Freitag, 27. März 2009

#6 Neu auf den Ohren: Fever Ray - Fever Ray

Man muss sich ja immer weiterbilden und Neuem gegenüber offen sein. Bei Neuveröffentlichungen bin ich deshalb immer besonders wachsam. Diese Woche wurde Fever Ray auf Spiegel Online zu einer der wichtigsten CDs der Woche erklärt und meine Neugierde geweckt. Zudem dachte ich, bei Musik aus Schweden muss man besonders die Ohren spitzen – bescherte uns das Land doch schon unzählige erstklassige Bands und Solokünstler. Na ja…was soll ich sagen…Fever Ray gehört für mich wohl nicht dazu. Selten habe ich ein Album gehört, bei dem man so offensichtlich versucht haben muss, vielversprechende Musik zu verunstalten. Denn in der Grundlage sind die meisten Songs von Karin Dreijer Anderson alias Fever Ray eigentlich gar nicht so schlecht. Mit ihren Ideen wandte sie sich an ein Produzentenduo aus der Elektroszene. Und damit haben wir den Salat. Songs, die durchaus einiges an Potenzial zu bieten gehabt hätten, wurden bis zum Umfallen mit aller Gewalt durch den elektronischen Fleischwolf gedreht. Stimmen wurden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und nochmals verlangsamt und wieder übereinander gelegt. Ich glaube, so muss es klingen, wenn mir mal Außerirdische eine Nachricht auf meinem kaputten Handy hinterlassen sollten (oder für alle, die Stargate kennen: so singtein Goa’uld). Ein einziger undefinierbarer Quark. Dazu kommt noch, dass sich die Klangkulisse in wirklich jedem einzelnen Lied zu wiederholen scheint: ein durchgehendes Gewaber und Geklacker aus dem Computer, das unendlich austauschbar vor sich hin plätschert und doch keine Richtung zu finden scheint. Man hätte das Album auch mühelos auf drei Stunden ausdehnen können. Im Übrigen bin ich elektronischer Musik gegenüber nicht abgeneigt und war durchaus bereit, dem Album eine Chance zu geben. Deshalb hörte ich es mir mehrere Male hintereinander an, aber es wollte einfach nicht besser werden. Am Ende war ich nur noch furchtbar genervt. Die einzigen Lichtblicke ergaben sich an den Stellen, an denen wenigstens einmal ein echtes Instrument zu hören ist und die eigentlich interessante Stimme Andersons nicht verfälscht wurde. Auch gibt es einige gute, stimmungsvolle und atmosphärisch eindrucksvolle Momente. Einer von diesen wenigen Lichtblicken ist „Keep The Streets Empty For Me“. Hier lässt sich noch erahnen, was eventuell aus dem Album hätte werden können. So wurden viele gute Ideen einfach vertan. Schade. 

Deshalb gerade einmal 2 von 5 Sternen.

Für diejenigen, die es dennoch einmal versuchen wollen, hier das von mir als bestes empfundene Lied:

#5 Neu auf den Ohren: Cocoon - All my friends died in a plane crash

Zitieren möchte ich zu Beginn Mark Dumail, den männlichen Part des Duos Cocoon: “I wanted it to be a male-female duet. A duo like the White Stripes are in rock — we wanted to be the equivalent in folk music", und weiter: “Basically, Cocoon’s musical inspiration goes all the way from groups like The Pentangle and Fairport Convention right through to the ‘new folk’ movement that surfaced around the beginning of 2000 with artists like Coco Rosie, Devandra Banhart and Sufjan Stevens." Demnach hatte ich, als Hörerin der meisten oben aufgeführten Bands und Musikern sehr große Erwartungen als ich die Debut CD "All my friends died in a planecrash" zum ersten Mal hörte.
So schaffen Morgane Imbeaud und Mark Dumail zerbrechlich wirkenden, ruhigen Folk der in Frankreich einschlug wie eine Bombe und eine Reihe frenetischer Reviews nach sich zog, auch in Deutschland. Auffallend ist die schöne Instrumentierung mit Gitarren, Banjos, sowie die Stimme von Mark Dumail, der die Leadvocals singt. Während des Hörens komm ich nicht umhin zu denken: Mir scheint er hat sehr viel Ben Harper gehört in seinem Leben, so stimmen die Nuance und der Klang der beiden Männerstimmen größtensteils stark überein.
alles in allem ein sehr süßliches, schön klingendes Album, doch was fehlt sind Höhepunkte. So plätschert sie allzu oft schlicht vor sich hin und man hat Probleme die Titel zu unterscheiden. Innovative Musik, die etwas die White Stripes machen, sich immer neu erfindend, fehlt hier. So kann man den selbst hergestellten Vergleich der Band kaum ernstnehmen. Auch Vergleiche zu 70er Jahren Bands wie etwa Fairport Convention sind unverständlich, denn Cocoon reichen nicht einmal ansatzweise an den wunderbaren Folk dieses Jahrzehnts heran.
Wer gerne ruhigen, Hintergrund-Folk hört, ist mit Cocoon sicher gut beraten. Alle die mehr erwarten als einen geschmacklosen CD-Titel und dahinplätschernde Musik sollten nicht auf dieses CD zurückgreifen.

