Sonntag, 13. Dezember 2009

#4 Verschiedenes: Musikalischer Rückblick 2009

Das Jahr 2009 geht in schnellen Schritten auf sein Ende zu, doch was brachte es musikalisch?

Hier sind meine Favoriten:

Beste CD's:
Grundsätzlich: In diesem Jahr kamen so unwahrschienlich viele gute CD's raus, dass die Entscheidung schwer fällt, schon allein die Reihung in die Top 10 ist fast unmöglich. Trotzdem hier mein Versuch!

1) Patrick Wolf - The Bachelor
2) Antony and the Johnsons - The Crying Light
3) Mumford & Sons - Sigh no More
4) Regina Spektor - Far
5) Scott Matthew - There is an ocean that divides
6) Bat for Lashes - Two Suns
7) Jordie Lane - Sleeping Patterns
8) Alela Diane - To Be Still 
9) Gossip - Music for Men
10) Noah and the Whale - The First Days of Spring

Natürlich gab es auch einzelne Titel die mich durch das Jahr begleitet haben...

1) Bill Callahan - Eid Ma Clack Shaw
2) Patrick Wolf - The Bachelor
3) Antony and the Johnsons - Aeon
4) Alela Dianefeaturing Alina Hardin - Matty Groves
4) Mumford and Sons - White Blank Page
5) Tori Amos - Curtain Call
6) Regina Spektor - Eet
7) Cara Dillon - P stands for Paddy
8) Alela Diane - The Ocean
9) Razorlight - Wire to Wire
10) Sting - Soul Cake

So, und zu guter letzte: Was kommt 2010?

Ich freue mich sehr aud Patrick Wolf's "The Conquerer", dann sollten Damien Rice und Joanna Newsom nächstes Jahr endlich erscheinen. Außerdem erscheinen im Januar: Laura Veirs, Minor Majority, First Aid Kit, Tegen & Sara, Tom McRae.
Gespannt bin ich außerdem auf das neue Woven Hand Album das ebenfalls 2010 erscheinen soll.

Donnerstag, 26. November 2009

#18 Konzert: Helgi Jonsson, München

"I'm god, i want to create..." 
So beginnt Helgi Hrafn Jónsson sein gestriges Konzert im Atomic Cafe. Wer nun meint, es handele sich bei ihm um ein selbstherrlichen, eingebildeten Kerl, der irrt. Ganz im Gegenteil, immer einen witzigen Spruch auf den Lippen...und das im besten deutsch österreichisch. Nicht gerade das was man von dem androgyenen Isländer im Vorfeld erwartet.

Doch bevor es um ihn geht gibt es wie gewohnt ein paar Worte zu seinem Support: Ragga Gröndal. Die Isländerin präsentierte gestern, auf ihrem ersten Konzert zusammen mit Helgi , selbstgeschriebenes in englisch und isländisch, sowie traditionelle isländische Folk Songs. Absolut bemerkenswert ist die Stimme der jungen Musikerin, die man vielleicht ganz gut im Blues unterbringen könnte. Kraftvoll, klar und intensiv, so lässt sich das gehörte wohl am ehsten beschreiben. Leider fehlte das abwechslungsreiche im Programm von Ragga Gröndal, die in Island laut Helgi Jonsson übrigens ein Star ist, und daher wurde es zum Ende hin doch etwas anstrengen ihr die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Helgi Jonsson betritt dann gegen halb 11 die Bühne und spielt eine gute Stunde. Vorallem sein in diesem Jahr erschienenes Album For the Rest of My Childhood ist musikalisches Thema des Abends. Für den neu 30-jährigen scheint das Alter und Altern ein großes Thema zu sein, auch wenn er sich selbst zumindest teilweise immer noch als Kind bezeichnet.
Unfassbar scheint es welche Töne aus dem Mund des spindeldürre Isländers kommen, so spektakulär ist seine sensible Stimme. Weder Tiefen noch Höhen werden gescheut, genauso wenig die leisen oder lauten Töne. Helgi Jonsson experimentiert gerne mit Klängen, das hört man nicht nur auf seinen Alben, sondern auch live. Texte, so erzählt er im Vorfeld im Interview mit LAXMag (in den nächsten Tage online), wären notwendig, aber er schaffe zuerst die Musik. Darum ginge es ihm. Trotzdem scheinen seine Texte nicht Gezwungenes zu sein, sie sind (mindestens) so schön wie seine Musik.

