Man muss sich ja immer weiterbilden und Neuem gegenüber offen sein. Bei Neuveröffentlichungen bin ich deshalb immer besonders wachsam. Diese Woche wurde Fever Ray auf Spiegel Online zu einer der wichtigsten CDs der Woche erklärt und meine Neugierde geweckt. Zudem dachte ich, bei Musik aus Schweden muss man besonders die Ohren spitzen – bescherte uns das Land doch schon unzählige erstklassige Bands und Solokünstler. Na ja…was soll ich sagen…Fever Ray gehört für mich wohl nicht dazu. Selten habe ich ein Album gehört, bei dem man so offensichtlich versucht haben muss, vielversprechende Musik zu verunstalten. Denn in der Grundlage sind die meisten Songs von Karin Dreijer Anderson alias Fever Ray eigentlich gar nicht so schlecht. Mit ihren Ideen wandte sie sich an ein Produzentenduo aus der Elektroszene. Und damit haben wir den Salat. Songs, die durchaus einiges an Potenzial zu bieten gehabt hätten, wurden bis zum Umfallen mit aller Gewalt durch den elektronischen Fleischwolf gedreht. Stimmen wurden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und nochmals verlangsamt und wieder übereinander gelegt. Ich glaube, so muss es klingen, wenn mir mal Außerirdische eine Nachricht auf meinem kaputten Handy hinterlassen sollten (oder für alle, die Stargate kennen: so singtein Goa’uld). Ein einziger undefinierbarer Quark. Dazu kommt noch, dass sich die Klangkulisse in wirklich jedem einzelnen Lied zu wiederholen scheint: ein durchgehendes Gewaber und Geklacker aus dem Computer, das unendlich austauschbar vor sich hin plätschert und doch keine Richtung zu finden scheint. Man hätte das Album auch mühelos auf drei Stunden ausdehnen können. Im Übrigen bin ich elektronischer Musik gegenüber nicht abgeneigt und war durchaus bereit, dem Album eine Chance zu geben. Deshalb hörte ich es mir mehrere Male hintereinander an, aber es wollte einfach nicht besser werden. Am Ende war ich nur noch furchtbar genervt. Die einzigen Lichtblicke ergaben sich an den Stellen, an denen wenigstens einmal ein echtes Instrument zu hören ist und die eigentlich interessante Stimme Andersons nicht verfälscht wurde. Auch gibt es einige gute, stimmungsvolle und atmosphärisch eindrucksvolle Momente. Einer von diesen wenigen Lichtblicken ist „Keep The Streets Empty For Me“. Hier lässt sich noch erahnen, was eventuell aus dem Album hätte werden können. So wurden viele gute Ideen einfach vertan. Schade. Deshalb gerade einmal 2 von 5 Sternen.
Für diejenigen, die es dennoch einmal versuchen wollen, hier das von mir als bestes empfundene Lied:


Da sieht man mal wieder, was ein gutes CD-Cover alles ausmachen kann. Als ich mich neulich im Laden durch die Stapel wühlte, fiel mein Blick auf dieses Album. Und ich gebe es ja zu, auf eine schön aufgemachte Verpackung springe ich schnell an. Ich versuchte mir also, den Namen zu merken: Christine Fellows. Als ich zu Hause nach einigem Grübeln wieder darauf kam, hörte ich mir gleich im Internet das Album an, und: tadaa! – das Titelbild hat nicht zu viel versprochen. Zugegeben, Nevertheless ist schon aus dem Jahr 2007 und damit eigentlich keine Neuheit mehr. Aber, wie so oft, bleibt ja viele gute Musik unentdeckt. 

Später erzähl mit Marybeth d'Amico, dass sie Emily Jane White fragte warum sie so wenig auf der Bühne spreche, worauf sie antwortete: "I just hate to talk on stage!" So, dann wär das also auch geklärt.