Daher:
Zwei von fünf (imaginären) Sternen

Mittwoch, 25. März 2009

#1 Zeitreise: Alan Stivell – À l’olympia

Mit Barden aus Frankreich verband ich bis vor etwa einem Jahr nur den schrecklich schief singenden Troubadix aus Asterix, dem jemand (zu Recht) seine Harfe über den Kopf gehauen und ihn an einen Baum gebunden hatte. Bei Alan Stivell hat das zum Glück niemand gemacht. Bekannt wurde Alan Stivell vor allem in den 70er Jahren, als er mit seiner keltischen Harfe traditionelle französische und britische Musik neu interpretierte - viele kennen wahrscheinlich noch "Tri Martolod". Irgendwann stieß ich per Zufall auf den Mann aus der Bretagne, dessen Harfenspiel mich schlichtweg umgehauen hatte. Da sich vor einer Weile parallel meine Liebe zur Musik der 70er und zu alten Schallplatten entwickelte (und die Alben als CD relativ schwer zu bekommen sind), legte ich mir bald die frühen Werke von Alan Stivell auf Vinyl zu. Neulich stolperte ich dann über das Livealbum „À l’olympia“, das gerade einmal 5 Euro kostete und sich als wahrer Glücksgriff entpuppen sollte. Da weder das Internet, noch die Plattenhülle viele Informationen preisgeben, weiß ich nicht einmal genau, aus welchem Jahr das Konzert stammt. Veröffentlicht wurde die Platte auf jeden Fall 1972. Und wieder einmal denke ich mit leichter Wehmut daran, dass ich vielleicht einfach ein paar (viele) Jährchen zu spät auf die Welt gekommen sein könnte. Denn was damals im Pariser Olympia für eine Stimmung gewesen sein muss, kann man sich heute an vielen Konzerten nur noch wünschen. Neben einigen Liedern aus vorherigen Veröffentlichungen spielte Stivell mit seiner 9-köpfigen Band auch viel bis dahin nicht bekanntes Material, das noch lange Zeit nur auf dieser Liveversion veröffentlicht bleiben sollte. Selten habe ich ein Livekonzert gehört, bei dem man der gesamten Truppe so eine unglaubliche Spielfreude anhört. Neben der erwähnten Harfe durften natürlich Flöten nicht fehlen. Dazu kamen noch Geigen, (E-)Gitarren, Cello, eine Orgel und ein Banjo. Durch den Einsatz der Orgeln entstand ein Touch von Progressive Rock, dann wieder ein wenig in Richtung Jazz (aber keine Sorge, nicht zu viel davon, weil Jazz ist nicht meine Welt) und sehr viel Folk. Gesungen wurde auf bretonisch, französisch und englisch. Das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten machte einfach eine fantastische Mischung, so dass nach jedem Lied das Publikum vor Begeisterung geradezu brüllte. Ich weiß nicht, ob es Einbildung ist, auf jeden Fall bin ich der Meinung, dass ein solches Konzert (dazu noch in einer so außergewöhnlich guten Qualität) von einer Schallplatte abgespielt die Atmosphäre wirklich um Lichtjahre besser wiedergibt als eine „sterile“ CD (für diejenigen, die doch CD´s bevorzugen, das Album kam später als „Olympia Concert“ raus).
Wer also traditionellen, aber kreativ interpretierten und nicht 08/15 Folk gerne mag, sollte sich dieses Album unbedingt zulegen. Ich hätte im Übrigen gerne ein paar hilfreiche Links als Hörproben gepostet, aber leider wurde keines der Videos auf Youtube dieser einzigartigen Platte gerecht. Sollte ich doch noch einen finden, werde ich ihn euch natürlich nicht vorenthalten. Anspieltipps sind (neben wirklich ALLEN Titeln): "Suite Sudarmoricaine" und "The King Of The Fairies". Bei mir kam zum ersten Mal überhaupt die Unendlich-Abspielen-Funktion meines Plattenspielers zum Einsatz, weshalb ich hier jetzt einfach ganz dreist zum Blindkauf rate. Oh, und mein inneres Bild vom singenden Barden hat sich mittlerweile übrigens auch gewandelt.
Für mich seit Langem ein absolutes 5 von 5 Sternen Album!

