Mittwoch, 29. April 2009

#14 Neu auf den Ohren: Bob Dylan - Together Through Life

Nun, dass Albumveröffentlichungen großer Singer- und Songwriter enttäuschend sein können, das wissen wir alle seit Neil Youngs letzter Veröffentlichung. Bob Dylan zieht nun mit einem neuen Album nach: Together Through Life. Das Soundsodreißigste Studioalbums des genialen Musikers. 

Wie auch schon Neil Young, will sich nun auch Bob Dylan irgendwie neu präsentieren, so erinnert nicht nur das Cover an eine Jeans Werbung der heutigen Teenie-Generation, nein, außerdem gibt es Zuwachs instrumenteller Art auf dem Album dank eines Akkordeons. Eben dieses schlägt schon auf dem beginnenden Track: "Beyond here lies nothing" durch. Und was soll man sagen, Bob Dylans rauhe, teilweise extremst kratzige Stimme ("My wives home town") und das Akkordeon passen gut zusammen, sogar perfekt. Neuerung geglückt, würde ich sagen.

Ansonsten schwingt das Album zwischen Folk, Blues und countrylastigen Elementen ("This dream of you"), beides Genres die Dylan Fans wohl bekannt sind und die nach wie vor gut funktionieren. Er schafft es sich selbst treu zu bleiben, teilweise in dem er sich eng an bereits dagewesenes hält (so könnte z.B. "I feel a Change comin' on" bereits vor 40 Jahren geschrieben worden sein) und kombiniert dieses Altbekannte mit neuen Klängen und seiner wunderbar, gealterten Stimme (man möchte ja kaum glauben das Herr Dylan bereits 67 ist).

Nun, den ein oder anderen Wehmutstropfen gibt es natürlich trotzdem zu beklagen. Dylan holte sich einen Co-Autor für dieses Album zu Hilfe. Da ist es kein Trost zu wissen, das diese Co-Autor bereits mit Dylan zusammengearbeitet hat, nein, man fragt sich nur warum einer der genialsten Songschreiber einen Co-Autor braucht? Einfallslosigkeit? Aber sollte man ein Album veröffentlichen wenn einem nichts einfällt? Außerdem fehlen mir die wirklichen, intensiven Lichtblicke musikalischer Art. Obwohl Dylan ein stimmiges Album geschaffen hat, ohne Totalausfälle, fehlt ein "Ballad of a Thin Man" oder "Tangled up in Blue". Also mir zumindest...

Daher gibt es:
Drei von Fünf (imaginären ) Sternen

Zum reinhören der sehr gute Eröffnungstitel:

#13 Neu auf den Ohren: Samantha Crain - Songs In The Night

Seit Alela Diane vor allem in Europa interessierte Folkfans betört, tauchen glücklicherweise weitere Kandidatinnen auf, die man guten Gewissens in die gleiche Richtung einordnen darf. Eine davon ist die 22 Jährige Samantha Crain aus Oklahoma. Ihre Musik ist im Gegensatz zu ihrer obengenannten Kollegin aber insgesamt flotter und fröhlicher. Bereits im Jahr 2008 erschien ihre "The Confiscation EP", die mich hellauf begeisterte. Seit gestern gibt es nun auch ein komplettes Album mit voller Band – nicht, dass die Verstärkung unbedingt nötig gewesen wäre. Im Gegensatz zur EP gibt es aber hier nun deutlich mehr Gitarren, die im Hintergrund für eine dichtere Soundkulisse sorgen und Mrs. Crains wunderbare, unglaublich starke stimme eine perfekte Basis liefern. Ergänzt wird nicht selten um eine Mundharmonika, die der Musik noch einen Touch von Lagerfeuerromantik verleiht. Songs In The Night ein rundum ausgewogenes, sehr intensives Album, das sich mit jedem Hören ein Stückchen weiter ins Ohr bohrt. Insgesamt gefallen mir aber die Lieder der EP noch um einen Hauch besser, da diese doch noch mehr auf den Punkt gespielt sind. Deshalb empfehle ich diese als Einstieg, um dann mit der CD so richtig warm zu werden. Von mir 4 von 5 Sternen.