Alle die sich davon noch überzeugen wollen: Helgi kann man die nächsten Tage noch in Köln, Hamburg und Berlin sehen. Es lohnt sich.

Danke Flo für das Foto :)

#3 Verschiedenes: Neues Bewertungssystem

Wir werden von nun an in einem Zehn-Sterne System und nicht mehr in einem Fünf-Sterne System bewerten. Uns fehlen einfach teilweise die noch genaueren Abstufungen. Daher gibt es ab jetzt zehn Sterne zu vergeben. Die bisherigen Bewertungen bleiben aber wie sie sind, werden also nicht in das neue Bewertungssystem umgemünzt.

Donnerstag, 12. November 2009

#17 Konzert: Die drei ??? und der seltsame Wecker - Live And Ticking

Mal ein Konzert der etwas anderen Art gab es gestern für uns beide zu erleben: die drei ??? live. Wir, die – wie viele andere - mit Justus, Bob und Peter praktisch aufgewachsen sind, waren über Wochen und Monate schon voller Vorfreude. Gestern Abend war es dann endlich soweit: in der voll besetzten Freiburger Rothausarena gaben sich die Originalsprecher Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck die Ehre und bescherten uns einen Abend, der nicht bunter hätte sein können.
 
Nachdem wir uns am Merchandisingstand mit gut der Hälfte des Katalogs eingedeckt hatten, ging es pünktlich um 20:00 Uhr los. Musiker, Geräuschemacher und Erzähler betraten die Bühne, gefolgt von einem turbulenten Erscheinen von den drei Detektiven im schicken Overall, den sie aber bald gegen noch schickere Anzüge tauschten. Die Episode, die wir zu erwarten hatten, kannte wahrscheinlich jeder der Anwesenden, und doch war die Handlung um den seltsamen Wecker um viele Szenen erweitert worden. Vor allem lustige Sequenzen und eine Gesangseinlage ließen mich Tränen lachen. Auch die Nebenrollen waren hervorragend besetzt, wodurch es problemlos ging, mehrere Rollen gleichzeitig von nur einem Sprecher darstellen zu lassen. Da gab es zum Beispiel eine durchgedrehte Tantralehrerin, eine wütende Hausfrau, eine Katzenlady, einen extrem schläfrigen Besitzer eines Uhrengeschäfts, einen zu allen Gewalttaten bereiten Spanier und viele mehr. Geräuschemacher und Musiker lieferten dazu eine Stimmungsvolle Kulisse, hinterleuchtet von einer großen LED-Leinwand, auf der abwechselnd das Bild des Weckers, die Fragezeichen oder auch Teile der Auflösung des obligatorischen Rätsels eingeblendet wurden. Besonders hervorzuheben sind natürlich auch die schauspielerischen Qualitäten der Sprecher, die – hervorragend aufeinander eingespielt- mit passender Mimik und absolut sympathisch der Geschichte eine Seele einzuhauchen vermochten. Ein komplett gelungener, gute zwei Stunden dauernder Abend, an dem Erwachsene wieder Kinder sein durften. Besonders gelungen (und natürlich einen einträglichen Marketingeinfall) fand ich im Übrigen die Idee, den Mitschnitt des Abends gleich danach auf USB-Sticks zu verkaufen. Sollte es öfter geben.


Samstag, 7. November 2009

#48 Neu auf den Ohren: Tori Amos - Midwinter Graces

Die Wintertrilogie findet ihr Ende und zwar mit Tori Amos' nächste Woche erscheinendem Album "Midwinter Graces".