#4 Konzert: Kaki King, München

Selbst im Deutsche Bahn Mobil Magazin konnte man etwas über sie lesen: Dass sie nach dem 11. Semptember in den U-Bahnhöfen spielte um ihre Mitmenschen auzuheitern und dass sie als einzige weibliche Gitarristen unter die besten Gitarristen im Rolling Stone gewählt wurde. Was es bedeutete, was sie auszeichnet zu den besten Gitarristen zu gehören wusste ich nicht...bis gestern Abend.
Der Konzertabend begann chaotisch. Einlass sollte um 8 Uhr sein, Beginn um halb 9. 10 nach 8 als wir zum Backstage kamen hörte man die Band noch soundchecken und die Schlange draußen in der Kälte wurde immer länger und länger. Erst kurz vor 9 begann der Einlass und das auch noch schlecht organisiert. Liebes Backstage: Das ist noch ausbaufähig.
Während das Publikum noch eingelassen wurde spielte bereits das Vorprogramm, ein Herr der sich mit: "Mein Name ist Kellner" vorstellte. Kellner, ein Regensburger Singer- und Songwriter, spielte tolle, folkige Musik zur Akustikgitarre und sang mit einer wahnsinnig aussagekräftigen, ansprechenden Stimme, die mich teilweise an Everlast erinnerte. Sehr Schade dass er schon spielte während noch Einlass war, aber sonst hätte sich wohl alles nach hinten verschoben. Nichts desto trotz, bitte genießen:



Der Backstage Club füllte sich immer mehr bis zu seinen Kapazitätsgrenzen, sodass die bis dato gesperrte "Loge" geöffnet wurde. Genau dort fand ich meine Platz, mit einem tollen Überblick und Blick auf die Bühne.

Kaki King begann gegen 21:45 mit ihrem Konzert und blieb zwei volle Stunden. Als Verstärkung hatte sie den "crazy professor" Dan Brantigan (der ein mysteriöses Instrument spielte, das mich den ganzen Abend beschäftigte. Heute haben nachforschungen meinerseits ergeben, dass es sich um eine/n analog EVI handelt. Kam wohl in den 70ern auf und ist heute recht selten. Aha!) und den Drummer Matt Hankle an ihrer Seite. Ich, zugegebenermaßen, wenig informiert war überrascht als die sehr kleine, zierliche, schüchtern wirkende Kathrine die Bühne betrat. "Die soll toll Gitarre spielen? Kaum zu glauben" dachte ich. Ich möchte um Verzeihung bitten, denn die meistens Songs kannte ich nicht oder nur perifär, sodass eine Tracklist definitiv nicht drin ist.
Während sie den ersten Titel mit einer Lap Steel Guitar bestritt, wechselte sie schon beim zweiten zu ihrer Akustik Gitarre. Und dann geschah das:



Und ich verstand. Verstand warum der Rolling Stone sie gewählt hat, verstand so vieles. Und auch den Eindruck einer schüchternen Frau widerlegte sie sehr schnell mit Sätzen wie: "Fucking Shit, i forgot this thing backsage i need for the next song. i know this looks so unprofessional, but it's fun." Ja, das fand das Publikum auch.
Kaki King wechselte zwischen Lap Steel-, Akusitk- und zwei E-Gitarren. Meist blieb es ohne Gesang, aber auch songs wie "Pull me out Alive" oder "Life being what it is", beides von ihrem aktuellen Album Dreaming of Revenge, wurden selbstverständlich ebenfalls vorgetragen, genauso wie das wohlbekannte und beliebte "Playing with Pink Noise" und "Gay Sons of Lesbian Mother", welches als eine der Zugaben folgte.