Mehr Musik zum antesten hier auf der Myspace-Seite http://www.myspace.com/samanthacrain

Und hier noch mein Lieblingslied Traipsing Through The Aisles

Montag, 27. April 2009

#8 Konzert: Antony & the Johnsons, München

Nun, seit Dezember hängt das Ticket zu Antony & the Johnsons an meinem Kleiderschrank, und trotz mehrfachem Locationwechsel und einem Datumswechsel kann mich nun wirklich ncihts davon abhalten den wunderbaren Antony Hegarty live zu erleben. Das Konzert findet letztendlich im Zirkus Krone statt und auf den Karten ist zu lesen: freie Platzwahl. Dieser Fakt treibt mich dazu eine halbe Stunde vor Einlass (2 Stunden vor Beginn) bereits am Circus Krone zu sein. Ich fühle mich wie eine hysterische 13-jährige. Nun ja, gegen halb 8 dürfen die Heiligen Hallen dann betreten werden und mein Eindruck von mir als 13-jährige bestätigt sich als ich mich dabei ertappe mit den vielen anderen panisch in den Circus zu stürmen um einen guten Platz abzugreifen. Und was soll ich sagen: Reihe 1, gerade vor mir befindet sich der Klavierhocker. Ein Traum.

Pünktlich um halb 9 beginnt es dann, und zwar mit einer "Tanzeinlage". Genauer einem japanischen Butoh Tanz. Ich finde es wunderbar, einfach weil es nicht nur grundsätzlich zu Antony passt wie die Faust aufs Auge, sondern weil sein letztes Album "The Crying Light" von einem Butho Tänzer, Kazuo Ohno, inspiriert und gewidmet ist. Nach dieser Performance, die den Westeuropäer an sich nicht seltsamer hätte anmuten können, beginnt Antony. 

Zu spielen beginnt er im Dunkeln: "Where is my Power?" Ich würde sagen: ganz klar in deiner Stimme, lieber Antony. Danach stimmt er "Her eyes are underneath the ground" an, es wird langsam etwas heller um ihn. Und schon nach diesem Lied sind 2 Dinge unmissverstädlich klar: 1) Dies wird ein Konzert der Extraklasse und 2) das Publikum ist super und liebt Antony. Schon jetzt gibt es Füßegetrampel, wildes Jubeln und Klatschen. Und Antony, der freut sich sichtlich. Weiter geht es mit zwei weiteren Songs seines letzten Werks: "Epilepsy is Dancing" und "One Dove". Natürlich muss spätestens jetzt erwähnt werden, dass Antony das Konzert natürlich cniht alleine bestreitet. Mit ihm sind sech ausgezeichnete Musiker auf der Bühne, so wird seine Musik untermalt von Cello und Geigenklängen, Saxophon, Klarinette, Gitarren, Bass, Schlagzeug und natürlich dem Flügel. Allerspätestens als er dann "For today I am a boy" anstimmt, sind beim Publikum alle Dämme gebrochen. Und langsam wird er gesprächiger, so kommt zuerst ein leises "I keep imagining women flying by on the trapeze". Später erklärt er dann: "This concert shouldn't be here at first but then my tourmanager said: Antony, there's a circus in town and i knew it would be perfect." Recht hat er. In den kommenden  1 1/2 Stunden folgen "Shake that devil"+Improv (Ich liebe dieses Lied und live hat es richtig Spaß gemacht auch wenn es mir schwer fiel, nicht mitzutanzen und auf meinem Stuhl gefesselt zu sein), "Kiss my Name", "You are my Sister", "Another World", "Everglade", "Fell in love with a dead boy" (ebenfalls eins meiner allerliebsten Antony Lieder. Auch immer wieder interessant mitzuerleben wie schlecht Menschen mit einer etwas längeren stillen Phase umgehen können, nämlich gar nicht. Dabei gehört das zu diesem Lied. Wie kann man dann da reinquatschen?), "The Crying Light" (wunderschön), "Fistful of Love" (ein weiterer Publikumsknüller. Manchmal frag ich mich warum fast alle die selben Songs lieben und wie ein Hype um einen Song entsteht? Und warum die neuen Stücke von diesem Hype verschont blieben...) und "Aeon", mein Favorit des neuen Albums. Und ja: "Oh i love that man so much!". An diesem Abend liebten alle Antony. Klar war, dass nach diesen frenetischen Appläusen während des Konzerts und natürlich dem Schlussapplaus eine tolle Zugabe sein muss. Es wurden dann sogar drei: "Cripple & the Starfish" (so wunderschön), "Hope Mountain" ("This song is about Jesus returning, but as a girl. Maybe from Afghanistan. I don't know.(...)Well, don't get me wrong, i'm not a christian, i'm a witch.") und (natürlich und Gott sei Dank) "Hope there's Someone". Welch Abschluss für diesen magischen Abend. Ja, irgendwie wie als Kind im Zirkus fühlte man sich. Aufgeregt, verzaubert, glücklich. Und das es nicht nur mir so ging zeigte der minutenlang andauernde Applaus, der selbst nicht abebbte als das Licht anging und die Musik...

