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Freitag, 27. März 2009

#6 Neu auf den Ohren: Fever Ray - Fever Ray

Man muss sich ja immer weiterbilden und Neuem gegenüber offen sein. Bei Neuveröffentlichungen bin ich deshalb immer besonders wachsam. Diese Woche wurde Fever Ray auf Spiegel Online zu einer der wichtigsten CDs der Woche erklärt und meine Neugierde geweckt. Zudem dachte ich, bei Musik aus Schweden muss man besonders die Ohren spitzen – bescherte uns das Land doch schon unzählige erstklassige Bands und Solokünstler. Na ja…was soll ich sagen…Fever Ray gehört für mich wohl nicht dazu. Selten habe ich ein Album gehört, bei dem man so offensichtlich versucht haben muss, vielversprechende Musik zu verunstalten. Denn in der Grundlage sind die meisten Songs von Karin Dreijer Anderson alias Fever Ray eigentlich gar nicht so schlecht. Mit ihren Ideen wandte sie sich an ein Produzentenduo aus der Elektroszene. Und damit haben wir den Salat. Songs, die durchaus einiges an Potenzial zu bieten gehabt hätten, wurden bis zum Umfallen mit aller Gewalt durch den elektronischen Fleischwolf gedreht. Stimmen wurden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und nochmals verlangsamt und wieder übereinander gelegt. Ich glaube, so muss es klingen, wenn mir mal Außerirdische eine Nachricht auf meinem kaputten Handy hinterlassen sollten (oder für alle, die Stargate kennen: so singtein Goa’uld). Ein einziger undefinierbarer Quark. Dazu kommt noch, dass sich die Klangkulisse in wirklich jedem einzelnen Lied zu wiederholen scheint: ein durchgehendes Gewaber und Geklacker aus dem Computer, das unendlich austauschbar vor sich hin plätschert und doch keine Richtung zu finden scheint. Man hätte das Album auch mühelos auf drei Stunden ausdehnen können. Im Übrigen bin ich elektronischer Musik gegenüber nicht abgeneigt und war durchaus bereit, dem Album eine Chance zu geben. Deshalb hörte ich es mir mehrere Male hintereinander an, aber es wollte einfach nicht besser werden. Am Ende war ich nur noch furchtbar genervt. Die einzigen Lichtblicke ergaben sich an den Stellen, an denen wenigstens einmal ein echtes Instrument zu hören ist und die eigentlich interessante Stimme Andersons nicht verfälscht wurde. Auch gibt es einige gute, stimmungsvolle und atmosphärisch eindrucksvolle Momente. Einer von diesen wenigen Lichtblicken ist „Keep The Streets Empty For Me“. Hier lässt sich noch erahnen, was eventuell aus dem Album hätte werden können. So wurden viele gute Ideen einfach vertan. Schade. 

Deshalb gerade einmal 2 von 5 Sternen.

Für diejenigen, die es dennoch einmal versuchen wollen, hier das von mir als bestes empfundene Lied:

Mittwoch, 11. März 2009

#1 Neu auf den Ohren: Yeah Yeah Yeahs - It's Blitz!

Lange und freudig wurde das neue Yeah Yeah Yeahs Album "It's Blitz" erwartet. Das dritte Studioalbum der New Yorker Band der wartet tatsächlich mit neuen Tönen auf. Während der Vorgänger "Show Your Bones" von 2006 eher gemächlich, ja fast schon folkig daherkommt und "Fever to Tell" als rockig bezeichnet werden kann (zumindest von mir) schreit das neue Werk nach Aufmerksamkeit.
Elektronischer ist es, ja, aber noch viel mehr. Wie auch bei den Vorgängeralben ist dieses "mehr" auch hier vorallem durch die Stimme der Leadsängein Karen O begründet. Mal überschlagend, mal hauchend, aber ganz klar: immer sexy und immer typisch.

Auch das neusete Werk bietet Abwechslung. So erinnert etwas "Heads will Roll" an (die aktuelle) Madonna, phasenweise sind sogar Anklänge an Blondie zu hören ("Soft Shock") oder an Softcell, oder soll man grundsätzlich sagen: an die 80er Jahre? Nicht nur elektronischer ist es, es ist gleichzeitig auch tanzbarer, sogar etwas punkig, wie bei "Dull Live". Wer nun die langsameren Töne vermisst, auch hierfür ist gesorgt. So erinnern "Runaway" und "Hysteric" an Titel von "Show your Bones".

So bleibt am Schluss zu sagen: Ja es ist elektronischer, lauter, tanzbarer, schriller, aber trotz dem sind sich die Yeah Yeah Yeahs treu geblieben. Wer Karen O's Stimme verfallen ist, der wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. Und besonders bemerkenswert: einen "Totalausfall" gibt es auf diesem Album nicht, und das ist eher selten. Offen bleibt die Frage was dieses Albumcover soll...nichts desto trotz bekommt dieses Album

Vier von Fünf (imaginären) Sternen





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