Duch eine gelunge Mischung von laut und leise, folkig und progressiv schaffte Kaki King einen schönen, abwechslungsreichen Abend. Besucher wie ich, die Kaki King noch nicht richtig kannte, kamen genauso auf ihre Kosten wie Kaki King Fans. Besonders erwähnen möchte ich ihre zweite Zugabe die mich persönlich immens freute. Mit den Worten: "I fucked this up as i tried to play it the last time. This is a song of one of my friends and favourite singer- and songwriter, although she doesn't like to be called so: Devon Sproule" --> Rebekka im 7. Himmel. Und so spielte die in New York lebende Künstlerin eine sehr schöne, zerbrechliche Version von "Plea for a good night's rest" von Devons wunderbarem Album Upstate Songs (so, dafür wäre jetzt auch Werbung gemacht!")

Alles in allem: sehr lohnenswert live zu sehen, sogar noch mehr als ihre CD's zu kaufen und "nur" zu hören. Denn was Kaki King bietet ist wirklich sehr sehenswert.

Dienstag, 24. März 2009

#4 Neu auf den Ohren: Polly Scattergood - Polly Scattergood

Der Name! Also wenn der mal nicht beste Vorraussetzungen für eine musikalische Karriere ist. Doch was hat die junge Dame die hinter diesem Namen steckt auf ihrem gleichnamigen Album zu bieten?
Ich möchte chronologisch Beginnen, mit dem ersten Lied der CD: "I hate the Way". Dieser Song zeigt alles was späte auf der gsamten CD zu finden sit. Allein dieser Song bietet den Facettenreichtum den manche Alben als Ganzes nicht erreichen. Hier wird intensiv geflüstert, ja, gehaucht sogar, süßlich gesungen, verzweifelt geschluchst. "I hate the Way" hangelt sich konstant seinem Höhepunkt entgegen, von leise nach laut, von elektronisch zum Piano. Und es Ended wie es begann, leise flüsternd hört der Zuhörer: "then i think he loves me and he'll stops licking up the other girls" so traurig und verzweifelt das man von nun an zuhören MUSS.
Während der Zuhörer vom Gefühl in ihrer Stimme, das selbst das alter "Musik-Häsinnen" wie etwas Tori amos oder PJ Harvey übertrifft schlittert man plötzlich in einen fröhlichen Song. In bester Miss Li Manier trällert die junge Britin zu Piano und Co. und man findet sich mitwippend und ist gleich bei diesem vierten Song "Please don't touch" überrascht über unerwartete Wendung.
Doch es geht schnell weiter und während man sich ncoh frag an wen oder was einen der Beginn von "Unforgiving Arms" nun erinnert so hat der Song schon seine Art gewechselt. Und dann fällt es doch ein: an Kate Bush's gesprochene Part auf Aerial. Doch das liegt vielleicht auch am reizenden englischen Akzent der Sängerin.
Auch wunderschön-tragische Piano-Balladen wie der "Poem Song" fehlen auf diesem Album nicht. Klassisch und doch durch ihre Schlichtheit beeindruckend. Auch hier aber ich automatisch wieder Miss Li im Ohr.

Während Polly Scattergood in verschiedensten Kritiken mit den verschiensten Sängerinnen in Verbindung gebracht wurde (Tori Amos, Kate Bush, PJ Harvey etc. pp.) finde auch ich parallelen, wie die bereits erwähnte Miss li, aber auch ich höre manchmal Kate Bush, oder Tori Amos, denn Polly Scattergood versteht es wie sie Gefühl in die Stimme zu legen. Auch ein Joanna Newsom verdächtiges Quietschen wie in "Nitrogen Pink" gelingt er und auch der Klangfarbe von Kirstin Hersh entspricht ihre Stimme in bestimmten Passagen. Was wohl klar ist: man hört viel bereits bekanntes. Aber gerade die Menge und die Mischung dieses Bekannten macht es zu etwas komplett Neuem, Innovativem das mit Nichts wirklich zu vergleichen ist. Und damit ist der Musikerin mit ihrem Debut etwas gelunge, das nur sehr wenigen gelingt: Es ist abwechslungsreich, voll von Gefühlen und Verletzlichkeit, von elektronischen und klassischen, einfach voll von Neuem.