Donnerstag, 23. April 2009

#12 Neu auf den Ohren: Begushkin - Nightly Things/ King's Curse

Nachdem ja nun Maria Taylor als gutes neues Album ein ziemlicher Reinfall war, habe ich mir überlegt, mal wieder was zu rezensieren, das zwar schon seit einiger Zeit auf dem Markt zu haben ist, für mich jedoch völlig neu war. Und wie so oft, bin ich rein zufällig über diesen Künstler gestolpert. Sein Name: Dan Smith alias Begushkin. Der gute Mann hat bereits zwei Alben herausgebracht, und war mir bisher gänzlich unbekannt. Leider konnte ich mich wirklich nicht entscheiden, welches der beiden Alben ich hier vorstellen sollte. Deshalb nehme ich einfach beide. Denn: die Musik ist schlichtweg grandios und genau das Gegenteil von dem, was ich in letzter Zeit bei anderen Alben bemängelt habe. Hier ist wirklich eine absolute Hingabe in jedem Song zu hören, eine Detailverliebtheit und vor allem KEINE Sekunde Langeweile. Grob lässt sich sagen, Begushkin klingt wie eine Mischung aus Bonnie "Prince" Billy und Wovenhand (oder auch frühe 16 Horsepower). Auf dem ersten Album "Nightly Things" geht es noch akustischer zu, als auf dem rockigeren Nachfolger King‘s Curse. Würde ich versuchen, beide in ein Genre zu packen, käme vielleicht etwas wie alternative-lofi-americana-singersongwriterfolkrock heraus. Stimmlich erinnert Begushkin an Will Oldham, jedoch singt er deutlich kräftiger und druckvoller. Spektakuläre Melodien, eine reiche Instrumentierung und eine Vielzahl an neuen Ideen und Wendungen sind in die verschiedenen Titel eingebaut. Von der Stimmung her wären sowohl Nightly Things als auch King’s Curse der wahrscheinlich perfekte Soundtrack für einen Abend in der Wüste (übrigens: besonders passend dazu das Lied Death Valley mit beinahe orientalischer Instrumentierung und einer wunderschönen Frauenstimme im Hintergrund). Zu meiner Freude kommt noch hinzu, dass sowohl das Schlagzeug, als auch die Gitarren oft an die großen Bands der 70er Jahre erinnern, womit dann noch wirklich der Kirsche auf dem Sahnehäubchen eine Portion Schokostreusel aufgesetzt wird. Beide Alben fordern bestimmt einige Arbeit des Hörers ein, denn das Songwriting ist nicht immer gleich eingängig. Wer sich aber auf die Musik einlässt, wird reich belohnt. 

Wen das neugierig gemacht hat, hier gibt es das Lied Nightly Things zum anhören:


Für mich mal wieder eine absolute Neuentdeckung, die auf jeden Fall viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte und meinen Plattenspieler nicht mehr so schnell verlassen wird (beide Alben sind relativ günstig auf Vinyl zu haben).
Deshalb wird heute geklotzt statt gekleckert mit gleich zweimal 5 von 5 Sternen.

Mittwoch, 22. April 2009

#11 Neu auf den Ohren: Maria Taylor - LadyLuck

Groß war meine Spannung und Vorfreude auf das neue Album LadyLuck von Maria Taylor, da ich sowohl die Musik von Azure Ray, als auch ihr letztes Album Lynn Teeter Flower sehr gern höre. Also, ich will es mal so formulieren: von der Stimme her klingt sie gut wie immer. 

