Doch alles der Reihe nach, denn bevor Patrick Wolf die Bühne eroberte, war die schwedische Band The Deer Track im Vorprogramm zu sehen und zu hören. Wirklichen Anklang beim Münchner Publikum fand die Dreierkombo nicht, zu eintönig war ihr Programm. Zwar versuchten die Musiker ihren elektronischen Sound mit Klarinette, singenden Sägen, Kinderpielzeug etc. aufzumöbeln, doch spätestens seit CocoRosie reißt das eben auch niemanden mehr wirklich vom Hocker. Nach einem halben Stunde ist dies aber dann auch vorüber und eine quälend lange Dreiviertelstunde wird dann auf Herrn Wolf gewartet.

Zusammen mit seiner vierköpfigen Band geht es dann 21:45 endlich los und zwar mit "Who Will", ein Titel des letzten Albums "The Bachelor". Nun, wer Patrick Wolf live erleben darf weiß, dass es zwar vorrangig um Musik geht, aber eben nicht nur. So zeigt sich der exzentrische Londoner am Abend in drei verschiedenen Outfits, ob in einem schwarzen Reiteroutfit inkl. stilisierter Ledertrense, einem hautengem goldenen Overall der seine goldglitzerne Brust freiließ, oder in weißer Hotopants (die er am Ende natürlich nicht mehr tug, stattdessen durfte das Publikum einen schicken schwarzen String bewundern), Patrick Wolf machte in allem eine gute Figur.
Musikalisch erlebte man einen grandiosen Sänger und Instrumentalisten zusammen mit einer eingespielten Band. Der Sound im Ampere war gut, keine Frage, auch wenn ich auch diesmal wieder fand, dass ein großes Drumset für diesen doch eher kleinen Raum einfach zuviel des Guten ist. Doch Patrick Wolf wollte die Lautstärke. Während zu Beginn noch leise und laute, schnelle und langsame Nummern sich abwechselten, wurde das Konzert schnell zu einem sehr tanzbaren, für Patrick Wolf und das Publikum. Neben vielen Songs des neuen Albums, waren natürlich auch solche der anderen zu hören, klares Highlight für die Besucherschar: "Tristan".
Ein toller, abwechslungsreicher Abend, gestaltet von einem sehr offensiven und lustigen jungen Künstler der es schaffte, das Publikum zu begeistern, und zwar nicht nur duch seine Musik, sondern auch durch diverse flotte Sprüche und dem Erzählen verschiedener Geschichten, so z.B. "I love Munich and it's traditions. Today i gave some radio interviews and there were so many men in leather trousers. Just awesome." Das Publikum freute es und damit ihn auch. Überhaupt war das Publikum bester Stimmung, so wurde fleißig gejubelt und getanzt. Leider gab es in diesem Fall auch ein paar Totalausfälle: Menschen die schlicht so betrunken waren, dass es 1) peinlich war und 2) die anderen Besucher störte. So etwa ein Mädl in der ersten Reihe, das es vor der Zugabe fertigbrachte, auf die Bühne zu klettern um sich eine Setlist zu holen um dann weil zu voll umzukippen und das Mikro auf das Schlagzeug zu werfen. Peinlich...Doch selbst dieser Zwischenfall schaffte es nicht, die wunderbare Stimmung zu zerstören.
Daher: Patrick Wolf lohnt sich, musikalisch allemal und natürlich auch einfach zum gucken.
Ach so, Bilder folgen noch ein paar hübschere!
haha, ich stand relativ weit vorne und dieses mädel ist uns das ganze konzert hindurch auf die nerven gegangen!
AntwortenLöschenverständlich. ich ahb auch gesehen wie einige versucht haben sie wegzumobben, die blieb davon aber völlig unbeeindruckt...
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