"If I had some elegance, some airs or grace" singt sie im "Poem Song" und zumindest ihr Album hat all das. Daher

Fünf von Fünf (imaginären) Sternen

Und ein Schmankerl zum Schluss:

Mittwoch, 18. März 2009

#3 Neu auf den Ohren: Christine Fellows - Nevertheless

Da sieht man mal wieder, was ein gutes CD-Cover alles ausmachen kann. Als ich mich neulich im Laden durch die Stapel wühlte, fiel mein Blick auf dieses Album. Und ich gebe es ja zu, auf eine schön aufgemachte Verpackung springe ich schnell an. Ich versuchte mir also, den Namen zu merken: Christine Fellows. Als ich zu Hause nach einigem Grübeln wieder darauf kam, hörte ich mir  gleich im Internet das Album an, und: tadaa! – das Titelbild hat nicht zu viel versprochen. Zugegeben, Nevertheless ist schon aus dem Jahr 2007 und damit eigentlich keine Neuheit mehr. Aber, wie so oft, bleibt ja viele gute Musik unentdeckt. 
Das Album beginnt rein instrumental, aber mit welch einer Vielfalt! Klavier, Xylophon, Geigen... schön! Stimmlich klingt Christine Fellows ein wenig wie Kristin Hersh, bleibt aber in ihren Kompositionen trotzdem deutlich zugänglicher. Innerhalb der Lieder ist eine unglaubliche Liebe zu Details herauszuhören, und so gilt es bei jedem neuen Durchlauf wieder und wieder etwas zu entdecken. So ist beispielsweise das Winseln eines Hundes eingestreut oder auch das Klicken einer Schreibmaschine im Hintergrund einer gesprochenen Passage. Abgerundet wird das Ganze von intelligenten Texten, melodischen Refrains und einem rhythmischen Klavier. Die dunkle Grundstimmung wird oft von fröhlichen Teilen durchbrochen. Langweilig wird es wegen der bereits erwähnten Detailfreude und vielen Tempowechseln innerhalb der einzelnen Titel nie. 
Nevertheless ist neben Kompositionen für Filmsoundtracks bereits das vierte Album der 41-jährigen Kanadierin, in das ich mich schlichtweg verliebt habe. Übrigens bin ich noch am gleichen Mittag in den Laden zurück gegangen und habe es mir gekauft.

Meine Anspieltipps sind: Let Us Have Done With The Umbrella Of Our Contagion (Welch ein Titel!), Saturday Night On Utopia Parkway, The Spinster's Almanac und viele mehr.
Die Homepage von Christine Fellows mit dem vollen Album zum anhören: http://www.christinefellows.com/

****  von *****


Dienstag, 17. März 2009

#2 Neu auf den Ohren: Emmy the Great - first Love

Okay zugegeben, so neu auf den Ohren ist Emmy the Great nicht mehr, denn das Release Date ihrer CD "First Love" war bereits Anfang Februar. Aber trotz allem verdient dieses Album, das definitv neu auf meinen Ohren ist, eine Review.
Vorwegnehmen muss ich folgende Regel die ich selbst austellte: ist das erste Lied eine CD richtig gut ist der Rest meist so lala oder gar schlecht. Oder eben anderstrum, ist der Beginn schlecht, dann ist der Rest meist überragend. Dies trifft sicher in 90% aller Fälle zu, nicht aber in diesem. Das wäre auch zu Schade. Auch der etwas flach wirkende Titel schafft es nicht diesem Album das Wasser zu reichen.
Das Album beginnt mit dem wirklich herausragenden "Absentee". Ein melodiöser, folkiger Song bester Qualität. schon hier ist klar: Toller Stimme. Gerne würde ich dieses jetzt vergleichen, doch mir fällt keine Stimme ein dich ich als Vergleich heranziehen kann. Man könnte emmy the Great schlicht als frisch bezeichen. Da es verlorene Liebesmüh ist eine Stimme zu beschreiben:



Was ihr soeben (hoffentlich) gehört habt war eine schöne Version eines weiteren Highlights dieses Albums: "City Song".
Zu Bemerken neben der sehr angenehmen Stimme die ebenso angenehmen Lyrics. Was bei "Absentee" beginnt setzt sich über das gemate Werk fort, mal ganz still und reduziert, dann wieder untermalt durch eine reichere Instrumentierung, melodiös, fröhlich, mitreisend und charmant. Von einem Highlight wird man so zum nächten geführt. Besonders hervorheben möchte ich noch den titelgebenden Song "First Love" der u.a. durch einen spannenden Reim" besicht: "Halleluja, Halleluja and the sky was so much bluer" und dessen Ende es schafft an Regina Spektor zu erinnern. So schafft die heute in London lebende Emma-Lee Moss etwas besonderes: ein Folk-Album ohne Abstürze, ohne Langeweile, ohne Durststrecken.