Aber: das Songwriting klingt noch um Lichtjahre uninspirierter und unmotivierter wie bei... na? A Camp! Ich nenne es ab jetzt also das A Camp-Syndrom, jawohl! Und dieses lässt sich durch folgende Punkte diagnostizieren: 

  • Lustlosigkeit
  • Langeweile
  • Monotonie
  • Vorhersehbarkeit

Welches beim Hörer unweigerlich zu Ansteckungen mit folgenden Symptomen (in dieser Reihenfolge) führt:

  • Ungeduld
  • Gähnanfälle
  • Glasiger Blick
  • Vorspulen und Hoffen auf spannendere Momente (begleitet von erneutem Gähnen)
  • Feststellen, dass das Album bereits durch ist und nichts, aber auch wirklich gar nichts passiert
  • Vergessen

Weitere Schritte überlasse ich euch. Falls ihr doch noch einen weiteren Gedanken an die CD verschwenden solltet: sie eurem Hund als Frisbee anbieten wäre zum Beispiel eine gute Idee. Oder ein Laufrad für Hamster basteln. Oder so einen Untersetzer für Gläser gegen fiese Wasserflecken auf dem guten Holztisch draus fertigen - bald ist ja auch Muttertag. Mir fiele da noch so einiges ein, das erheblich besser wäre, als nochmal das Ganze anzuhören. Da hilft leider auch kein Duett mit Michael Stipe weiter, obwohl ich dabei ja noch kurz aufhorchte, bevor ich wieder in Morpheus' Ebenen abtauchte. Gegen diese CD ist selbst das Plätschern eines Gebirgsbachs purer Death Metal.

 
Ich gebe ihr mal gut gemeinte 2 von 5 Sternen, weil immerhin noch viel unfassbar schlimmere Musik da draußen lauert. Aber: solltet ihr erfreulich reich sein oder das dringende Bedürfnis verspüren, euch selbst in ein Wachkoma zu versetzen, nur zu.


Montag, 20. April 2009

#7 Konzert: Dear Reader, München

Schon die Vorfreude sagen zu dürfen "Ich stehe auf der Gästeliste"  begleitete mich den ganzen schönen Tag hindurch. Gegen 20.15 war es dann so weit, ich war im Ampere direkt vor der Bühne. Das Ampere, einer meiner liebsten Orte für Konzerte, wurde leider auch bis zum Konzert der Hauptband Dear Reader nicht wirklich voll.

Doch Zuerst wie immer meinen Senf zur Vorband I Might be Wrong. Nun ja, ich wusste es würde nach längerem mal wieder der Tag kommen an dem ich eine Vorband richtig mies finde, dies war nun eben der gestrige Abend. Das Grundproblem war nicht, dass Gitarrist und Bassist versuchten sich gegenseitig im dämlich abrocken zu schlagen, oder der immergleiche Songaufbau (elektronisch eingespielte Beats, dann Schlagzeug, dann der Rest), nein, das Problem war: der unausgewogene Sound. Durch das viel, viel, viel zu laute Schlagzeug und die viel, viel, viel zu laute Gitarre übertönten die Frontsängerin total. Nicht nur, dass man kein Wort der Texte verstand, auch die Stimme an sich hörte man kaum. Schade, aber als Vorband einer schwedisch, neobritischen, oder anderen aufstrebenden Indieband wären sie besser aufgehoben gewesen...

Nun, gegen 21:45 Uhr war es dann (endlich) so weit: das südafrikanische Trio  hatte sich zu diesem Abend die Verstärkung einer Bratschistin(sp?) geholt (Jay oder Jane wenn ich es richtig verstanden habe).

Während der nächsten 1 1/4 Stunden schafften es Dear Reader nicht nur ihr Debutalbum komplett (Persönliche Highlights: Bend, Great White Bear) und mehr als gekonnt (man kann sagen: die Band war sehr gut eingespielt, trotz Neuzugang) vorzustellen, sie schafften auch eine wirklich gute Stimmung. Cherilyns Stimme ist genau so klar wie auf der CD, nur dass live noch eine große Portion Charme hinzukommzt.

Man merkt der Band an, dass ihnen das Live spielen viel Spaß macht, besonders vor einem wirklich tollen Münchner Publikum, welches den Abend noch schöner gestaltete. So teilte die Band nicht nur die Musik, sondern auch die ein oder andere Anekdote mit dem Publikum ("Friends of us were trying to finde white bears at the arctis. They couldn't find them because they were white and the snow was too. So they were trying it with infrared, but even then they couldn't find them. So: a white bear must be the prefect place to hide. That's the story of this song.").

