Donnerstag, 4. Juni 2009

#22 Neu auf den Ohren: VAST - Me And You

"I'm a wandering minstrel. These downloads and recordings will be compiled with my pseudo photo-journalistic ruminations on touring in 2008. If I don't die it will all come together to form some kind of art piece in 2008-2009. These songs will not show up on any VAST albums so I am releasing it as Jon Crosby." Tja... oder eben dann doch nicht. Was den eingefleischten VAST/Jon Crosby Fan möglicherweise entnervt abwinken lässt, ist für mich dennoch ein Grund zu großer Freude. Alle auf dem „neuen“ Album Me And YOU versammelten Songs gab es bereits auf Jon Crosby’s Generica-Werken, waren mir bisher aber gänzlich unbekannt. Ich behaupte also dennoch, hier das neue VAST-Album (virtuell) in meinen Händen zu halten, und was ich da höre, gefällt mir wieder ausgesprochen gut. Da die Entstehungszeit wohl rund um 2007 zu datieren ist, wundert es nicht weiter, dass viele der Titel klingen, als kämen sie direkt vom Vorgänger April. So zum Beispiel I´m Afraid Of You, welches auch Tattoo Of Your Name Pt.II heißen könnte: Crosby singt wieder von einer Frau, die ohne Skrupel bereit wäre, ihn bis aufs letzte Hemd auszuziehen (Where is my pride/where is my self-respect/does it serve any purpose to you?/I’d never leave, I am too fucking scared of what you and your lawyers might do). Überhaupt beschäftigt sich das gesamte Album in wunderbaren, bittersüßen Melodien eingehend und ausschließlich mit dem Thema Frauen, sowohl (und überwiegend) negativ (s.o., You’re The Same, You Destroy Me) als auch (manchmal) positiv (You Are The One,…). Der Mann hat wohl ein eher gespaltenes Verhältnis zur Damenwelt... Crosby ist mit seiner Stimme über jegliche Form von Kritik erhaben – er klingt wie der wiederauferstandene Jim Morrison und meistert sämtliche Höhen und Tiefen souverän. Insgesamt ist es also wieder ein sehr gutes Album, nicht unbedingt überaus anspruchsvoll oder der ganz große Wurf, aber doch immerhin sehr unterhaltsam. Lediglich in der Mitte ist eine leichte Durststrecke vorhanden (für VAST-Begriffe eindeutig ZU ruhig), danach geht es aber mit dem fantastischen Hotel Song wieder steil bergauf. Man höre sich diesen bei Interesse als erstes an (ich kann aber gerade nirgends einen Link finden, schade).
Mein Fazit also: ob alt oder neu – mir doch egal. Ich freue mich über ein schönes und gelungenes Album, das ich mit Sicherheit noch sehr, sehr oft hören werde. Deshalb 3,5 Sterne.

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