Daher:
Vier von Fünf (imaginären) Sternen

Mittwoch, 11. März 2009

#1 Neu auf den Ohren: Yeah Yeah Yeahs - It's Blitz!

Lange und freudig wurde das neue Yeah Yeah Yeahs Album "It's Blitz" erwartet. Das dritte Studioalbum der New Yorker Band der wartet tatsächlich mit neuen Tönen auf. Während der Vorgänger "Show Your Bones" von 2006 eher gemächlich, ja fast schon folkig daherkommt und "Fever to Tell" als rockig bezeichnet werden kann (zumindest von mir) schreit das neue Werk nach Aufmerksamkeit.
Elektronischer ist es, ja, aber noch viel mehr. Wie auch bei den Vorgängeralben ist dieses "mehr" auch hier vorallem durch die Stimme der Leadsängein Karen O begründet. Mal überschlagend, mal hauchend, aber ganz klar: immer sexy und immer typisch.

Auch das neusete Werk bietet Abwechslung. So erinnert etwas "Heads will Roll" an (die aktuelle) Madonna, phasenweise sind sogar Anklänge an Blondie zu hören ("Soft Shock") oder an Softcell, oder soll man grundsätzlich sagen: an die 80er Jahre? Nicht nur elektronischer ist es, es ist gleichzeitig auch tanzbarer, sogar etwas punkig, wie bei "Dull Live". Wer nun die langsameren Töne vermisst, auch hierfür ist gesorgt. So erinnern "Runaway" und "Hysteric" an Titel von "Show your Bones".

So bleibt am Schluss zu sagen: Ja es ist elektronischer, lauter, tanzbarer, schriller, aber trotz dem sind sich die Yeah Yeah Yeahs treu geblieben. Wer Karen O's Stimme verfallen ist, der wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. Und besonders bemerkenswert: einen "Totalausfall" gibt es auf diesem Album nicht, und das ist eher selten. Offen bleibt die Frage was dieses Albumcover soll...nichts desto trotz bekommt dieses Album

Vier von Fünf (imaginären) Sternen

Montag, 9. März 2009

#3 Konzert: Ghost Bees, München

05.03.2009, Sunny Red, München

Wenn schon denn schon, dachte ich mir als ich mich nach nur 2 Tagen nach dem Emily Jane White Konzert abermals auf den Weg zum Feierwerk machte. Die Ghost Bees sielten im Sunny Red.

Von ihrer Debut-CD "Tasseomancy", die ich seit Monaten höre, beeindruckt und berührt freut ich mich sehr auf diesen Abend und hatte außerdem das Glück zwei Freunde zu Überzeugen mitzukommen, da ich befürchtete es könnten wenig Besucher werdem. Eine Befürchtung die sich übrigens bestätigte...gleich mehr.

Das Konzert war auf 8 uhr angesetzt. Schon beim Betreten des kleinen Raumes wurde uns aber gesagt, dass sich der Beginn verzögere, da die Ghost Bees erst vor wenigen Minuten eingetroffen sind. Machte aber nichts, denn 1) waren wir wirklich nur zu dritt und hofften auf größeren Andrang und 2) konnten wir so noch den Soundcheck (das wunderbare Lied "Sinai") anhören.

21 Uhr: wir waren immer noch zu dritt und Sup with Pluto aka Claudia eröffnete solo mit ihrer Gitarre. Über Musik, Stimmen etc lässt sich streiten, und obwohl ich von ihrer Stimme nicht begesitert war hat sie einen rießen Vorteil: viel Gefühl. Man merkte wieviel Herzblut in ihren folkigen Songs à la ani di Franco steckten und das berührte! Währenddessen waren zwei weitere Zuhörer eingetroffen. also immerhin zu fünft ;)

Bild von http://www.cbc.ca/radio2/

Gegen 21:30 Uhr war es dann endlich so weit: die Ghost Bees. Das kanadische Schwesternduo Sari und Romy sah nicht nur fantastisch aus, nein, ihre Musik war einfach sagenhaft. Ihre Stimmen harmonierten perfekt. Gitarre und Mandoline (schmacht) harmonierten ebenso gut. Von Aufregung oder der Tatsache das es ihr erster Auftritt in Europa war, war nichts zu spüren. Während sie in etwas über einer Stunde "Sinai", "Erl King", "Tasseomancy" sowie 4 mir unbekannte Songs spielten überredeten wir sie noch zu einer Zugabe. Nachdem Sari Romy überredete eine Zugabe zu spielen fragt sie: "Do you wanna hear a new song or a song about vampires?" Die Antwort war natürlich: "Both". Im Endeffekt wurde es dann "Vampires of the West Coast", den neuen Song fanden beide noch nicht fertig genug. Schade, aber man kann ja nicht alles haben.