Lesern dieses Blogs könnte schon aufgefallen sein, dass hier eine große Tori-philie herrscht, auch wenn das Verhältnis von uns zu Tori in den letzten Jahren oft ein von Krisen geprägtes war. Nach dem Bekanntwerden der Veröffentlichung eines Weihnachtsalbums herrschte große Skepsis und fragende Blicke. So kann das etwas zerrüttete Verhältnis wohl nicht gekittet werden, wurde da gedacht. Oder etwa doch?

Obwohl Tori Amos zur genüge betont (genauer gesagt in jedem Interview), dass sie die Tochter eines Pfarrer ist, schien eine Weihnachts CD so gut zu ihr zu passen wie Sahne mit Gurke. Klar, aus genanntem Anlass gab es schon immer eine starke Verbindung zwischen Tori und Religion, doch meist äußerte sie sich darüber eher negativ. Als dann noch das sehr pathetische Cover veröffentlicht wurde war für mich schon fast jede Hoffnung verloren.

Doch nun zu "Midwinter Graces". Zuerst fällt positiv auf, dass es sich um eine CD mit einer normalen Titelanzahl handelt. Aha, das ist also auch bei der in Cornwall lebenden Musikerin noch möglich. Bei den ersten zögerlichen Hörversuchen wurde schnell klar, dass es sich um ein sehr stimmungsvolles, wenn auch nicht unbedingt typisches Weihnachtsalbum handelt. Mit Tori-typischen Arrangements, stimmlichen Feinheiten und natürlich dem Piano besticht dieses Album und zwingt fast zu einem nochmaligen Abspielen. Absolut positiv muss gesagt werden, dass typische Weihnachtslieder (Jingle Bells und Konsorten) ausgespart wurden. Zusammen mit klassischen Weihnachtsliedern gesellen sich eigene Kompositionen.

Auch hier holt sie sich wie üblich Unterstützung von ihrem Ehemann Marc Hawley, Matt Chamberlain, Jon Evans und Mac Aladdin. Außerdem wird sie von einer Big Band (hier wohl der sehr jazzige Titel "Pink and Glitter" zu erwähnen) und einem Orchester. Besonders muss noch auf die stimmliche Unterstützung ihrer Tochter Tash ("Holly, Ivy and Rose") und ihrer Nichte ("Candle: Coventry Carol") hingewiesen werden. Trotz Primborium klingen die meisten der Lieder nicht überproduziert, wenn natürlich aber weihnachtlich.

Obwohl mir nicht klar ist, warum Tori Amos sich nun entschlossen hat ein Weihnachtsalbum aufzunehmen und zu veröffentlichen, so bin ich doch angetan. Besonders erwähnenswert ist einer der selbstgeschriebenen Titel: "Winter's Carol". Obwohl ein Weihnachtslied ist es einer der gelungensten Titel der letzten Jahre. Die Arrangements sind schlicht genial und stimmlich bleiben keine Wünsche offen. Zu erwähnen ist außerdem das Cembalo, dasss bei "What Child, Nowell" ein Comeback feiert (endlich). Fast wie zu "Boys for Pele" Zeiten...

So verbleibe ich nicht mit meinen eigenen Worten, sondern denen eines Kommentars bei last.fm der mich zum Schmunzeln brachte, dem ich aber weitestgehend zustimme: "erm...WTF !? this is so WRONG Tori, we wanted u to fuk it up so we could LAUGH at you...then you went ahead and totally delivered the best christmas album ever, WTF ? thank you babe...thank you."

So, es gibt überraschend gute Vier von Fünf (imaginären aber sehr weihnachtlichen) Sternen


Dienstag, 3. November 2009

#16 Konzert: Mumford & Sons, München

Das gestrige Konzert im Atomic zeichnete sich schon im Vorfeld durch eine Besonderheit aus: die Tickets konnten ausschließlich gewonnen werden. Hier gleich nochmals mein Dank an die holden Spender und die Vermittlerin. Dank euch durften ich und meine Begleiterin einen wunderschönen, lauten Abend erleben.

