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Montag, 14. September 2009

#13 Konzert: Cecile Corbel - Schaffhausen (CH)

Obwohl wir beide bisher wenig von Cecile Corbel kannten, liessen wir uns gerne überreden, zum Konzert im Kammgarn in Schaffhausen zu gehen. Nur so viel wussten wir: Cecile Corbel spielt - ähnlich wie Alan Stivell - auf der keltischen Harfe und stammt aus der Bretagne. In gemütlicher Café/Bar Atmosphäre ging es pünktlich um 21 Uhr los. In Begleitung von zwei Herren kam Cecile Corbel, ganz in Schwarz, jedoch mit langen, feuerroten Haaren auf die Bühne. Es sollte ein multikultureller Abend werden: der Vortrag in verschiedenen Sprachen - französisch, englisch, spanisch und natürlich bretonisch, die Musik aus den verschiedensten Ländern - Irland, England, Israel, Spanien und vielen mehr.  Begleitet wurde die 29-jährige von Gitarre und E-Bass.

Gleich zu Beginn sind wir überrascht von Corbels Virtuosität beim Harfenspiel, die sie übrigens erst in ihrer Jugend zu spielen begann. Da fliegen die Finger über die 34 Saiten, während ihr nackter Fuß den Takt mitwippt. Ihre weiche und kraftvolle Stimme, irgendwo zwischen Kate Bush, aber nicht ganz so schrill und Loreena McKennitt erfreut das Publikum, vor allem dass sie besser klingt als Hörproben erahnen lassen.

Alles in allem ist der Abend in Schaffhausen ein ruhiger Abend, so sind vor allem Balladen auf dem Programm der Musikerin, doch für keltische Musik ist das ja nicht ungewöhnlich.  Traditionelle Lieder der Bretagne und aus Irland (so u.a. auch eine aufgepeppte Version von "She moved through the Fair") wechseln sich mit selbsgeschriebenen ab, so etwa "Mary", ein Lied über die einzige weibliche Piratin des 18. Jahrhunderts. Überhaupt fällt auf das sich Cecile Corbel gerne mit den verschiedensten Frauen auseinandersetzt. So hört man von Hexen, oder von "Sally free and Easy", einer Frau mit einem Faible für Seemänner.

Wer einen stimmungsvollen Abend erleben möchte und der keltischen Musik nicht abgeneigt ist, dem empfehlen wir wärmstens Cecile Corbel live zu erleben, momentan ist sie auf Deutschlandtour. Auch wärmstens zu empfehlen sind ihre CD's "Songbook Vol. 1 + 2" und “Harpe Celtique et Chants du Monde".

 

Montag, 9. März 2009

#2 Konzert: Cara Dillon, Schaffhausen (CH)

06.03.09: Schaffhausen, Kammgarn

Nachdem es ganze sechs Jahre dauerte, bis die irische Folksängerin wieder den Süden Deutschlands besucht, war mir schnell klar, dass ich zu diesem einzigen Konzert in der Schweiz (und wohl auch überhaupt ausserhalb des UK?) gehen muss! Durch den Schneesturm kämpften wir uns zum Kulturzentrum im Kammgarn. Dort angekommen erwartete uns eine kleinere Halle, in der Tische und Stühle aufgebaut waren, was ich von Konzerten sonst nicht gewohnt bin. Das ganze war aber sehr stimmungsvoll mit Teelichten dekoriert und keltische Symbole waren an den Bühnenhintergrund projeziert. Es wurde auch ziemlich voll, immerhin mussten später noch viele Leute auf der Treppe im hinteren Bereich sitzen. Nachdem wir uns - wie es sich für die Schweiz gehört - mit Rivella ausgestattet hatten, ging es auch schon los. Sehr gut fand ich noch den Hinweis, dass die meisten Leute da waren, um "der Musik zum lose" und jeder, der das nicht wolle, sich sein Geld wieder abholen, dann aber auch bitte gehen möge. Dazu gab es auch Applaus. Komisch, dass alle Leute die Störenfriede hassen, diese sich aber trotzdem an so gut wie jedem Konzert einfinden.

Möglicherweise ist denjenigen ja noch eingefallen, dass sie dann doch lieber ihr Geld sparen. Das Konzert verlief nämlich absolut Störungsfrei.

So, nun aber endlich zum Konzert an sich. Cara Dillon und ihre dreiköpfige Band betraten um 21:05 die Bühne. Sie begrüßte das Publikum und bat darum, "es sich gemütlich zu machen, wo es doch draussen schon so kalt sei". An die Setlist kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern, ab sie spielten natürlich viele Titel von ihrem neuen Album "Hill Of Thieves". Da das Album viele ruhige Traditionals enthält, wurde der Abend auch eher ruhig. Ab und zu wurde die Stimmung von flotteren Stücken aufgeheitert, viele davon auch nur instrumental, bei denen Cara auch mal zur Geige oder zur Flöte griff, und das Publikum deutlich begeisterter Beifall klatschte, als nach den ruhigen Liedern. Immer wieder erzählte sie mit dem schönsten irischen Akzent Geschichten zu den einzelnen Titeln, die meistens natürlich von Frauen handeln, die von Jimmy, Johnny oder Jamie betrogen wurden. Mit einem Lächeln fügte jedesmal hinzu "well, he was a bad man". In die Setlist eingestreut war auch eine Coverversion von Van Morrison's "Crazy Love", bei dem das Publikum mitsingen sollte. Das klappte am Ende sogar ganz gut. Zwei Titel des Abends widmete Cara Dillon Freunden, die mit ihr und der Band in der Umgebung Sightseeing gemacht hatten und sie mit Schokolade ausgestattet hatten (die anscheinend, als nur Cara Dillon und Sam Lakeman einige Lieder zu zweit spielten, vom Rest der Band hinter der Bühne verputzt wurde).

In der Mitte des Abends gab es eine kurze Pause. Danach ging es mit deutlich flotteren Songs weiter, so dass das Publikum auch wieder etwas aktiver wurde. Mein persönliches Highlight war "P Stands For Paddy". Immer wieder faszinierend fand ich, wie alle Musiker mehrfach in einem Lied ihre Instrumente wechselten. So gab es mehrere Flöten, eine Art Dudelsack, der aber nicht geblasen, sondern irgendwie mit dem Arm aufgepumpt wird, eine Geige, zwei Gitarren und natürlich Klavier ("Can you imagine how difficult it is to get the grand piano on board of an easy jet airplane???").

Am Schluss wurden noch zwei Zugaben gespielt, passenderweise "The Parting Glass", was wohl wirklich als Abschluss gedacht war, und nach mintenlangem Applaus noch von Cara a capella auf gälisch "Fil, Fil A Run Ó". Eigentlich war es wunderschön und Cara Dillons Stimme ist live einfach noch umwerfender als auf ihren Alben. Leider wurde die schöne Stimmung gerade bei den ganz leisen Stücken von andauernden Bässen gestört, die wohl zur Disco gehörten, die direkt unter der Halle liegt. Schade. Dennoch war es ein gelungener, fast zweistündiger Abend. Die Setlist hätte etwas weniger eintönig sein dürfen, was sich ja aber wie gesagt nach der Pause besserte.

Hoffentlich dauert es nicht wieder sechs Jahre bis wir Cara Dillon das nächste Mal live erleben dürfen. Vielleicht wäre ja Bestechung mit Schokolade eine Möglichkeit. Ich geh schon mal einkaufen...






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