Nach dem Konzert und dem signieren einer Cd die ich dort erstand verwickelten ich und meine beiden Konzertbegleiter die beiden Damen in ein Gespräch über den Erl King, und dessen Bedeutung.
"Wer reitet so spät durch Nacht und Wind Es ist der Vater mit deinem Kind", zitiere ich, denn mehr weiß ich nicht. Sari gefällts. Sie erzählen uns von ihrem gerade begonnen aufenthalt in Europa, ihrer Bestrebung den Schwarzwald zu sehen und ihrem Unwissen wie man die ganzen Orte an denen sie Auftreten nun ausspricht.

Gegen 23:20 Uhr endet so ein wunderbarer Abend der leider von viel zu wenigen Menschen geteilt wurde. Daher meine Bitte: geht zu ihren Konzerten wenn ihr könnt. Es lohnt sich und Spottbillig ist es auch!

13.Mrz.2009 20:00
TREIBHAUS Luzern
14.Mrz.2009 20:00
VISIONAIRE Brescia
17.Mrz.2009 20:00
KULTURBUNKER Cologne
18.Mrz.2009 20:00
FLECH´DOR Paris
19.Mrz.2009 20:00
EXHAUS Trier
20.Mrz.2009 20:00
Jugendkulturhaus Cairo Würzburg
21.Mrz.2009 20:00
KLUB RADAR @ TIVOLI w/skeletons Utrecht



#2 Konzert: Cara Dillon, Schaffhausen (CH)

06.03.09: Schaffhausen, Kammgarn

Nachdem es ganze sechs Jahre dauerte, bis die irische Folksängerin wieder den Süden Deutschlands besucht, war mir schnell klar, dass ich zu diesem einzigen Konzert in der Schweiz (und wohl auch überhaupt ausserhalb des UK?) gehen muss! Durch den Schneesturm kämpften wir uns zum Kulturzentrum im Kammgarn. Dort angekommen erwartete uns eine kleinere Halle, in der Tische und Stühle aufgebaut waren, was ich von Konzerten sonst nicht gewohnt bin. Das ganze war aber sehr stimmungsvoll mit Teelichten dekoriert und keltische Symbole waren an den Bühnenhintergrund projeziert. Es wurde auch ziemlich voll, immerhin mussten später noch viele Leute auf der Treppe im hinteren Bereich sitzen. Nachdem wir uns - wie es sich für die Schweiz gehört - mit Rivella ausgestattet hatten, ging es auch schon los. Sehr gut fand ich noch den Hinweis, dass die meisten Leute da waren, um "der Musik zum lose" und jeder, der das nicht wolle, sich sein Geld wieder abholen, dann aber auch bitte gehen möge. Dazu gab es auch Applaus. Komisch, dass alle Leute die Störenfriede hassen, diese sich aber trotzdem an so gut wie jedem Konzert einfinden.

Möglicherweise ist denjenigen ja noch eingefallen, dass sie dann doch lieber ihr Geld sparen. Das Konzert verlief nämlich absolut Störungsfrei.

So, nun aber endlich zum Konzert an sich. Cara Dillon und ihre dreiköpfige Band betraten um 21:05 die Bühne. Sie begrüßte das Publikum und bat darum, "es sich gemütlich zu machen, wo es doch draussen schon so kalt sei". An die Setlist kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern, ab sie spielten natürlich viele Titel von ihrem neuen Album "Hill Of Thieves". Da das Album viele ruhige Traditionals enthält, wurde der Abend auch eher ruhig. Ab und zu wurde die Stimmung von flotteren Stücken aufgeheitert, viele davon auch nur instrumental, bei denen Cara auch mal zur Geige oder zur Flöte griff, und das Publikum deutlich begeisterter Beifall klatschte, als nach den ruhigen Liedern. Immer wieder erzählte sie mit dem schönsten irischen Akzent Geschichten zu den einzelnen Titeln, die meistens natürlich von Frauen handeln, die von Jimmy, Johnny oder Jamie betrogen wurden. Mit einem Lächeln fügte jedesmal hinzu "well, he was a bad man". In die Setlist eingestreut war auch eine Coverversion von Van Morrison's "Crazy Love", bei dem das Publikum mitsingen sollte. Das klappte am Ende sogar ganz gut. Zwei Titel des Abends widmete Cara Dillon Freunden, die mit ihr und der Band in der Umgebung Sightseeing gemacht hatten und sie mit Schokolade ausgestattet hatten (die anscheinend, als nur Cara Dillon und Sam Lakeman einige Lieder zu zweit spielten, vom Rest der Band hinter der Bühne verputzt wurde).