Bis um Viertel nach Neun wartet das gerammelt volle Atomic und das bunte Instrumentensammelsurium auf die vier Herren aus London. So finden sich diverse Akustikgitarren, Bässe, einen Kontrabass, ein Keyboard, eine Quetsche, ein Banjo, Mandoline, Schlagzeug sowie eine Pedal Steel Gitarre.

Als dann Mumford & Sons die Bühne betreten, das Publikum jubelnd, beginnen sie mit "Sigh No More". Die typische Bühnenhirarchie mit dem Sänger vorne wird aufgehoben, so stehen alle vier nebeneinander. Ein schönes Bild.

Während der guten Stunde die das Konzert dauert zeigt sich die Newcomer Band als tolle Musiker und sympatische Erzähler. So wird viel gelacht, auf und vor der Bühne. Professionell spielen sie ihr gesamtes Dabutalbum, außerdem zwei zusätzliche Titel, das neue "Whispers in the Night" und "Sister" unplugged, ein wunderschöner Moment übrigens.

Absolut überzeugend spielen die vier Londoner ihre Instrumente. Das Schlagzeug bleibt eher Deko, da 1) Marcus Mumford mit seinen Füßen die große Trommel und auch einen Schellenring bedient. So schaffte die Combo eine volle und laute Klangwelt. Doch auch leise Töne waren an der Tagesordnung, schöne Pianoklänge und natürlich immer wieder das Banjo.

Das Münchner Publikum war ganz wunderbar, so wurde getanzt, gelacht und auch mitgesungen. Und das, obwohl das Album erst seit kurzem in Deutschland veröffentlich ist. Selbst nach der regulären Zugabe verebbte der Jubel nicht, so dass die Band das erste Mal ihrer Karriere (nach eigener Aussage) eine zweite Zugabe spielte. Das erhöhte den Sympathiefaktor der Männer nochmals.

Für diese absolut überzeugende Darbietung verdient die relativ neue Band den allergrößten Respekt. Live lohnt es sich definitiv, die Mumford & Sons zu hören, ich verspreche einen schönen, lustigen Abend. 

Die akustische Zugabe "Sister" als Schmankerl obendrauf, gefilmt von Sara.

Sonntag, 1. November 2009

#47 Neu auf den Ohren: Sting - If on a Winter's Night

Wie versprochen geht es weiter mit den winterlichen Veröffentlichungen, auch wenn Stings "If on a Winter's Night" deutlich erfreulicher ausfällt als Bob Dylans musikalischer Erguss zur kalten Jahreszeit.

Sting scheint sich auch mit dem kürzlich erschienenen Album treu bleiben zu können. So zeigte er schon mit "Songs from the Labyrinth" das er sich für klassische englische Musik interessiert. Auch auf "If on a Winter's Night" zeigt er wieder seine Vorliebe für die Musik der Inseln, wenn auch mit winterlichem / weihnachtlichem Bezug und einer zeitlichen Verteilung der Titel über die verschiedenen Jahrhunderte. 

Zusammen mit  zwei eigenen Songs "Lullaby For An Anxious Child" und "Hounds Of Winter" finden sich zwei Titel des englischen Barock-Komponisten Henry Purcell, genauso wie eine eigene Übersetzung von Schuberts "Leierkastenmann" und natürlich vieles mehr. 

Um das winterliche Gefühl der britischen Inseln wirklich rüberbringen zu können, wird in manchen Titeln fröhlich gefidelt (sehr zu empfehlen: "Soul Cake") andere sind klassisch interpretiert usw. So zeigt uns der ehemalige Police Frontmann eine Bandbreite winterlicher Lieder, ohne sich jedoch zu den typischen Weihnachtsliedern hinreißen zu lassen.