Als zweites Lied der Zugabe folgte dann etwas, auf das wohl viele hofften, ein neuer Song. Und den kann man als genauso gut werten als die bisher dagewesenen. Und obwohl es noch etwas verfrüht erscheint: ich freue mich auf eine neues Album! Mehr, mehr, mehr sag ich da nur.

Also, jeder der die Band noch sehen kann: nur los, nur los! Es lohnt sich.

Mittwoch, 15. April 2009

#6 Konzert: Hellsongs, Stuttgart

Am Dienstag Abend brachen wir auf, um die Begründerband des "Lounge Metal" live zu erleben: Hellsongs in Stuttgart. Nach ihrem wunderbaren Debutalbum "Hymns in the Key of 666" und der vorhergehenden EP war dies natürlich ein Muss. Schon beim Betreten des gut gefüllten Keller Klubs war klar: das Publikum ist bunt gemischt. Von Heavy Metal Fans über Rocker und Folk-Liebhaber war alles vorhanden.

Doch zuerst, wie immer, ein paar Worte zum Supporting Act Tim Neuhaus. Nur mit Gitarre, seiner Stimme und (leider) Sample Pedalen. Stimmlich dachte ich sofort an Damien Rice, was nun doch ein Kompliment ist, allerdings hat mich das zunehmende aufnehmen und sampeln gegen Ende hin nur noch genervt und an Howie Day denken lassen, der diesbezüglich unser Horror-Künstler ist (und jeder, der ihn als Supporting Act von Tori Amos erlebt hat, weiß wovon ich spreche...). Grundsätzlich bin ich der Meinung Stimme und Gitarre und gute Songs müssen reichen, und dieses rumeiernde Aufnehmen ist nur Störfaktor.

Nun zum "Main Act". Schon bei betreten der Bühne sah man ihnen die gute Laune an und klar ist auch: Pailetten-Glitzer-Kleider (sozusagen die perfekte Verkleidung zur Diskokugel) gehen immer. Während die Dreierformation sich bestgelaunt in die ersten Songs stürzte mag dem einen oder anderen Zuhörer nicht entgangen sein, dass sich die Stimme der Sängerin irgendwie nicht wie die auf der CD anhört und irgendwie war auch das Aussehen nicht übereinstimmend...Rätsel über Rätsel. Doch ja, dieses Misstrauen war angebracht, denn Hellsongs haben seit März eine neue Sängerin: Siri Bergnéhr. Und die kann definitiv mit ihrer Vorgängerin mithalten. So glitzerte nicht nur ihr Kleid, sondern auch ihre Stimme in allen Facetten. 

Gespielt wurden Songs die bereits von den CD/EP bekannt waren wie etwa Seek & Destroy, Breaking the Law, Run to the Hills und Symphony of Destruction, aber auch neue, unveröffentlichte Tracks (die anhand der Menge auf das baldige Erscheinen eines neuen Albums hoffen lassen). 

Die Band war bestens gelaunt und besonders der Gitarrist erfreute das Publikum mit der einen oder anderen Anekdote. Jedoch ist nicht nur die Band zu loben, nein, auch das Publikum lies sich mitreissen. So wurde getanzt, mitgesungen (was teilweise wirklich zu wunderschönen Momenten führte) und gegrölt. Leider wurde die vehemente Bitte einiger Besucher nach "Slaaaaaayer!!!!" nicht erhört, da auch der eigentliche Pianist an diesem Abend fehlte und die Band ein festgelegtes Programm hatte.

So lässt sich als Fazit sagen: eine gute Stunde bester Unterhaltung und Spaß dominiert von einer wunderbaren Sängerin (mit der man sich nach dem Konzert auch noch nett unterhalten konnte, wie auch mit Kalle Karlsson. Die Fans bekamen was sie wollten (bis auf Slaaaaaaayer!!!! natürlich) und so konnte man sich zufrieden auf den Heimweg machen.

Mittwoch, 8. April 2009

#5 Konzert: Vienna Teng, Freiburg (05.04.)