In der Mitte des Abends gab es eine kurze Pause. Danach ging es mit deutlich flotteren Songs weiter, so dass das Publikum auch wieder etwas aktiver wurde. Mein persönliches Highlight war "P Stands For Paddy". Immer wieder faszinierend fand ich, wie alle Musiker mehrfach in einem Lied ihre Instrumente wechselten. So gab es mehrere Flöten, eine Art Dudelsack, der aber nicht geblasen, sondern irgendwie mit dem Arm aufgepumpt wird, eine Geige, zwei Gitarren und natürlich Klavier ("Can you imagine how difficult it is to get the grand piano on board of an easy jet airplane???").

Am Schluss wurden noch zwei Zugaben gespielt, passenderweise "The Parting Glass", was wohl wirklich als Abschluss gedacht war, und nach mintenlangem Applaus noch von Cara a capella auf gälisch "Fil, Fil A Run Ó". Eigentlich war es wunderschön und Cara Dillons Stimme ist live einfach noch umwerfender als auf ihren Alben. Leider wurde die schöne Stimmung gerade bei den ganz leisen Stücken von andauernden Bässen gestört, die wohl zur Disco gehörten, die direkt unter der Halle liegt. Schade. Dennoch war es ein gelungener, fast zweistündiger Abend. Die Setlist hätte etwas weniger eintönig sein dürfen, was sich ja aber wie gesagt nach der Pause besserte.

Hoffentlich dauert es nicht wieder sechs Jahre bis wir Cara Dillon das nächste Mal live erleben dürfen. Vielleicht wäre ja Bestechung mit Schokolade eine Möglichkeit. Ich geh schon mal einkaufen...

Sonntag, 8. März 2009

#1 Konzert: Emily Jane White, München

04.03.09: München, Orangehouse

Nach diesem Konzertabend ist einses klar: genug Material für ein neues Album hat die Sängerin aus San Fransisco schon zusammen.

Doch von Anfang an. Die Vorhut bestreitet Marybeth d'Amico trotz technischer Probleme professionell. Von ihrem selbstveröffentlichten Album "Heaven, Hell, Sin & Redemption" spielt sie 6 Tracks. Für mich (und wie ich glaube für andere ebenso) war das Highlight Ohio und Oblivion.

Emily Jane White betrat gegen 21:45 die Bühne und blieb dort etwa 1 1/2 Stunden. Sie eröffnete den Abend mit dem ersten Track ihres Albums "Dark Undercoat", Bessie Smith. Von diesem Album folgen im laufe des Abends: Dark Undercoat, Hole in the Middle, The Demon, Two Shots to the Head, Wild tigers i have known & Blue (wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht), sowie ca. 10 neue Songs in üblicher Emily Jane White Manier: etwas spröde, dunkel, mysteriös. Und genau wie ihre Musik scheint Emily Jane White zu sein. Sie spricht kaum, nur ein leises "Thank you" lässt sich manchmal vernehmen, oder Genuschel das nicht zu verstehen ist. 

Später erzähl mit Marybeth d'Amico, dass sie Emily Jane White fragte warum sie so wenig auf der Bühne spreche, worauf sie antwortete: "I just hate to talk on stage!" So, dann wär das also auch geklärt.

Ein Wehmutstropfen bleibt (oder zwei): leider fehlten dem Konzert der eine oder andere Höhepunkt. Es floss über Strecken vor sich hin. -aus einer solchen Durststrecke riss das Publikum einmal "Hole in the Middle". Sowas hätte öfter nicht geschadet. Oh, und der zeite, zugegebenermaßen subjektive: Die Pedal Steel Guitar. Schreckliches Instrument das.

Fazit: Ein schöner Konzertabend. Eine überzeugende Ms. White. Die Hoffnung auf eine neue CD und, ganz klar, ein zufriedenes Gefühl irgendwo in der Magengegend.






Statistiken