Sting selbst beschreibt, dass sein Album das Doppelschneidige an Weihanchten zeigen soll: "I think the winter has this almost gravitational pull to someplace warm, cozy -- like home or the church, but for people who can't make it home or have no home to go to, it's "the worst time of year. I think the album wants to balance those two things." Umso verständlicher, dass sich fröhliches und traurig-schauriges abwechseln. 

Um es kurz zu machen: ein wirklich stimmungsvolles Winteralbum. Wem "Songs from the Labyrinth" gefallen hat und sich gern von Stings weicher und warmer Stimme einlullen lassen will, der wird, denke ich, an "If on a Winter's Night" auch seine Freude haben.

Daher:

Vier von Fünf (imaginären) Sternen



Dienstag, 27. Oktober 2009

#46 Neu auf den Ohren: Bob Dylan - Christmas in the Heart

Ja, ich denke Bob Dylan ist eine Legende, ein grandioser Musiker und Texter und doch: "Christmas In The Heart" ist die reinste Katastrophe.

Wie schon angekündigt kommen nun einige von mir gehörte Weihnachtsalben. Als ich hörte, dass sich dieses Jahr Bob Dylan zur Riege der geltungsbedürftigen, aus Weihnachten profitschlagenden Künstlern gehört, musste ich mich schon sehr wundern. 

Da ich Bob Dylan eben für ein Genie halte, habe ich mir dann auch dessen Weihnachtsalbum angehört. Auch wenn schon im Vorfeld die Trackliste bei mir für Verwunderung sorgte, da es sich allesamt um sehr bekannte, typisch amerikanische Weihnachtslieder handelte, an die sich Herr Dylan da ranwagte. Und sowas geht ja meistens schief.

Doch zuerst zum positiven: Das Cover, sehr "vintage", ist wenigstens recht schön. Schon bei den ersten Klängen wird mir dann klar, dass Bob Dylan wirklich und ernsthaft versuchte, ein sehr klassische Weihnachtsalbum zu schaffen, so fühlte ich mich sofort, dank Backroundsängerinnen und Instrumentierung, an die 50er Jahre erinnert. Doch das Problem ist einfach: Bob Dylan hat für ein Weihnachtsalbum im Stil der 50er Jahre schlicht die falsche Stimme. So krächtst er auch hier in typischer Dylan Manier, doch in diesem Fall wirk dies einfach nur lächerlich. So verwundert es nicht, dass ich bei den ersten Liedern vor mich hinlachte, so sehr erinnerte mich das Gehörte an eine Persiflage eben dieser klassischen Weihnachtslieder, doch so soll es wohl nicht gemeint sein. So ist fraglich, was der Musiker mit diesem Album bezwecken wollte, denn Geld hat er wohl genug. Vielleicht kann man es der Einfachheit halber einfach auf sein Alter schieben um nicht den musikalischen Respekt vor ihm zu verlieren.

Für dieses wirklich miese Album:

Einen von Fünf (imaginären) Sternen (und den einen gibts auch nur weils zum Lachen verleitet und weil die Erlöse gespendet werden).

 

Samstag, 24. Oktober 2009

#45 Neu auf den Ohren: Mumford & Sons - Sigh No More

Bevor ich mich in den nächsten Wochen ausführlich über Winterliche- bzw. Weihnachtsveröffentlichungen auslassen werde, stelle ich euch nun aber noch einen heißen Anwärter aud die CD des Jahres vor: Mumford & Sons mit ihrer Debutplatte "Sigh No More".

Die EP liess schon im Vorfeld hoffen, doch diese Hoffnung haben die vier Herren aus London weit übertroffen. Okay, da sie aus dem musikalischen Umfeld von Laura Marling oder Noah and the Whale kommen, ist dies vielleicht für einige keine größere Überraschung, doch wer hätte gedacht, dass sie ihre musikalischen Kollegen sogar übertreffen?