Nachdem Vienna Teng in diesem Jahr mit Inland Territory mal wieder ein fantastisches Album abgeliefert hat, freute ich mich besonders auf die kommende Tour. Bereits vor zwei Jahren fuhr ich extra mit einem Freund zum Konzert nach Darmstadt. Deshalb war dieses Jahr meine Freude um so größer, als ich erfuhr, dass ich diesmal eine bei weitem weniger lange Fahrt vor mir haben würde. Außerdem war die Location- das Jazzhaus in Freiburg- vielversprechend: ein kleiner Gewölbekeller, der ein intimes Konzert im kleinem Rahmen vermuten ließ. Und genau das wurde es auch. Vienna Teng betrat pünktlich um acht Uhr die Bühne, gefolgt von zwei Herren: zum einen Alex Wong, der auch Produzent ihres Albums war und Vienna mit allerlei Instrumenten, vor allem aber am Schlagzeug unterstützte. Ich kannte ihn bereits vom letzten Konzert, an dem er sich als absolutes Riesentalent zeigte. Unfassbar, was der Mann kann. Zum Beispiel mit der einen Hand auf das Glockenspiel einhämmern und mit der anderen in einem total anderen Rhythmus Schlagzeug spielen. Neben Vienna Teng an Klavier und Orgel und Alex gab es noch einen Cellisten bzw. Gitarristen, der mit seinen roten Haaren neben den anderen beiden, eher asiatisch aussehenden Personen beinahe wie ein Stilbruch wirkte. Aber auch er war wirklich sehr gut. So bestritten die Drei den Abend mit unglaublich sympathischem Charme, der lediglich von einer kurzen Pause unterbrochen wurde (kommt es mir nur so vor, oder wird mittlerweile öfter an Konzerten eine Pause gemacht, als früher?). Die Stimmung war auf jeden Fall ausgezeichnet und ich glaube fast, dass das Jazzhaus ausverkauft war. Es war auf jeden Fall rappelvoll. Die Setlist bestand vor allem aus Titeln vom neuen Album und seinem Vorgänger. Mir kam das sehr gelegen, da ich diese auch die Besten finde (wer sie noch nicht hat: beides absolute 5 Sterne Alben!!!). Obwohl das Konzert das letzte der ausgiebigen Deutschlandtour war, gab es keine Spuren von Lustlosigkeit oder Ermüdung seitens der Band, und auch das Publikum klatschte begeistert mit. Vienna Teng erzählte dann auch, dass die Band ungern Deutschland wieder verlassen wolle (ok, solche Sachen sagen ja viele, aber ich hatte den Eindruck, dass es tatsächlich stimmte). Als letztes Lied der regulären Setlist sang Vienna Teng ohne Mikrofon „Soon, Love, soon“, mit dem Publikum als Hintergrundchor. Sehr schön und stimmungsvoll war das Ganze, und es hätte wahrscheinlich nicht viel gefehlt, dass die Leute ihre Feuerzeuge rausgeholt hätten (vielleicht sollte ich doch Raucher werden???). Toll fand ich auch, dass viele Teile von Liedern mit Hilfe eines kleinen Aufnahmegerätes aufgezeichnet und so in Schleife wieder in den jeweiligen Titel eingebracht wurden. Weil einfach nur ein vorgefertigtes Band abspielen kann ja jeder (buuuuh, Howie Day!). So war es eine echte Bereicherung.
Als Zugaben gab es dann noch zwei Coverversionen von Radiohead und Simon & Garfunkel, aber eben auf Vienna Teng-Art.
Danach hätte man sich noch Autogramme der Band geben lassen können, wenn nicht alle CD´s komplett ausverkauft gewesen wären. Das sagt doch einiges darüber aus, wie das Konzert den Leuten gefallen hat. Zum Glück hatte ich das Album bereits. Am Ende wurden von manch Einem sogar noch die Poster von den Wänden gerissen, um eine Unterschrift zu ergattern.

Also mal wieder ein wunderschöner, gelungener Abend. Da kann ich nur noch sagen: Jederzeit wieder.

Übrigens habe ich gleich nach Ankunft bemerkt, dass ich meine Kamera mit leerem Akku eingepackt habe, deshalb leider keine Fotos. Man lernt eben immer dazu.

