren, einer orientalischen Flöte und mehr. So steht sie meist im Vordergrund, während ihre Schwester eher ruhig an der magischen Geräuschkulisse tüftelt und mit ihrer verzerrten, eigenartig-wunderbaren Stimme die Lieder ergänzt.

Musikalisch befinden wir uns zwischen HipHop, Klassik, Elektro, Folk, Jazz und sogar gospelhaftes ist herauszuhören. 

Im Hintergrund auf der Videoleinwand fliegen Tauben, Rappervideos werden gezeigt und vor- und zurückgespult, spielende Kinder, doch vorallem die Frauen und das Frauenbild scheinen das Thema. So sieht man eine muslimische, verschleierte Barbie neben einem "normalen" Modell, Miss Wahlen in den USA und Frauen in Burka. Vor dieser Kulisse folgen "Gallows", "Black Rainbow", "Happy Eyes", Fatherhood", "Milk Man", "Good Friday", "Animals", "Tekno Love Song", "Beautiful Boyz", "K-Hole", "Terrible Angels", "Lemonade", "Promise", "Japan" und "Afterlife Party".

Das Publikum, zu Beginn des Konzertes eher noch ruhig, taut gegen Mitte auf und schafft eine tolle, ausgelassene Atmosphäre, die auch CocoRosie beeindruckt. Schon vor dem letzten regulären Titel "Afterlife Party" hört der Jubel kaum mehr auf. Die beiden regulären Zugaben "Sex Jam" und das Kevin Lyttle Cover "Turn Me On" folgen. Das Publikum ist angeturnt und will mehr. Nach minutenlangem Klatschen, Rufen, Schreien betreten CocoRosie nochmal die Bühne, beide sichtlich erfreut. Ein weiteres Lied, eingeleitet durch einen Kinderreim, folgt und das Publikum freuts.

Insgesamt 1 Stunde und 45 min dauerte das Geschehen in der Freiheizhalle. Wer danach noch nicht genug von den beiden hatte, konnte die Konzert-Exclusive EP "Coconuts, Plenty of Junk Food" erwerben und so die ganze restliche Nacht mit CocoRosie verbringen.

 

Samstag, 27. Juni 2009

#27 Neu auf den Ohren: CocoRosie - Coconuts, Plenty of Junkfood

"Coconuts, Plenty of Junk Food" ist zwar nicht der langerwartete Nachfolger von "The Adventures of Ghosthorse and Stillborn", aber immerhin dient die EP als würdige Überbrückung bis zum hoffentlich bald folgenden Album. CocoRosie, bekannt für sehr eigentümliche, wilde und verrückte musikalische Inszenierungen, folgen mit der neuen EP den Vorgängerwerken. Sie schließt sich wunderbar an und birgt doch neue "Verrücktheiten". 

Man erfreut (oder erschreckt?) sich an einer katzenhaft miauenden Farbaufzählung zu Beginn von "Joseph City" oder an den HipHop Elementen, den witzigen Krachmacherinstrumenten und den auch den typischen klassischeren Elementen wie etwa das der Harfe. Nach dem Hören findet man den Begriff des "Freak Folk", der den Schwestern bereits länger zugedacht ist, umso passender.

Die fünf Titel des kleinen Werkes entführen den Hörer in die Welt der beiden Schwestern Siera und Bianca Casady. Man findet sich staunend und lächelnd auf Grund der wahnsinnigen musikalischen Ideen und deren kühner Umsetzung. Nein, CocoRosie kopieren nicht und können nicht kopiert werden, daher entfallen auch sämtliche Vergleiche. Als umso bemerkenswerter kann ihre Musik beurteilt werden. Nicht nur beurteilen, sondern genießen sollte man diese. Es bleibt nur, allen Hörern viel Spaß dabei zu wünschen.

Freitag, 12. Juni 2009

#23 Neu auf den Ohren: Seth Wood - Abraham

Eigentlich wollte Seth Wood Filme machen. Welch ein Glück für uns, dass der Mann aus Nashville dann aber während eines Europatrips über eine alte Gitarre stolperte und so sein Schicksal in  andere Bahnen gelenkt wurde. Heraus kam letztendlich die EP Abraham, gerade einmal 6 Titel und knappe 25 Minuten lang, und trotzdem strotzt sie nur so vor unverschämt guten Ohrwürmern und herzerweichenden Balladen. Allesamt sind es Kleinode in bester Alternative Folk Manier. Besonders herausheben möchte ich das Titelstück Abraham, welches ich stundenlang in Dauerschleife hören könnte und Banks Of Mercy. Hätten Sufjan und Teitur einen kleinen Bruder, hieße dieser Seth Wood. Unter http://www.sethwoodmusic.com/ gibt es einiges zum anhören. Für mich ist es eine der besten EP’ s, die ich seit langem gehört habe. Eine absolute Kaufempfehlung und hoffentlich nicht mehr lange ein Geheimtipp. 4 ½ von 5 Sternen.





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