Pünktlich nach zwei Jahren meldet sich David Eugene Edwards mit einem neuen Album zurück. Zuerst im Alleingang unter dem Namen Wovenhand unterwegs, mittlerweile wieder als vollwertige band vereint, versammelte das Ex-Gehirn von Sixteen Horsepower seine Mitspieler (oft gerne als Jünger bezeichnet), bestehend aus seinem ebenfalls Ex-Sixteen Horsepower Bassisten Pascal Humbert und Schlagzeuger Ordy Garrison.Nun gibt es also mittlerweile das fünfte Vollalbum des Wanderpredigers, dem vom Teufel Verfolgten Propheten, dem Rastlosen Missionar oder weiß Gott was noch alles, das dem Mann gerne anassoziiert wird. Tatsache ist, dass er als Persönlichkeit definitiv eine wahrhaftige Erscheinung ist, seine Texte von tiefem Glauben geprägt, live wirkt er des Öfteren, als würde er am liebsten das Publikum zu Asche zerfallen lassen, während er selbst sich geradezu in Trance spielt. Nicht weniger mystisch ist logischerweise die Musik des Herrn Edwards, der sämtliche Saiteninstrumente bis zur Perfektion beherrscht und mit deren Hilfe überwiegend düstere, bedrohlich brodelnde Klanggebilde webt. Hinzu kommt noch diese Stimme, unverkennbar, die oft klingt, als sänge nicht ein Mensch, sondern gleich mehrere, irgendwie verstörend und doch auch wie ein Halt, während rundherum der (musikalische) Sturm tobt. Was nun aber auf dem neuen Werk doch auffällt: Edwards klingt deutlich entspannter. Kam der Vorgänger gehetzt und eher verkrampft zusammengewürfelt vor, so ist The Threshingfloor relativ relaxt - sofern sich das für Edwards sagen lässt. Überwiegend akustisch gehaltene Nummern dominieren das Album, es kommen Klavier und Flöten zum Einsatz und die Melodien sind insgesamt nicht mehr ganz so düster, wie gewohnt. Es wird sogar ein wenig mit orientalischen Klängen herumexperimentiert und vielen Ideen mehr Raum gelassen, sich zu entwickeln. Oft entfalten die Songs eine geradezu hypnotische Wirkung, man möchte sie wieder und wieder hören. Hinzu kommt noch, dass das Album auch klanglich ein Erlebnis ist. The Threshingfloor enthält zwölf Lieder, davon sind zehn Edwards’ Eigenkompositionen, eine von Pascal Humbert und eine Coverversion von New Order’s „Truth“. Ich glaube, es ist eines dieser Alben, das man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil liebe es. Deshalb 10 Sterne.





Das gestrige Konzert im Atomic zeichnete sich schon im Vorfeld durch eine Besonderheit aus: die Tickets konnten ausschließlich gewonnen werden. Hier gleich nochmals mein Dank an die holden Spender und die Vermittlerin. Dank euch durften ich und meine Begleiterin einen wunderschönen, lauten Abend erleben.
Absolut überzeugend spielen die vier Londoner ihre Instrumente. Das Schlagzeug bleibt eher Deko, da 1) Marcus Mumford mit seinen Füßen die große Trommel und auch einen Schellenring bedient. So schaffte die Combo eine volle und laute Klangwelt. Doch auch leise Töne waren an der Tagesordnung, schöne Pianoklänge und natürlich immer wieder das Banjo.
Das Münchner Publikum war ganz wunderbar, so wurde getanzt, gelacht und auch mitgesungen. Und das, obwohl das Album erst seit kurzem in Deutschland veröffentlich ist. Selbst nach der regulären Zugabe verebbte der Jubel nicht, so dass die Band das erste Mal ihrer Karriere (nach eigener Aussage) eine zweite Zugabe spielte. Das erhöhte den Sympathiefaktor der Männer nochmals.


