Bei Musik aus Deutschland denke ich für gewöhnlich mit einigem Grauen an sogenannte "Künstler" wie Rosenstolz, Ich & Ich, Xavier Naidoo usw. Dass es aber auch gute Musik diesseits der Grenzen gibt, beweist Vincenz Kokot, alias My Sister Grenadine. Wurde das Debutalbum im Jahr 2008 bereits mit viel Lob überhäuft und als neue Singer/Songwriter-Hoffnung deklariert, ist der Zweitling noch einmal ein großer Schritt nach vorn. "Subtitles & Paper Planes" ist ein in zwei Hälften geteiltes Werk geworden. Zum einen ein zauberhaftes akustisches Album unter Trio-Besetzung mit Ukulele, Geige, Glockenspiel und Trompete. Zum anderen ein Album mit verschachtelten Klängen von E-Gitarre, Beats und Synthesizern. Was hier nun sehr gegensätzlich klingt, wirkt in Form eines Doppelalbums in Ergänzung zueinander aber durchaus stimmig. Wie ein roter Faden zieht sich Kokot’s warme, an Sufjan Stevens erinnernde Stimme durch die beiden Teile. Die Musik wirkt zeitweise so zart und fragil, dass sich erst nach mehrmaligem Hören vollständig im Gehör festigt. Ein Album also, für das man sich Zeit nehmen sollte und es sich wie ein gutes Essen in all seinen Nuancen langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte. Demjenigen, der diesem Rat folgt, werden sich traumhafte neue Klangwelten öffnen.Anspieltipps: "Shine In The Dark", "At Night I Fall Asleep", "Snapshot Song".