Mit einer Mischung aus Bluegrass, Alternative und Folk zeigen sie nun was sie können. Das heißt im Klartext: viel Gitarre und Banjo, Kontrabass und Quetsche. Vereinzelt findet man dann auch noch weitere Streicher, Klavier, Trompeten u.ä. 

Althergebrachtes lassen Mumford & Sons mit ihrer Instrumentierung wiederaufleben, selten hört man heute so viel Banjo auf einer neuen CD. Trotzdem führen sie es in die heutige Zeit, drücken ihrer Musik einen ganz eigenen Stempel auf: Wiedererkennungwert = 100%

Die zwölf Titel des Albums glänzen durch eine Verschiedenheit, jedes steht für sich und ist gleich wichtig. Schnell merkt man aber doch, dass trotzdem alles zusammenhängt, dass es sich lohnt alles in einem Lauf zu hören, dass es bei jedem Hören wächst. Gemeinsam haben alle Titel eins: sie sind stark melodiös, und hier ist es egal ob es eine schnelles oder langsames Lied ist, ob es um Liebe oder Schmerz geht... Außerdem wird alles zusammengehalten durch die raue und doch eingängige Stimme von Marcus Mumford, zu der mir kein geeigneter Vergleich einfällt (Jan Wigger schreibt auf spiegelonline zwar, dass er sich nach Michael Stipe anhört, das finde ich aber in keinem Fall). 

"Sigh no More" hat etwas Erhabenes, etwas Perfektes da alles passt, da es rein gar nichts auszusetzen gibt. Ein Album zum mitreißen lassen.  Die erste Single "Little Lion Man" reißt mit und doch, müsste ich eine Favoriten wählen, dann wäre es das einfach perfekte "White Blank Page"

Für ein perfektes Album (ja, das gibt es) gibt es natürlich

Fünf von Fünf (imaginären) Sternen



Samstag, 17. Oktober 2009

#44 Neu auf den Ohren: Rykarda Parasol - For Blood And Wine

Für alle, die keine Lust haben, sich in der kalten Jahreszeit gemütlich auf dem Sofa zu aalen: wie wäre es mit einer Dosis selbstauferlegter Gänsehaut? Da wüsste ich jemanden: Rykarda Parasol. Die Frau heißt wirklich so, und genau so exotisch wie ihr Name ist auch die Musik auf ihrem zweiten Vollwerk. Die Stimme - meist sehr tief, mal brüchig, meist aber selbstbewusst, geradezu breitbeinig daherstampfend, erinnert oft an Patti Smith oder PJ Harvey. Die Musik von einer Düsternis, die einen Nick Cave neidisch machen könnte, handelt hauptsächlich von Verlust und Tod. Nein, fröhlich oder leicht verdaulich ist die Musik von Rykarda Parasol, die sie selbst als „Rock Noir“ bezeichnet, gewiss nicht. Im Opener „The Road Is Long“ bereitet sie uns vor:

The road is long with treachery
It winds just like a drunken snake
I walk the rue without care of bother
Though behind every bend I know
Evil follows me down

Inmitten all der Hoffnungslosigkeit, Bitterkeit, Zerissenheit, kurz: dem Unheil, schafft es die zierliche Blondine aus San Francisco noch, ihre Gefühle in wundervolle, teilweise melancholisch schwermütige, teils rumpelnde Melodien einzubetten, denen man spätestens nach dem zweiten Hören völlig erliegt. 16 verstörend und gleichzeitig fesselnde Stücke sind auf „For Blood And Wine“ vereint, das am 20. Oktober erscheinen wird. Für alle Fans des Folk (oder Rock) Noir, die auch gerne Woven Hand, Marissa Nadler, Emily Jane White, PJ Harvey usw. hören, ist dieses Album auf jeden Fall einen Versuch wert. Von mir gibt’s dafür 4 Sterne.
Hier die Website (die sich auf jeden Fall allein der eingestellten Texte wegen lohnt) und natürlich Myspace.







Statistiken