#10 Neu auf den Ohren: Neil Young - Fork in the road

Freudig erregt war unsereins als ich durch Zufall die neue Neil Young CD "Fork in the Road" im Regal eines Elektronikmarkts entdeckte. Davon wusste ich nichts, umso besser war natürlich die Freude nach der Entdeckung. Gott sei Dank habe ich von der Idee eines Spontankaufs abgesehen und die CD erstmal Zuhause angehört.

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, denn die Musik verhält sich wie das Cover, sie ist hässlich. Mal abgesehen von dem tollen Hut den Neil trägt, aber auch auf der CD gibt es wenigstens kleinere Lichtblicke.

Was soll man nun schreiben über einen der genialsten Songschreiber EVER? Den Mann der so Geniestreiche wie "After the Goldrush", "A man needs a Maid" und viele, viele bekannte Klassiker geschrieben und atemberaubend vertont hat, erfindet sich in diesem Album neu. Nur, neu ist leider nicht gleich gut!

Das ganze Übel der Platte charakterisiert ein Song besonders gut: das abscheuliche "Cough up the Bucks" das Mr. Young geradezu ins Mikroskop würgt. Da fragt sich meinereiner: Warum isst der gute Mann denn Geld? Und hoffentlich hat es bald ausgehustet, damit man wieder seine schöne Stimme hören kann. Außerdem: Wenn er zuviel hat, dann biete ich mich gern als Abnehmerin an. Oder: Warum hat er es nicht in eine bessere Produktion gesteckt, die ihm vielleicht verboten hätte durch eine Art Megaphon zu singen. Denn er könnte es doch noch immer. Ansatzweise zeigt er sein Können und seine frühren Qualitäten in Liedern wie "Light a Candle". Sanfte, countryhafte Gitarrenbegleiten zu einer gealterten, aber noch immer tollen, typischen Stimme. Aber auch dem Titelsong "When the World Collides" kann man einiges abgewinnen, muss man aber eben nicht.

Nun ja, jeder hat ein Recht auf Fehlschläge, auch Neil Young. Nun hoffe ich aber, dass du an deiner nächsten "Fork in the Road" (Wordspiel ahoi) die richtige Abzweigung findest und nicht wie in diesem Fall auf Irrwege gerätst.

Für dieses Trauerspiel daher leider nur

Einskommafünf von fünf (imaginären) Stern

Hier noch ein Beispiel, den titelgebenden Song "Fork in the Road" und ja, zugegeben, ein sehr witziges, charismatisches Video!

Montag, 6. April 2009

#9 Neu auf den Ohren: Bat for Lashes - Two Suns

Wie habe ich mich auf das neue Bat for Lashes Album gefreut und vorwegnehmen möchte ich: ZU RECHT!

Doch was passiert vor dem ersten Hören? Das erste sehen des Albumcovers das in diesm Fall wirklich sehr strange geraten ist und mich sofort an Südamerika denken ließ, an Friedhöfe, Zombies, Heilige und vieles mehr. Ihre "Two Suns" hält Natasha Khan in ihren Händen.

Doch nun zur Musik, die mindestens genauso vielschichtig  und wild ist wie das Cover verspricht. Das erste Hören war enttäuschend, ich fand es überproduziert, elektronisch, kein Vergleich zum Vorgänger "Fur and Gold". Doch auch dieses Album bekam von mir eine weitere Chance, und noch eine, und noch eine. Und es passierte was passieren muss: plötzlich merkte ich wie wunderbar dieses Album ist. Schon der erste Track "Glass" impliziert genau das. Eine Mischung aus elektronischem, aus klassischen Instrumenten, aus tiefer und hoher Stimme. Madam Khan zeigt was sie kann und das ist so einiges. Kluge Lyrics leiten durch das ganze ALbum und zwischen den "Uptempo" Nummern finden sich immer wieder ruhige Pole, die von Liebe erzählen, vom Leben von so viel, genau wie das Cover eben. So ist die schlichte und schöne Klavierbegleitung auf diesem Album genauso zuhause wie laute Trommeln und elektronisher Beat. Alles läuft zusammen zu einem wirklich großen, auergewöhnlichen Album.

Die erste Single "Daniel" zeigt schon die größe dieses Albums, auch wenn man nur von diesem Song nicht auf das Album schließen kann, denn dieses funktioniert als ganzes, von der ertsen zur letzen Minute, daher fällt es auch schwer Favoriten zu finden. Trotzdem ist die erste Single erwähnenswert, schon allein wegen des fantastischen Videos, das mitreißt:


Und wie sie selbst in "Daniel" singt: "i knew you had a flame in your heart" genauso verhält es sich mit diesem Album.

