Ganz selten gelingt es einer Band, sich mit dem zweiten Album neu zu erfinden, eine neue Richtung einzuschlagen, ohne dabei grausam unterzugehen.
Der britischen Band Noah and the Whale ist aber genau dies gelungen. Während ihr Debutalbum "Peaceful the World lays me Down" richig schönen Indiefolk/-pop darbot, und vor allem auch durch "Gute-Laune-Songs" wie "2 Atoms in a Molecule" glänzte, ist "The First Days of Spring" ein ruhiges, melancholisches Album, bei dem es vor allem um gebrochene Herzen, um Leben die sich verändern, um Trauer geht. Liebeskummer vom feinsten also. Doch wer nun klischeemäßig an schnulzige, schleimige Balladen denkt, liegt falsch.
Denn neben der vielen Trauer einer gescheiterten Beziehung bietet das Album wesentlich mehr, nämlich die Botschaft, dass alles irgendwann wieder besser wird und zwar immer. So wird in vielen der Titeln der Abschied, das Ende einer Liebe beschrieben, mit Sätzen wie: "I'll be lonely, Oh i'll be lonely - again". Diese Art der Texte könnte man zur Genüge zitieren, hier wird Trauer richitggehend zelebriert. Aber zu Beachten ist, wie das Album endet, nämlich mit dem Titel "My door is always open", der, genau wie die erste Single "Blue Skies", an das Weitermachen appeliert.
Musikalisch ist das Album sehr zurückhaltend. So wird zur Akustikgitarre gesungen ohne viel tamtam. Auch das Klavier hat einen festen Platz auf dem neuen Werk, neben den typischen Instrumenten natürlich. So wird die durchgehend mlancholische Stimmung bestens untermalt. Doch wenn man glaubt das Album langsam zu durchschauen, dann taucht plötzlich feinste Klassik auf, so in "Instrumental I". Und weil das noch nicht genug ist wird auch noch ein Chor aufgefahren. Doch auch hier gelingt es der Band, nicht ins kitschig-klischeehafte abzurutschen und das ist nun wirklich eine Leistung. Und wer jetzt denkt, auf dem Album wären ausschließlich ruhige, traurige Nummern, der wird mit "Love of an Orchestra" vom Gegenteil überzeugt.
Getragen wird "The First Days of Spring" aber von einer ganz bestimmten Stimme und zwar der von Charlie Fink. Endlich mal wieder eine Stimme mit Wiedererkennungswert. Und dann noch dieser Akzent...da muss man nicht mehr viel sagen außer:
Vier von Fünf (imaginären) Sternen


