Kentucky: bekannt für heiße Sommer, blühende Grasweiden und Vollblutpferde. Eben diese Pferde benennt der dort geborene Matt Bauer als wichtige Einflüsse für seine Musik und sein Leben. Neben den Pferden finden auch musikalische Größen wie etwa der frühe David Bowie oder Nina Nastasia auf dieser Liste platzt. Doch wie gehen Pferde und David Bowie zusammen? Und wie hört sich ein Musiker an, der von Pferden beeinflusst wird?
Doch schon beim Hören der ersten Klänge wird vieles klar. Ein Banjo, so schön und düster. Dann eine Stimme, so warm und angenehm, dass der Hörer unwillkürlich aufhorcht. In der eigenen Vorstellung befindet man sich schnell in Kentucky, auf einer Weide, an einem Strohhalm kauend und von Pferden umgeben. Über den Musiker mit dem ausladenden Bart á la Iron & Wine oder Bonnie `Prince` Billy, zu denen es im Übrigen auch starke musikalische Parallelen gibt, ist wenig bekannt. Was man kennt ist seine Musik, zu hören auf den beiden Alben „Nandina“ (2004) und „The Island Moved In The Storm“ (2008), sowie auf der EP „Wasps And White Roses“ (2006).
Musik machte Matt Bauer schon sein ganzes Leben lang. Aufgeben wollte er sie schon in einer unglücklichen, einsamen Phase seines Lebens, doch dann brachte er sich selbst das Banjo spielen bei und alles änderte sich. „It was something I could do everyday that made me feel alive.” Daher ist es nur logisch, dass das Banjo von da an Matt Bauers Haupt- und Lieblingsinstrument wurde.
Musikalisch wäre Matt Bauer am Besten in der Kategorie Folk, oder vielleicht präziser „Dark Folk“ (ein Begriff der spätestens seit 16 Horsepower kursiert), aufgehoben. Zwar mag der ein oder andere bei dem Begriff Banjo sofort an Country oder Western denken lassen, doch Matt Bauer könnte nicht weiter davon entfernt sein mit seinen fragilen Banjoklängen und der leisen, fast schon isoliert wirkenden Stimme. Durchbrochen wird dieses Schema von einigen Songs die melodiös und fröhlich daherkommen, so etwa seine Version des Amerikanischen Folksongs „Sea Lion Woman“ (das seit Feist wohl allgemein bekannt ist).
Nachdem er zu Beginn des Jahres mit Alela Diane in Frankreich und den Niederlanden tourte, dürfte sein Bekanntheitsgrad gewachsen und seine Fangemeinde sich erweitert haben. Matt Bauers Siegeszug hat gerade erst begonnen ist aber sicherlich noch nicht zu Ende. Wie sollte er auch, bei diesen wunderbaren Banjoklängen?
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