Zu Ende kann ich nur sagen: ich freue mich WAHNSINNIG auf das Konzert und das Album, ja, das hör ich jetzt nochmal und nochmal und nochmal!

Fünf von fünf (imaginären) Sternen

Samstag, 4. April 2009

#8 Neu auf den Ohren: Mirah - a(spera)

Nachdem ich in letzter Zeit nicht allzu viel Musik fand, die mich richtig aus den Schuhen feuern konnte, nun endlich wieder ein Lichtblick! Und der kommt ausgerechnet von Mirah. Diese Dame, die ich zwar nie wirklich schlecht fand, aber eben auch nicht berauschend oder sonderlich aufregend, sorgte nun doch bei mir für eine auffallend positive Überraschung. Was mal wieder beweist, dass man viele Künstler nie so einfach abstempeln darf, sondern immer wieder die Ohren unvoreingenommen aufstellen sollte. Und dabei ist das neue, mittlerweile vierte Studioalbum von Mirah Yom Tov Zeitlyn vollkommen unaufgeregt. Tatsächlich sind es herrliche, intelligente Songs, die gerade durch ihre Zurückhaltung bestechen. Aber Vorsicht, wer Zurückhaltung mit Langeweile verbindet, liegt hier komplett daneben. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu hören, da übernehmen Streicher spontan die Hauptstimme, dort stimmt ein Glockenspiel mit ein und plötzlich kommen Bläser zum Einsatz, die beinahe an Calexico erinnern…darüber schwirrt souverän Mirahs (stellenweise) an Emiliana Torrini erinnernde Stimme und erschmeichelt sich sofort einen besonderen Platz in meinem Ohr. Mit jedem neuen Titel kommt wieder eine neue Wendung mit einem Feuerwerk an ganz eigenen Klängen, und dennoch ist es ein Album, das absolut in sich stimmig ist. Was mal wieder zeigt, dass keine überladene Produktion nötig ist, um nachhaltig zu beeindrucken. Ein gutes Songwriting reicht völlig aus. Für mich endlich wieder ein Album, das meinen CD-Player wohl nicht mehr so schnell verlassen wird, und das Anlass ist, mir doch noch einmal seine Vorgänger anzuhören. Anspieltipp (neben nahezu allen!): "The Forest".

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen

Mittwoch, 1. April 2009

#7 Neu auf den Ohren: A Camp - Colonia

Ganze acht Jahre ist es her, seit sich Nina Persson, besser bekannt als die Stimme der Cardigans aufmachte, ein Soloprojekt mit Namen "A Camp“ ins Leben zu rufen. Das damalige Debutalbum enttäuschte aber eher und konnte wohl am ehesten noch Fans ihrer Stammband begeistern. Mich langweilte es über weite Passagen zu Tode. Dementsprechend skeptisch war ich nun dem Nachfolger gegenüber. Aber ich stelle fest: es geht nun doch etwas lebendiger zu. Auffallend ist die reichere Instrumentierung, die die glasklare Stimme Perssons in eine hübsche Soundkulisse bettet. Um wohl auf Nummer sicher zu gehen, holte man sich noch Verstärkung von einigen namhaften Kollegen ins Haus: Joan Wasser (von Joan As A Policewoman), James Iha (ex Smashing Pumpkins & A Perfect Circle), Mark Linkous (Sparklehorse) und Anna Ternheim (jaha, ich dachte auch „Hurra“, aber sie ist leider kaum herauszuhören). Meiner Meinung nach ist eine deutliche Steigerung zum Vorgänger durchaus vorhanden. Insgesamt bleibt aber auch nicht sonderlich viel hängen und man hätte sich ruhig etwas mehr trauen können. So bleibt doch jeder Song sehr vorhersehbar.

Wer was für Nebenher sucht, ist hier bestimmt richtig. Für anspruchsvollere Hörer – und das seid ihr ja bestimmt ;o) - dürfte doch relativ schnell gähnende Langeweile aufkommen.

Alles in allem: ganz nett.

3 von 5 Sternen

Hier als Nachschlag noch die aktuelle Single "Stronger Than Jesus"






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